So funktioniert Sensibilisierung

Biovision und das Centre Ecologique Albert Schweitzer (CEAS) haben ab 2021 eine strategische Partnerschaft vereinbart. Ein wichtiger Bereich in beiden Organisationen ist die Sensibilisierung. Was ist damit gemeint?

 

Am besten funktioniert Sensibilisierung im direkten Gespräch: Anna Schöpfer (vorne) und Rahel Bösiger (hinten) von Biovision sensibilisieren für nachhaltigen Konsum.

Von Florian Blumer, Redaktor, und Alessandra Roversi, Redaktorin

Sabine Lerch macht sich keine Illusionen: «Eine Verhaltensänderung gehört zum Schwierigsten, was Menschen mit sich machen können.» Dennoch ist die 36-Jährige seit acht Jahren mit Begeisterung beim Sensibilisierungsprojekt CLEVER von Biovision dabei, einst als Leiterin der Ausstellung, heute als Bereichsleiterin Programm Schweiz. Dabei hat sie erfahren, dass die Sensibilisierung – wenn richtig gemacht – durchaus etwas bewirken kann.

Auch Letizia Manzambi, beim CEAS unter anderem für die Sensibilisierungsprogramme zuständig, glaubt fest an die menschliche Fähigkeit zur Veränderung. Ihre Arbeit dreht sich vor allem um die Themen Energie, Abfall und Food Waste, ihre Hauptzielgruppe sind Schulklassen mit Kindern von acht bis zwölf Jahren. Eine optimale Ergänzung zu Biovision: Hier geschieht die Sensibilisierungsarbeit hauptsächlich mit Jugendlichen und Erwachsenen, die Schwerpunkte sind nachhaltiger Konsum (Ausstellung CLEVER) und gesunde Böden (Sounding Soil).

Bergmilch ist gar nicht von der Alp!

Mit ihren Sensibilisierungsprogrammen streben Biovision wie das CEAS eine Verhaltensänderung an. Nur: Kann das überhaupt funktionieren? Sabine Lerch nennt gleich zu Beginn einen wichtigen Vorteil der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen: «Sie haben noch keine festen Verhaltensmuster bezüglich Konsum und befinden sich in einer Selbstfindungsphase, in welcher sie offen sind für Inputs.» Am besten funktioniere ganz allgemein das direkte Gespräch. Und am Wirksamsten, so Sabine Lerch, sei die Sensibilisierung, wenn sie einen Aha-Effekt auslöse: Aha, Bergmilch stammt gar nicht von der Alp! Oder: Aha, der Boden lebt!

Doch, so sind sich Letizia Manzambi und Sabine Lerch, einig: Ohne die Bereitschaft, sich auf das Thema einzulassen und sein Verhalten zu reflektieren, ist nichts zu erreichen. Hier hilft, wenn man immer wieder mit einem Thema konfrontiert wird. Auch in diesem Punkt sind sie positiv gestimmt. Denn: Die Zeiten ändern sich. «Vor zehn Jahren hat noch kaum jemand über nachhaltigen Konsum geredet», sagt Sabine Lerch. «Heute ist das Thema täglich in den Medien.»