Brennnessel: die Wunderheilerin

Sie ist so etwas wie die Stechmücke unter den Pflanzen – taucht überall auf, wo man sie nicht haben will, macht Ärger und hat einen miserablen Ruf: die Brennnessel. Tatsächlich sieht die fast weltweit vorkommende Pflanze nicht besonders hübsch aus, und natürlich tut es weh, wenn man ihr zu nahe tritt.

Von Florian Blumer, Redaktor Biovision

Brennnessel Blatt

Im hässlichen Entlein steckt eine Prinzessin, ja eine Naturheilerin! Erstens schmeckt sie, ob in der Limonade, in der Suppe oder im Pesto. Zweitens macht sie schön, zum Beispiel wenn man sie zu einem Haarspray verarbeitet – ja, sie soll gar aphrodisierend wirken. Und drittens ist sie eine wahre Wunderheilerin, hilft bei Rheuma, Darmerkrankungen, Ausgelaugtheit und vielem mehr, stärkt das Immunsystem, entwässert und so weiter. Warum also Algen aus dem weit entfernten Meer fischen, wenn wir im Wald Brennnesseln pflücken können? 

Superfood-Steckbrief Brennnessel

Das kann sie

  • Die Brennnessel wirkt entzündungshemmend und schmerzlindernd bei Arthritis und hilft bei Darm- und Prostataerkrankungen sowie bei Problemen mit den Harnwegen, der Blase und den Nieren.
  • Weiter wirkt sie cholesterin- und blutdrucksenkend, sie stärkt das Immunsystem, hilft bei Erschöpfung sowie gegen Haarausfall. Und mehr! Siehe z.B. hier
  • Sie enthält viel Eisen, Chlorophyll, Proteine, Kieselsäure, Magnesium, Kalium, Vitamin A, C und E sowie wichtige Aminosäuren.
  • Eine Brennnessel-Jauche ist zudem ein erstklassiger natürlicher Dünger und wirkt zuverlässig gegen Pflanzenschädlinge, insbesondere Blattläuse.

So schmeckt sie

Die Brennnessel brennt nicht mehr, wenn sie ins kochende Wasser geworfen, mit einem Walholz bearbeitet, im Mixer verhäckselt oder getrocknet wurde. Ausserdem schmerzen die Brennhaare nur, wenn man die Pflanze von oben nach unten anfasst. Vom Stengel nach aussen gezogen und abgerissen und dann klein gefaltet, können die Blätter auch als Rohsnack direkt von der Pflanze gegessen werden.
Sie kann in der Küche wie Spinat verwendet, als Pesto oder als Suppe gegessen oder im Smoothie getrunken werden. Die Anwendungsmöglichkeiten sind fast endlos – im Internet finden sich unzählige Rezepte (z.B. auf "Kochbar").

So kommt sie zu mir

Einfach im Wald einsammeln – Handschuhe sind empfehlenswert.