Ingwer, Nelke, Kardamon – direkt aus Tansania

Erstmals können wir Produkte direkt aus einem von Biovision unterstützten Projekt in Ostafrika anbieten. Natürlich bio und fair.

Laura Angelstorf, Biovision

  • ©SAT: Durch behutsames Trocknen von Gewürzen und Blüten im Dorf schafft diese Bäuerin aus Mayanga einen Mehrwert.
  • ©SAT: Eine frisch ausgegrabene Ingwerknolle aus biologischem Anbau.
  • ©SAT: Gewürzanbau erfordert viel Know-how und Weiterbildung.
  • ©SAT: Zusammenarbeit ist das A und O unter den Gewürzproduzentinnen und -produzenten bei SAT.

Ohne sie wäre Glühwein fad, Lebkuchen ungeniessbar und indischer Chai einfach Schwarztee mit Milch. Gewürze wie Zimt, Kardamom oder Nelke sind nicht mehr aus unserer Küche wegzudenken. Doch sie kommen aus fernen Ländern in die Schweiz, und meist ist für die Konsumentinnen und Konsumenten nicht nachvollziehbar, wer sie unter welchen Bedingungen produziert hat.

Von Kleinstproduzentinnen ohne Umwege in die Schweiz

Biovision unterstützt seit 2009 die Organisation SAT (Sustainable Agriculture Tanzania). Wir beteiligten uns am Aufbau eines Ausbildungszentrums für ökologischen Landbau, in dem Bauern und Bäuerinnen aus der Morogoro-Region in agrarökologischen Methoden ausgebildet werden.

«In unserem Projekt mit SAT geht es vor allem darum, dass die Menschen vor Ort ihre Lebensgrundlage mit gesunder Nahrung sichern und kleinere Überschüsse auf dem lokalen Markt zu besseren Preisen verkaufen können», erklärt Loredana Sorg, Projektverantwortliche bei Biovision. «Doch jetzt haben wir erstmals zusätzlich die Gelegenheit, Produkte für den Export anbieten zu können».

Gemeinsam mit der Fairtrade-Organisation Gebana konnte ein Crowd-Ordering-Projekt initiiert werden, welches den lokalen Bäuerinnen und Bauern ermöglicht, mit ihren Gewürzen und Tees einen neuen Markt zu erschliessen. Dies ist möglich, da ihre Produktion die lokale Nachfrage übersteigt.«Das Besondere an den Gewürzen ist, dass sie wirklich von Kleinstproduzentinnen und -produzenten stammen, die nach ökologischen Methoden anbauen, die Gewürze schonend und zeitaufwändig trocknen und mit Unterstützung von SAT verpacken lassen», sagt Loredana Sorg.

Teile vom Erlös werden reinvestiert

«Die Crowdordering-Aktion ermöglicht es unserem Partner vor Ort, erste Erfahrungen im Export von Produkten zu sammeln. Ihr finanzielles Risiko ist gering und unser Ziel ist es, dass sie langfristig einen Importeur finden, der die Gewürze regelmässig abnimmt», so Sorg weiter. Doch Geschäftspartner fordern häufig eine Referenz ein, welche anhand eines gelungenen Crowd-Ordering-Projekts vorhanden wäre.

«Der Gewinn, den SAT mit diesem Projekt erzielt, geht zum einen Teil direkt an die Bäuerinnen und Bauern und zu einem anderen Teil wird er in die Bio-Zertifizierung und Ausbildung weiterer Produzentinnen und Produzenten reinvestiert», erklärt Sorg. «Unser gemeinsames Ziel ist es, möglichst viele Bauern und Bäuerinnen in der Morogoro-Region mit Bio zu zertifizieren und ihnen eine Ausbildung in agrarökologischen Methoden zu ermöglichen.»

Doch erst einmal hängt alles vom Erfolg des Crowd-Orderings ab. Denn der Export lohnt sich erst ab einer Bestellmenge von 500 Paketen – erst wenn 500 Vorbestellungen vorliegen, werden die Gewürze versendet. Noch ist diese Bestellmenge nicht erreicht. Ein Paket besteht aus verschiedenen Gewürzen und Tees à 50 Gramm und kostet 59 Franken.