Wählen Sie am 20. Oktober eine nachhaltige ökologische Zukunft

Sabine Lerch, Verantwortliche Programm Schweiz

Die Wahlen vom 20. Oktober werden Richtungswahlen: Mit unserer Stimme können wir in der Schweizer Politik den dringend notwendigen Kurswechsel für mehr Nachhaltigkeit herbeiführen.
 

Schweizer Flagge

Klimakrise bringt Bewegung in die Politik

Vor ihrem Auftritt am UN-Klimagipfel reiste Greta Thunberg durch die USA und traf sich mit Klimaaktivistinnen und Klimaaktivisten und führte Gespräche mit US-Politikerinnen und –politikern. Die New York Times fasste ihre Erfahrung so zusammen: In den USA wird gestritten, ob es den Klimawandel gibt. Bei ihr zu Hause in Schweden wird er als Fakt akzeptiert (NYT, 18.9.2019). In diesem Punkt ist Schweden der Schweiz einen Schritt voraus. Auch bei uns wird über den Klimawandel gestritten und werden Fakten geleugnet und infrage gestellt. Die wachsende Zahl der Teilnehmenden an den Kundgebungen für griffigere Massnahmen gegen den Klimawandel zeigt jedoch, dass die Vernunft stärker ist und die Politik zunehmend unter Druck gerät.
 

Ungebremst und mit offenen Augen in die Sackgasse?

Auf die aktuelle Debatte über die Zukunft der Schweizer Landwirtschaftspolitik (AP22+) hat der Stimmungswechsel leider noch nicht übergeschwappt. Trotz immer mehr nachgewiesenen Pestizidrückständen im Trinkwasser, Bienensterben und dem Verlust von Biodiversität setzen sich unter Führung des Schweizerischen Bauernverbands Konservative im Parlament dagegen ein, die Schweizer Landwirtschaft ökologischer und damit nachhaltiger und für die Zukunft besser gerüstet umzugestalten. Dabei liegen auch hier die Fakten klar auf dem Tisch, wie diese drei Beispiele (von vielen) zeigen: 

  • Im August präsentierte der Weltklimarat IPCC den ersten grossen Klimabericht zu den Landökosystemen der Erde. Die Ergebnisse sind alarmierend. Sie bestätigen aus der Optik der Klimaforschung eindrücklich, dass es einen Kurswechsel in der Landwirtschaft braucht um die Erderwärmung zu stoppen und die Ernährungssicherheit zu gewährleisten, die mit dem Klimawandel bedroht ist.
  • Zu Handen des Bundesrats stellte das schweizerische FAO-Komitee fest, dass Agrarökologie die Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 fördert und beschleunigt und empfiehlt, der Ansatz sei daher in der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit verstärkt zu fördern (s. Diskussionpapier «Agroecology as a means to achieve the Sustainable Development Goals»).
  • Der von der Weltbank und der FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UNO) in Auftrag gegebene Weltagrarbericht stellte bereits vor 10 Jahren fest: «Weiter wie bisher ist keine Option». Nur durch eine Transformation der Landwirtschaft in Richtung Agrarökologie können im Jahr 2050 10 Milliarden Menschen nachhaltig ernährt werden, ohne dass wir dabei gleichzeitig unseren Planeten zerstören. 

Es braucht nun eine lösungsorientierte Politik der Taten

Die Notwendigkeit für eine nachhaltige Landwirtschaft, die mit und nicht gegen die Natur betrieben wird, ist heute noch gültig und hat mit der Klimakrise zusätzliche Bedeutung gewonnen. Mit einem Postulat hat Maya Graf, Biovision Stiftungsrätin und Nationalrätin Grüne (BL) deshalb im Sommer den Bundesrat aufgefordert darzulegen, was die Schweiz in den vergangenen zehn Jahren unternommen hat, um die Empfehlungen des Weltagrarberichts (IAASTD) umzusetzen. Der Bundesrat hat das Postulat zur Annahme empfohlen, jetzt muss der Nationalrat darüber entscheiden.

Richtungswahl für eine ökologische und nachhaltige Zukunft

Wie weiter ist auch 2019 keine Option! Die Wahlen vom 20. Oktober in der Schweiz geben uns die Möglichkeit, den Kurswechsel zu beschleunigen. Sie sind eine Richtungswahl, damit die Zukunft der Schweiz grüner und nachhaltiger gestaltet werden kann. Nehmen Sie diese Chance am 20. Oktober wahr und wählen Sie Politikerinnen und Politiker, die Ihre Stimme für eine ökologische Entwicklung vertreten, für eine Zukunft für alle – natürlich.