Weltklimarat bestätigt Ansatz von Biovision gegen die Klimakrise

Der Weltklimarat IPCC legte am 8. August den ersten grossen Klimabericht zu den Landökosystemen der Erde vor. Die Ergebnisse sind alarmierend. Und bestätigen aus der Optik der Klimaforschung eindrücklich, was Biovision mit Blick auf die Ernährungssicherheit und den Erhalt der natürlichen Ressourcen seit Jahren fordert: Es braucht einen Kurswechsel in der Landwirtschaft. Die Forderung ist aktueller denn je.


In seinem Sonderreport zur Landnutzung streicht der Weltklimarat IPCC erstmals die zentrale Rolle der Nahrungsproduktion bei der Bekämpfung des Klimawandels heraus – des Bereichs also, in welchem Biovision seit über 20 Jahren arbeitet. Und der IPCC warnt: Der Klimawandel wird Bauern unter anderem im Mittelmeerraum und in Afrika in ihrer Existenz bedrohen. Wenn nicht rasch bei den Nahrungssystemen angesetzt wird, könne die Beschränkung auf 1.5 Grad Erwärmung gegenüber vorindustrieller Zeit nicht mehr erreicht werden. Der Klimarat nennt als einen zentralen Lösungsansatz, möglichst schnell das bekannte Wissen über nachhaltige Anbaumethoden in Entwicklungsländern weiterzugeben. Damit verweist er auf den Ansatz, den Biovision mit seiner wissenschaftsbasierten und anwendungsorientierten Entwicklungszusammenarbeit seit über 20 Jahren in Ostafrika verfolgt.
 

Hans Herren, Biovision Präsident
Hans Herren, Präsident von Biovision, war Co-Chair des Weltagrarrats (International Assessment of Agricultural Knowledge, Science and Technology for Development, IAASTD), einem Gremium vergleichbar dem "Weltklimarat" (IPCC). Das Gremium veröffentlichte 2008 seinen Bericht mit dem Titel Agriculture at a Crossroads ("Landwirtschaft am Scheideweg").

«Lösungen seit über 10 Jahren bekannt»

Biovision-Mitgründer und Stiftungsratspräsident Hans Herren sagt: «Wir begrüssen den Bericht des IPCC – auch wenn er etwas spät kommt!» Bereits 2008 kam der Weltagrarbericht der UNO, bei dem Hans Herren Co-Vorsitzender war, zum Schluss, dass es zur Ernährungssicherung und zum Erhalt der natürlichen Ressourcen einen radikalen Wandel in der Landwirtschaft braucht. Der IPCC darf keine Empfehlungen abgeben, doch die Forderung, die globalen Ernährungssysteme auf Agrarökologie umzustellen und dabei keine Zeit mehr zu verlieren, ist zwischen den Zeilen sehr deutlich zu lesen – so interpretierten es auch die Medien vom britischen «Guardian» über den Westschweizer «Le Matin» bis zum Zürcher «Tages-Anzeiger». Hans Herren wird im «Tages-Anzeiger» mit den folgenden Worten zitiert: «Wir müssen weg von einem klimaschädlichen industriellen System, das auf sehr hohen Inputs – Kunstdünger, Hybridsaatgut, künstliche Pestizide – basiert, hin zu einer ganzheitlichen ökologischen Landwirtschaft.»

Konsumenten müssen umdenken

Der Sonderbericht des IPCC zeigt auch die Dringlichkeit eines Umdenkens bei den Konsumentinnen und Konsumenten auf. Mit dem Projekt CLEVER sensibilisiert Biovision bereits seit mehreren Jahren in der Schweiz für mehr nachhaltigen Konsum. Machen die Konsumentinnen und Konsumenten mit, u.a. mit einer Senkung des Fleischkonsums, so ist eine nachhaltige Ernährung der Weltbevölkerung mit Agrarökologie möglich. Dies hat jüngst eine Studie des unabhängigen französischen Forschungsinstituts IDDRI gezeigt. Hans Herren meint: «Die Lösungen sind da, wir müssen sie nur umsetzen. Und wir müssen jetzt damit beginnen.»