Dossier Agrarökologie

Unsere Ernährungssysteme, d.h. die Art, wie wir Lebensmittel produzieren, verarbeiten und konsumieren ist nicht nachhaltig. Die Agrarökologie gilt als Lösungsansatz, um den Wandel hin zu einem nachhaltigen, gerechten und gesunden Ernährungssystem zu erreichen. Was steckt hinter dem Begriff?

Die Art und Weise unserer Ernährung – von der Forschung und der Produktion bis zum Konsum und zur Entsorgung von Nahrungsmitteln – beeinflusst unsere Gesundheit, die Gesellschaft und die Umwelt. Foto: Biovision

Was ist Agrarökologie?

Agrarökologie ist ein Lösungsansatz, um ein nachhaltiges, gerechtes und gesundes Ernährungssystem zu erreichen und weiterzuentwickeln.
Wir brauchen gesunde Nahrung für alle, produziert in einer Weise, die Umwelt und Tierwohl respektiert, sowie allen einen fairen Lohn und ein menschenwürdiges Leben ermöglicht. Diese Veränderung ist weltweit zentral, um die Nachhaltigkeitsziele der UNO (SDGs) zu erreichen, und mit der aktuellen konventionellen Landwirtschaft nicht möglich. Agrarökologie gilt daher als vielversprechender Lösungsansatz. Im Gegensatz zur Agrarindustrie ist das Ziel der agrarökologischen Landwirtschaft, positive ökologische Wechselwirkungen zwischen Pflanzen, Tieren, dem Boden und anderen Elementen auf dem Hof und in der Umgebung zu nutzen.

Als Leitbild des Wandels schliesst die Agrarökologie die landwirtschaftliche Praxis, die Wissenschaft und die Gesellschaft mit ein. Somit fordert sie, dass unser gesamtes Landwirtschafts- und Ernährungssystem ganzheitlich verändert wird. Dies unterscheidet sie beispielsweise von dem biologischen Landbau, der sich auf eine ökologische Produktion fokussiert. (Mehr über die Unterschiede finden Sie in dieser interaktiven Grafik auf Englisch)
Die dreizehn Prinzipien der Agrarökologie decken ökologische, sozio-kulturelle, politische und wirtschaftliche Dimensionen ab. Ihre Umsetzung tangiert unterschiedliche Ebenen, vom Hof über das Ernährungssystem bis zur gesamten Gesellschaft, da agrarökologische Produktion auch zu veränderten Machtverhältnissen auf dem Markt führen soll.

Zusammengefasst ist Agrarökologie:

  • ein Forschungszweig, der über akademische Grenzen hinweg das Wissen und die Bedürfnisse von Bäuer:innen und anderen wichtigen Akteur:innen einbezieht.
  • eine Praxis, die die natürlichen Lebensgrundlagen nicht nur bewahrt, sondern aufbaut.
  • eine gesellschaftspolitische Bewegung, bestehend zum Beispiel aus Bäuer:innen und indigenen Völkern, die sich selbstorganisiert für gerechte Landwirtschafts- und Ernährungssysteme einsetzt.

Agrarökologie hilft gegen Klimawandel

Wetterextreme nehmen wegen des Klimawandels zu. Die Landwirtschaft leidet ganz besonders darunter. Mit einer Studie zusammen mit der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen FAO hat Biovision aufgezeigt, dass mit Agrarökologie die Landwirtschafts- und Ernährungssysteme widerstandsfähiger gemacht werden können.

Weshalb und wie genau Agrarökologie vor den Folgen des Klimawandels schützt und Bäuer:innen widerstandsfähiger macht haben wir in einer Infografik für Sie zusammengestellt. Hier geht es weiter zur Seite mit der Infografik.

In diesem Video erfahren Sie von Fabio Leippert, Verantwortlicher für die Biovision-Studie zu Agrarökologie und Klimawandel, welche Erkenntnisse die Studie gebracht hat und was getan werden muss, um Agrarökologie als Massnahme gegen den Klimawandel stärker einzusetzen.

Agroecology works!

Im November 2021 fand schweizweit eine Veranstaltungsreihe zur Agrarökologie statt. Was hinter diesem Begriff steckt, sollte durch die «Tage der Agrarökologie» erlebt, verstanden und weitergedacht werden. Die Reihe wurde vom Netzwerk «Agroecology works!» koordiniert, das von Biovision mitaufgebaut wurde. Das Netzwerk umfasst viele Organisationen und Initiativen, die sich gemeinsam für ein nachhaltiges Ernährungssystem in der Schweiz einsetzen.

Die Eröffnungsveranstaltung der «Tage der Agrarökologie» im Video.

 

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