Klimastudie: Kooperation mit FAO und FiBL

Was können von der Klimakrise betroffene Kleinbauernfamilien in Subsahara-Afrika tun, um trotz Klimaerwärmung ihre Ernährungssicherheit und ihre Zukunft zu sichern? Eine gemeinsame Studie von FAO, FiBL und Biovision sucht nach konkreten Antworten.

 

 

Der Regen nimmt ab oder bleibt immer öfter ganz aus: Die Werkzeuge der Bauern hängen unbenutzt am Baum.

Der Klimawandel stellt die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern Kenias zunehmend vor Probleme: Unregelmässige Regenzeiten, Dürren, Stürme und Überschwemmungen zerstören ihre Felder und verursachen Ernteverluste und Nahrungsunsicherheit (vgl. Beiträge "Biovision & Klima" in grüner Box rechts bzw. unten).

Netzwerk gegen die Klimakrise

Um die ländliche Bevölkerung in Afrika vor den Folgen der Klimakrise besser zu schützen, braucht es ein starkes Netzwerk. Biovision hat deshalb mit anderen Organisationen eine Multi-Stakeholder-Plattform für den Informationsaustausch und die Förderung einer klimaangepassten und klimafreundlichen Landwirtschaft ins Leben gerufen. Zum Kick-off im März trafen sich über 30 Expertinnen und Experten aus Forschung, Entwicklungsorganisationen, Privatwirtschaft, Regierung sowie der Zivilgesellschaft in Nairobi. Die Mitglieder suchen Lösungen zur Umsetzung der kenianischen Klimastrategie für die Landwirtschaft (KCSAIF).

Gemeinsame Studie FAO/FiBL/Biovision

Dafür hat Biovision gemeinsam mit der Welternährungsorganisation FAO in Rom und dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL in Frick Anfang Mai eine Studie lanciert. Sie untersucht, wie Agrarökologie die Widerstandsfähigkeit der Bäuerinnen und Bauern in Kenia und Senegal stärkt und ihnen hilft, mit den zunehmenden Wetter- und Klimakapriolen besser zurechtzukommen. Von Seiten Biovision ist das Team Politikdialog & Anwaltschaft beteiligt, das in ihrem Projekt "Agrarökologie gegen den Klimawandel" das Thema intensiv bearbeitet.

Sonderbericht Klima und Landnutzung des Weltklimarats IPCC

In seinem Sonderbericht über Klimawandel, Desertifikation, Landdegradierung, nachhaltiges Landmanagement, Ernährungssicherheit und Treibhausgasflüsse in terrestrischen Ökosystemen von Anfang August weist der Weltklimarat auf die Notwendigkeit eines Kurswechsels in der Landwirtschaft hin, damit das Klimaziel von 1,5° C erreicht werden kann. Darin zählt er auch mögliche Massnahmen auf und macht konkrete Empfehlungen:

«Viele Massnahmen im Zusammenhang mit Landsystemen, die zu Anpassung an den Klimawandel und Minderung von CO2-Emissionen beitragen, können auch Desertifikation und Landdegradierung bekämpfen und die Ernährungssicherheit verbessern. … Reaktionsmöglichkeiten im gesamten Ernährungssystem, von der Produktion bis zum Verbrauch, einschließlich Nahrungsmittelverlusten und ‐verschwendung, können eingesetzt und ausgebaut werden».

Agrarökologische Methoden nehmen eine Schlüsselrolle im Umbau der Ernährungssysteme zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit und einer besseren Anpassung der Landwirtschaft an die Klimakrise ein. Mit ihrem ganzheitlichen Ansatz setzt sich Biovision deshalb im In- und Ausland für den ökologischen Wandel und eine Welt mit genügend und gesunder Nahrung für alle, produziert von gesunden Menschen in einer gesunden Umwelt ein.