26.03.2018

Gefahr für Mensch und Tier

Das Rift Valley Fieber wird von Viren verursacht und von Mücken oder durch Tröpf­cheninfektion übertragen. In Kenia hilft Biovision, die Menschen aufzuklären und ein Frühwarnsystem gegen die gefährliche Krankheit aufzubauen.

Peter Lüthi, Kommunikation

Das Rift Valley Fever (RVF) kommt heute in ganz Afrika südlich der Sahara vor und betrifft vor allem Schafe, Ziegen, Rinder und Kamele aber auch Wildtiere. Für Jungtiere ist RVF meist tödlich, bei erwachsenen Tieren ist der Verlust etwas geringer. Infizierte Muttertiere haben jedoch meist Fehlgeburten.

Ein schöner aber kritischer Moment: Das Virus des Rift Valley Fiebers kann vom Vieh auf Menschen übertragen werden, z. B. bei Tiergeburten.
Junge mit Ziege und Jungtier

Das Rift Valley Fever kann von Tieren auf Menschen übertragen werden. Die Ansteckung erfolgt über Mückenstiche und über direkten Kontakt mit infiziertem Vieh, z. B. bei Tiergeburten oder Schlachtungen. In Ostafrika starben beim letzten Ausbruch von 2006/2007 mindestens 550 Menschen und eine grosse Zahl an Nutztieren. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählt RVF zu den 10 Krankheiten mit dem grössten epidemischen Potential. Für Menschen gibt es keine Medikamente oder Impfungen. Nur etwa die Hälfte der gefährdeten Bevölkerung weiss Bescheid über die Symptome, Ursachen und Präventionsmassnahmen der Krankheit. Das soll mit einem von Biovision unterstützten Pilotprojekt geändert werden, das bereits 2014 in Garissa, nahe der somalischen Grenze, gestartet wurde.

Krankheitsherde früh erkennen

Dort erhielten die Veterinär- und Gesundheitsbehörden Unterstützung beim Aufbau eines Frühwarnsystems gegen RVF. Dazu wurden kommunale und regionale Vertreter zu RVF-Fachpersonen ausgebildet. Diese erstellten ein Überwachungsnetz mittels Mückenfallen. Sobald man in den gefangenen Mücken RVF-Erreger findet, können gezielte Massnahmen ergriffen werden, etwa Notschlachtungen von infiziertem Vieh und Tier-Impfkampagnen. Mit dem Frühwarnsystem erhalten die Behörden die Chance, rechtzeitig zu reagieren um grössere RVF-Epidemien zu verhindern.

Nachdem das Projekt in Garissa wegen Terrorgefahr durch die Al Shabaab Milizen unterbrochen werden musste, verlegte man die Aktivitäten 2017 in den Isiolo-County. Hier wurden als Erstes Viehhalterinnen und Viehhalter in vier Dörfern über ihren Wissensstand befragt. Basierend auf dem lokalen Wissen wurden Kampagnen gestartet, um die Menschen über alle Aspekte der Krankheit und wirksame Gegenmassnahmen aufzuklären.