Warum uns der Erhalt der Biodiversität vor der nächsten Hungersnot retten kann

Bodenverdichtung, massiver Einsatz von Chemikalien, übermässige Ernteerträge: Die intensive Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen und die Übernutzung der Meere gehen zu Lasten der Biodiversität und damit der Existenzgrundlage des Menschen.

Wie der Bericht „Biodiversity for Food and Agriculture“ der FAO (Food and Agriculture Organization der Vereinten Nationen) aufzeigt, leistet die Biodiversität einen enormen Beitrag um Ökosysteme gegen äussere Schocks, wie beispielsweise durch den Klimawandel verursachte Extremwetter, abzuhärten. Damit einher geht die Absicherung der Lebensmittelproduktion. Allerdings werden die empfindlichen Ökosysteme durch den übermässigen Einsatz von Chemikalien, Monokulturen oder negative Effekte der Globalisierung, wie Luft- und Gewässerverschmutzung extrem belastet. 
Die FAO führt in ihrem Bericht die Ursachen dieser Störfaktoren in erster Linie auf ungeeignete landwirtschaftliche Praktiken zurück. Des Weiteren gehe das traditionelle Wissen über die Bewirtschaftung von Böden und der Nutzung der Gewässer durch die zunehmende Urbanisierung und Industrialisierung verloren. Die Menschen strömen aus diversen Gründen vermehrt in die Städte und suchen einen vielversprechenden Job in der Industrie, wodurch das langjährige Wissen vieler Bauernfamilien nicht weitergetragen wird. 

Massnahmen zum Schutz der Biodiversität sind schwach

Die 91 Länderberichte, welche für den FAO Report analysiert wurden, heben die Relevanz der Biodiversität für eine nachhaltige Sicherung der Existenzgrundlage hervor. Es zeigt sich jedoch, dass die Umsetzung geeigneter Massnahmen nur schleppend vorangeht.
Die FAO fasst in ihrem Bericht zusammen, dass das Wissen über Biodiversität und ihre Rolle bei der Lebensmittelproduktion stärker ausgebaut und angewendet werden müsse. 
Genau hier setzt Biovision an. Denn für viele Probleme in der Landwirtschaft bietet die Natur selbst Lösungen. Dieses Wissen verbreitet Biovision, zusammen mit ihren Partnerorganisationen in Subsahara-Afrika, bei den Bauern und Bäuerinnen vor Ort.

Wissensvermittlung für Bäuerinnen und Bauern steht im Zentrum 

In Ostafrika konnten in den Projekten von Biovision bereits tausende von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern dank einer grundlegenden Ausbildung in den Methoden der ökologischen Landwirtschaft ihre Erträge erhöhen, ihr Auskommen verbessern und gleichzeitig ihre natürlichen Lebensgrundlagen erhalten oder gar aufwerten. 
Besonders bewährt hat sich die Push-Pull-Methode. Maisfelder werden mit Desmodium bepflanzt, welches zum einen Stickstoff aus der Luft im Boden bindet und düngt. Zum anderen hält es Schädlinge von der Maispflanze fern. Als Ergänzung werden lokale Gräser rund um das Feld gepflanzt, die von den Schädlingen zur Eierablage bevorzugt werden. Sowohl Desmodium als auch die Grasarten sind hervorragende Futterpflanzen und ermöglichen den Bäuerinnen und Bauern die Haltung von Vieh zur Produktion von Milch und wertvollem Mist.
 

  • Agnes zeigt stolz ihre Ernte aus dem Push-Pull-Maisfeld.
    Die Bäuerin Agnes zeigt stolz ihre Ernte aus dem Push-Pull-Maisfeld.
  • Eine Frau liest die Zeitschrift "The organic farmer".
    Eine Frau liest eines der Produkte aus dem Farmer Communication Programme, die Zeitschrift "The organic farmer".

Das von Biovision finanzierte Farmer Communication Programme macht ausserdem das Wissen dauerhaft und multimedial für die Bäuerinnen und Bauern zugänglich.

 

Die Politik muss ebenfalls handeln

Auch auf politischer Ebene bietet Biovision Hilfestellung. Mit dem neu lancierten „Agroecology Info Pool“ können politische Institutionen und Stiftungen den Beitrag ihrer Massnahmen zur agrarökologischen Transformation messen. Ziel von Biovision ist es, das Potential der Agrarökologie für den Erhalt eines nachhaltigen Nahrungssystem auf allen Ebenen bekannt zu machen: in der Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.