22.04.2018

Kleine Geste mit grosser Wirkung

Der Biovision-Newsletter sorgt in Boji, Kenia, für Aufregung. Zwei Mitarbeiter der Organisation zeigen den Menschen den Bericht über die erste Phase des Projekts «Kamele für Dürregebiete». Die Kamelhalter entdecken erfreut Familienmitglieder, die sie schon lange nicht mehr gesehen haben.

Peter Lüthi, Kommunikation

Aufregung in Boji, einem Borana­-Dorf im trockenen Nordosten Kenias: Im Schatten einer Akazie macht eine farbig bedruckte Broschüre die Runde. «Biovision Newsletter» steht drauf. Über dem Bild eines Nomaden­mädchens vom Volk der Borana prangt der Titel «Leben zwischen Dürre und Flut».

  • Mann hält in einer Gruppe eine Zeitung hoch
    Dr. Kennedy Agoy Lumadede von VSF zeigt den Menschen in Boji einen Newsletter, in welchem Biovision in der Schweiz über das Projekt informiert
  • Eine Frau blättert in der Biovisionzeitung
  • Männer schauen sich eine Biovisionzeitung an
  • Frauen schauen sich eine Biovisionzeitung an
    Der Dorfchef von Bulesa, welcher im Biovision Newsletter vorgestellt wurde, wird von den Menschen in Boji erkannt, obwohl er sehr weit entfernt lebt.
  • Frauen schauen sich eine Biovisionzeitung an
    Der Newsletter stösst in Boji auf grosses Interesse.
  • Frau sitzend macht sich Notizen
    Mirjam Moser, ehemalige Projektkoordinatorin von Biovision, nimmt Auskünfte und Anregungen der Kamelhalter in Boji auf.
  • Menschengruppe unter einem Baum sitzend
    Austausch von Einheimischen mit Biovision und „Vétérinaieres sans Frontières Suisse“ (VSF) des Kamel-Projekts in Boji.
  • Landschaftsaufnahme mit trockener Erde und Wolken
    Das Dorf Boji liegt in der semiariden Zone des Isiolo County in Kenia. Es wird von Halbnomaden des Borana-Volkes bewohnt.
  • tote Kuh auf dem Boden
    Dürren nehmen im Nordosten Kenias zu. Immer wieder verenden Rinder, Ziegen und Schafe, weil sie auf dem Weg zwischen den Wasserstellen und den Weiden verdursten oder verhungern.
  • Kamele an einer Tränke
    Biovision unterstützt Halbnomaden bei der Suche nach Möglichkeiten, den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen. Dazu gehört die Wiedereinführung von Kamelen, welche viel widerstandsfähiger gegen Dürren sind als Rinder und Kleinvieh.

Zwei Mitarbeiter von Biovision haben den Newsletter anlässlich ihres Besuches des Projekts «Kamele für Dürregebiete» mit­gebracht. Die Kamelhalter in Boji verstehen kein Wort Deutsch. Dennoch sorgt das Papier für angeregte Diskussionen und Gekicher. Aufmerksam betrachten sie die Bilder und scheinen bestens zu verstehen. Der Newsletter berichtet über die erste Projektphase von 2013 im entlegenen Merti­-Distrikt. Heute ist Boji einer von sechs neuen Standorten, in welchen die Wiedereinführung von Kamelen zur Anpassung an Dürren weiter­ entwickelt wird.

Plötzlich schreit ein Mann auf und zeigt auf ein Fotoportrait: «Das ist mein Schwager, Abdi Jattani aus Bulesa!» Das stimmt. Der Name steht über dem Bild. Bulesa liegt am «Ende der Welt», weit nördlich von Boji. Sie hätten Abdi seit Jahren nicht gesehen, sagt der Mann. Er nimmt den Newsletter und bringt ihn freudestrahlend seiner Frau, der Schwester von Abdi Jattani.