23.03.2018

Welche Eier für Ostern wählen?

In einer Woche ist Ostern. Höchste Zeit also fürs Eierfärben. Aber welche Eier soll man als Konsument kaufen? Freiland oder Bio? Welches Label steht für welche Haltungsbedingungen? Informieren und genau hinschauen lohnt sich.

Peter Lüthi, Kommunikation

Die Schweiz hat weltweit die strengsten Haltebedingen für Hühner. Batteriehaltung in Käfigen ist hierzulande verboten. Darum ist der Grundsatzentscheid für Schweizer Eiern wichtig. Wer an das Tierwohl und an die Nachhaltigkeit denkt, verzichtet zudem auf Eier aus Bodenhaltung. Diese Betriebsform besagt, dass die Hühner ihr ganzes Leben mit wenig Platz im Stall verbringen und nie hinaus an die frische Luft und ans Sonnenlicht kommen.

Bei der Freilandhaltung darf das Federvieh bei gutem Wetter hinaus auf die Weide. Dort haben sie mehr Raum und können sich bewegen. Allerdings sind bei sehr grossen Freilandbetrieben mit über 10'000 Hühnern die Platzverhältnisse auf der Hühnerweide ausserhalb der Ställe ebenfalls sehr beschränkt. Bei 15'000 oder gar 20'000 Tieren ist das Prädikat „Freiland“mehr als fragwürdig.

Bio ist besser!

Schweizer Eier mit dem Bio Suisse Label stammen aus Freilandbetrieben mit maximal 2'000 Hühnern pro Stall. Diese Anzahl ermöglicht eine artgerechte Haltung, die den Namen Freiland wirklich verdient. Zudem ist auch das Hühnerfutter biozertifiziert und stammt aus umweltfreundlicher Produktion.

Besonders tierfreundlich ist das KAGfreiland-Label Es garantiert bei hühnerfreundlichem Wetter täglichen Auslauf im Freien, überschaubare Herden mit Hähnen für eine natürliche Sozialstruktur und Bio-Futter ohne Leistungsförderer und ohne Gentech.

176 Eier verzehren Frau und Herr Schweizer durchschnittlich pro Jahr mit deutlichen Peaks an Ostern und Weihnachten. Um den hohen Bedarf zu decken, wird bei der konventionellen Eierproduktion nichts dem Zufall überlassen. Mittels exakt berechneten Fütterungsplänen, Lichtsteuerung, gezielter Nestverteilung und sehr strengen Hygienevorschriften kurbeln die Betriebe die Legeleistung an und bringen die Tiere an ihre Grenzen. Nach knapp einem Jahr Legen, werden sie ersetzt.

Problematisch ist zudem der Verlust an Vielfalt. Durch die Konzentration auf lediglich zwei Zuchtlinien, nämlich Lege- oder Fleischleistung, gehen wertvolle Merkmale traditioneller Rassen, wie Krankheitsresistenzen, sowie diverse Erscheinungsformen verloren.

Die industrielle Produktion wird nicht von heute auf morgen umgekrempelt, aber etwas weniger Eier zu essen, käme Tier und Umwelt zu Gute.