Klimaproteste: Mut zum Wandel

Foto: Mika Baumeister

An der globalen Klimademo am 15. März 2019 werden erneut Taten statt Worte in Sachen Klimapolitik eingefordert. Dem Klimawandel kann aber auch im Alltag nachhaltig und konkret entgegengewirkt werden.

Was im September 2018 mit dem Schulstreik der damals 15-jährigen Schwedin Greta Thunberg begann, wurde zu einer globalen Protestwelle von tausenden Schülerinnen und Studenten gegen die zaghafte Haltung der Politik in Bezug auf den Klimawandel. Lange genug habe die Wissenschaft gemeinsam mit Aktivisten und Aktivistinnen gemahnt. Zahlreiche Klimakonferenzen wurden gehalten, Klimaabkommen wurden abgeschlossen – umgesetzt wurden die Beschlüsse letztendlich nur halbherzig. «Wir sind nicht gekommen, um Euch Politiker um Hilfe zu bitten», sagte Greta an der COP24 im Dezember 2018, «wir sind gekommen, um Euch wissen zu lassen: Wandel steht bevor».

Dynamischer Protest

Die Jugendbewegung bedient sich einem bewährten Protestmittel: Dem zivilen Ungehorsam. Dezentral und kompromisslos basisdemokratisch organisiert, bleibt die Bewegung mit dem Motto «Fridays for Future» jeden Freitag Lehrveranstaltungen fern, um schweizweit an Demonstrationen teilzunehmen. Die Bewegung fordert nichts weniger als einen grundlegenden Systemwandel der der Schweizer (Klima-)Politik. Durch ihre bewusste Distanz zu politischen Institutionen und Organisationen ist ihre Sprache unmissverständlich. Damit unterscheidet sie sich grundlegend vom bisher bekannten klimapolitischen Duktus und fordert, «dass die Schweiz den nationalen Klimanotstand ausruft. Die Schweiz soll die Klimakatastrophe als zu bewältigende Krise anerkennen: Sie hat somit auf die Krise zu reagieren und die Gesellschaft folglich auch über diese zu informieren».

Der Klimastreik hat viele Gesichter

Durch die flache Hierarchie kommuniziert die Bewegung einstimmig und kohärent, bewusst wurde kein Schweizer Pendant zu Greta Thunberg auserkoren. Demonstrationen werden über Social Media Kanäle wie WhatsApp oder Telegram koordiniert. Mit Erfolg: Die Klimademonstration vom 2. Februar 2019 gilt als die grösste Demonstration der Schweiz seit dem Frauenstreiktag 1991.

Der Rekord wird wohl bald überboten: Weltweit rufen Klima-Aktivistinnen und Aktivisten am Freitag, 15. März 2019 zum globalen Klimastreik auf. In über 600 Städten in 64 Ländern sind Klimastreiks angekündigt. Alleine in der Schweiz sind es 21. Die Mobilisierung geschieht breitflächig auf allen sozialen Kanälen, die Botschaft ist unmissverständlich: Die internationale Staatsgemeinschaft darf die Zukunft nicht weiter kurzfristigen Interessen opfern.

Druck auf das Sytem für den dringenden Wandel können wir nur als Gemeinschaft aufbauen und umsetzen. Daneben können wir durch unser tägliches persönliches Verhalten einen Beitrag gegen Klimaerwärmung leisten, Angefangen bei der Ernährung. CLEVER hat hier die besten Tipps für dich.

Saisonal und regional einkaufen

Gemüse oder Früchte, die ausserhalb der Saison gekauft werden, wurden über weite Strecken transportiert oder stammen aus beheizten Gewächshäusern. Das verursacht Treibhausgase, die den Klimawandel weiter anheizen. Vor allem Flugtransporte sollten vermieden werden, weil die Belastung verglichen mit einem Schiffstransport um den Faktor 25 grösser ist. Deshalb stecken in diesen Produkten deutlich höhere Umweltbelastungen als in saisonalen und regionalen Lebensmitteln.

Gerade aktuell sind sowohl Federkohl als auch die unterschätzte Pastinake – beides vielfältig anwendbare Gemüsearten. Während Federkohl (auf Englisch: „Kale“) gerade sehr im Trend ist, erlebt die Pastinake so etwas wie eine Renaissance: Fast vollständig von der herkömmlichen Karotte verdrängt, wird sie heute von vielen Biobauern als „alte Sorte“ verkauft. Ebenfalls gerade bei deinem Gemüsehändler erhältlich: Bärlauch.

Wer nicht nur saisonal und regional einkauft, sondern auch Bio-Produkte bevorzugt, leistet damit zusätzlich einen Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität. Bio-Bauern fördern durch vielfältige Kulturen, den konsequenten Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und eine strikt biologische Düngung die Vielfalt von Tieren und Pflanzen. Ein Einkauf auf dem Wochenmarkt oder beim nächsten Bio-Hofladen lohnt sich also gleich mehrfach. Wer sichergehen will, stets die richtigen Produkte zur rechten Zeit zu wählen, findet hier unseren Saisonkalender.

Verbotene Exoten?

Exotische Früchte wie Banane, Ananas und Mango sind trotz langer Transportwege nicht tabu und dürfen ab und zu als Delikatesse genossen werden. Achte dabei auf Produkte aus fairem Handel. Zu den Vorschriften gehören stabile Preise und Abnahmegarantien, Mindestlöhne, das Verbot von Kinderarbeit und eine Fairtrade-Prämie für die Gemeinschaft. Bei Produkten ohne Label sind die Kleinproduzenten im Süden oft diejenigen, die trotz harter Arbeit am wenigsten verdienen.