Infonet für Bauern: Viel besser als Google

Rose Munde ist „Plant Doctor“ aus Machakos (Kenia) und weiss sehr viel über Pflanzenbau, Schädlinge und Krankheiten. Aber manchmal reicht das nicht aus für eine schnelle Diagnose. Kein Problem für Rose, denn sie hat stets ein umfassendes Lexikon in der Tasche und holt sich das fehlende Wissen in Sekundenschnelle.

Von Peter Lüthi und Martin Grossenbacher, Biovision

Die moderne Kommunikationstechnologie gehört auch in Afrika zum Alltag. So hat etwa Rose Munde für ihre Bauernberatungen im Feld stets ihren Tablet-Computer dabei. Das kleine Gerät wiegt gerade mal 300 Gramm, enthält aber detaillierte Informationen, Bilder, Infografiken und Karten, die früher gleich mehrere schwere Bücher beansprucht hätten. Der Grundstein zum „Infonet-Biovision“, einer Internetplattform für Landwirtschaft in Ostafrika, wurde 2004 gelegt von Raphael Okoth, einem Kleinbauern aus Westkenia und Monique Hunziker, Projektleiterin bei Biovision. Heute besteht die Website in einer Online-Version sogar für Smartphones, aber auch als Offline-Anwendung. Damit ist es auch ohne Internetanschluss jederzeit verfügbar. Infonet-Biovision enthält Hintergrundinformationen über alle Aspekte des ökologischen Pflanzenbaus, der Tierhaltung, der menschlichen Gesundheit und der schonungsvollen Nutzung von natürlichen Lebensgrundlagen. Auch das Konservieren und Verarbeiten von Lebensmitteln durch Trocknen und Einmachen werden erklärt.

Erste Wahl Infonet-Biovision

Das Projekt-Team erstellt die Inhalte, die von Wissenschaftlern überarbeitet und von erfahrenen Praktikern angepasst werden. Die Verlässlichkeit der Informationen überzeugt auch Rose Munde, „Für mich ist Infonet-Biovision die erste Wahl, weil es sich auf die Inhalte konzentriert, die in Kenia wirklich relevant sind“, sagt die staatliche Bauernberaterin. Die Infos seien für sie sehr vertrauenswürdig und in einer einfachen Sprache gehalten, die auch Bäuerinnen und Bauern gut verstünden. „Sehr wichtig ist mir auch, dass das Infonet-Biovision gratis ist für alle“, betont sie.

Erfolgreich in die 6. Generation

Infonet-Biovision steht Kleinbäuerinnen und -bauern wie Rose bereits in der sechsten Ausgabe zur Verfügung. Die Lancierung der neuesten Generation von Infonet-Biovision erfolgte Mitte Juli in Nairobi am Sitz von Biovision Africa Trust (BvAT) statt. Neben zahlreichen inhaltlichen Aktualisierungen wurde auch die Benutzeroberfläche verbessert und stärker mit den anderen Kanälen des Farmer Communication Programme (FCP) vernetzt. Infonet-Biovision ist eine zentrale Säule dieses Programms, das von unserer langjährigen lokale Partnerorganisation BvAT umgesetzt wird.

  • Zum Gruppenfoto fanden sich alle Gäste vor dem Haupteingang des Internationalen Insektenforschungsinstituts icipe ein.
  • Zur Feier der 6. Generation von Infonet-Biovision überreichte BvAT den Gästen eine Torte in Form eines Infonet-Notebooks. Bild (v.l.n.r.) Mr. Geoffrey Kituyi (Vertreter des kenianischen Landwirtschaftsministeriums “Kilimo House”), MaryLucy Oronje (CABI International), Andreas Schriber Head of Board BvAT, Dr. David Amudavi CEO BvAT, Zachary Makanya (PELUM Kenya)
  • An einem Side Event präsentierte BvAT alle Bereiche des FCP sowie sein Engagement im Rahmen des EOP.
  • Stiftungsrätin Paula Daeppen informiert sich am Stand über Produkte aus Heilpflanzen.
  • Andreas Sicks, Leiter des Bereichs Entwicklungsprogramme bei Biovision im Austausch mit Yosam Mugarura, International Center for Tropical Agriculture (CIAT).
  • (v.l.n.r.) Venter Mwongera (Manager TOF and MkM Projects BvAT), Barbara Frei-Haller (Biovision Stiftungsrätin), Regina Muthama (Field-Trainer BvAT), Dr. David Amudavi (Executive Director BvAT), Nevada Shiramba, Kleinbäuerin und Anwenderin Infonet-Biovision.

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Am feierlichen Anlass zur Lancierung der neuen Generation von Infonet-Biovision nahmen zahlreich Vertreter/-innen von kenianischen Behörden und Projektpartnern von BvAT Teil. Aber auch die Mitglieder des Biovision Stiftungsrats waren dabei. Sie besuchten den Anlass im Rahmen ihrer diesjährigen Projektreise. Der Biovision Stiftungsrat reist alle drei Jahre nach Ostafrika, um sich persönlich über die Entwicklung der Programme zu informieren.