Weniger Malaria – weniger Hunger

Vom 17. bis 25. April 2018 zeigt die Swiss Malaria Group in sieben Schweizer Städten eine Pop-up Kunstinstallation. Diese verdeutlicht, wie das gemeinsame Engagement verschiedener Schweizer Organisationen gegen Malaria die Welt positiv verändert. In Zürich ist Biovision Gastgeberin. Kommen Sie vorbei und besuchen Sie uns am 17. April 2018 zwischen 11 und 18 Uhr am Hauptbahnhof Zürich in der Haupthalle. Programm (PDF)

Die Stiftung Biovision engagiert sich seit über 10 Jahren für eine umweltfreundliche und nachhaltige Malariaprävention in Ostafrika – mit Erfolg. In Malindi, Kenia, konnte die Malariaprävalenz dank den umgesetzten Massnahmen, innerhalb eines Jahres von 7.5 auf 3.7% gesenkt werden (Stand 2015). Im Projekt wird das sogenannte “integrierte Vektor Management " (IVM) angewendet. Der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterstütze Ansatz kombiniert bevölkerungsnahe Präventionsmaßnahmen mit wichtigen gesundheitspolitischen Aspekten.

Der Nutzen der Malariabekämpfung geht jedoch über die bessere Gesundheit hinaus: Malaria hält Bauern von der Feldarbeit und Kinder vom Schulbesuch ab. Die Reduktion der Krankheit hat einen direkten Einfluss auf die landwirtschaftliche Produktivität und trägt zur Ernährungssicherheit und grösserem Wohlstand in ruralen Gebieten bei. Eine kürzlich vorgestellte Studie hat gezeigt, dass sich das Einkommen von Kleinbauern in Tolay durch die Malaria-Projekte um etwa 10 % erhöht hat. Gleichzeitig können landwirtschaftliche Praktiken das Risiko für Malaria erhöhen oder senken: In Projekten von Biovision werden z.B. blockierte Bewässerungskanäle freigelegt oder Fische in stehenden Gewässern gezüchtet. 

Carole Küng, Geschäftsführerin der Swiss Malaria Group: „Was nützen die besten Agrarproduktionsmethoden, wenn eine Kleinbauernfamilie erkrankt und nicht rechtzeitig säen oder ernten kann? Biovision packt Herausforderungen in der Landwirtschaft und der Malariaprävention gleichzeitig an. Es braucht mehr derart pionierhaftes Vorgehen über das eigene Tätigkeitsfeld hinaus, wenn wir die UN Nachhaltigkeitsziele 2030 erreichen wollen.“

So setzt Biovision die umweltfreundliche und nachhaltige Malariaprävention in Ostafrika um:

  • Sensibilisierung und Aufklärung: Die Bevölkerung wird über die Ursachen von Malaria und mögliche Präventionsmassnahmen informiert.
  • Zum Beispiel mit Theaterstücken lernen die Menschen, wie sie sich selber und ihre Familien nachhaltig vor der Krankheit schützen können.
  • Beseitigung der Brutstätten: Stehende Gewässer sind ideale Brutgebiete der Anopheles-Mücken, die mit ihren Stichen den gefährlichen Malariaerreger auf Menschen übertragen.
  • Um die Zahl der Mücken wirksam zu reduzieren, werden solche Brutstätten im Siedlungsgebiet nach Möglichkeit trockengelegt.
  • Biologische Larvenkontrolle mit Bti: Ausgebildete Moskito-Späher überwachen die potenziellen Brutgebiete.
  • Wo eine Trockenlegung nicht möglich ist, behandeln sie diese bei Bedarf mit dem umweltverträglichen Bakterium Bti (Bacillus thuringiensis subspecies israelensis), welches die unerwünschten Insekten bereits im Larvenstadium abtötet.
  • Fischzucht zur biologischen Kontrolle von Malariamücken.
  • Grosse Wassertümpel sind ideal für die Fischzucht. Tilapia, ein beliebter Speisefisch, ernährt sich vorzugsweise von Insektenlarven, trägt so zur Reduktion der Anopheles-Mücken bei und verbessert gleichzeitig die Ernährung der Bevölkerung.
  • Moskitonetze über den Betten und Insektenschutzgitter vor Türen und Fenstern minimieren die Gefahr, von den nachtaktiven Insekten im Haus gestochen zu werden.
  • Die Bettnetze werden über staatliche Gesundheitsprogramme verteilt, aber mit der Sensibilisierungsarbeit des Biovision Projekts wird die Bevölkerung auch über die richtige Verwendung der Netze informiert.
  • Überwachung und Analyse der Resultate: Die angewandten Massnahmen werden laufend überprüft. Dazu werden die Moskitos mittels Lichtfallen angelockt, gefangen, ausgezählt und auf Malariaparasiten untersucht. In den Spitälern von Nyabondo und Malindi wird gleichzeitig das Vorkommen von Malariafällen in der Bevölkerung überwacht. Aufgrund dieser Resultate lassen sich Rückschlüsse auf die Projektarbeit ziehen. Zusätzlich wird die Forschung, etwa im Bereich neuer kostengünstiger Bio-Larvizide, gefördert.
  • Verankerung in der Gesundheitspolitik: Auf Ebene der lokalen und nationalen Regierungen werden Gesundheitsfachleute über IVM informiert und entsprechend ausgebildet. Die Erkenntnisse und Erfahrungen aus den drei Projektstandorten liefern den Entscheidungsträgern wertvolle Grundlagen für einen informierten politischen Dialog und effektive Gesundheitspolitik.