Die Ernte sichert das Einkommen

Bis vor wenigen Jahren war die Ernte von Aziza Mrisho aus Tansanisa zu klein, um damit ein Einkommen zu erwirtschaften. Bei einem Workshop über bioglogischen Anbau holte sich die Bäuerin so profundes Wissen, dass sie nun regelmässig auf dem Markt ihr Gemüse verkaufen kann.

Zweimal die Woche ist in Mkuyuni, einem Dorf am Fusse des Uluguru-Gebirges in Tansania, Markt; immer am Dienstag und am Sonntag. Schon früh beginnen sich die Strassen in der Mitte des Dorfes mit Leben zu füllen. Aus Lautsprechern klingt Bongo Flava, tansanische Rapmusik. An einem Stand hängt ein junger Mann bunte T-Shirts an eine Stange. Etwas weiter unten trägt ein Spengler Metallrohre zu einem Verkaufsstand. Und mitten im geschäftigen Treiben, hinter einem langen Tisch, sitzt Aziza Mrisho, eine 48-jährige Gemüsebäuerin aus einem Nachbardorf. Sie hat weisse Auberginen, Zwiebeln und Tomaten vor sich ausgelegt. Und daneben, auf dem Boden, liegen Yamswurzeln auf einem Tuch, Wurzeln einer Knolle, die als Nahrungsmittel und Heilpflanze verwendet wird.

  • Aziza Mrisho richtet am frühen Sonntagmorgen ihren Marktstand ein. Bild: Patrick Rohr
  • Zwiebeln und weisse Auberginen aus dem Garten von Aziza Mrisho. Bild: Patrick Rohr
  • Der Markt von Mkuyuni ist ein beliebter Handelsplatz. Bild: Patrick Rohr

Dass Aziza ihr Gemüse auf dem Markt von Mkuyuni verkaufen kann, ist keine Selbstverständlichkeit. Bis vor ein paar Jahren war ihre Produktion zu klein dafür, sie reichte gerade für ihre Familie, und ab und zu konnte Aziza ihren Nachbarn etwas zum Tausch anbieten. Dann besuchte sie, zusammen mit anderen Bäuerinnen und Bauern aus der Gegend, einen Kurs in biologischem Gemüseanbau. Solche Kurse veranstaltet die Biovision-Partnerorganisation SAT (Sustainable Agriculture Tanzania) regelmässig im eigenen Trainingscenter in Vianzi, etwa zwei Fahrstunden entfernt von Mkuyuni. Dort entdeckte Aziza neue Gemüsesorten, und sie lernte, wie sie mit Kompost ihren Boden fruchtbarer machen und aus Pflanzen Flüssigdünger und Sprühmittel zur Schädlingsbekämpfung herstellen kann. «Seither wächst bei mir so viel, dass ich mit meinem Gemüse regelmässig hier auf den Markt kann», sagt Aziza. Seit dieser Zeit hat sie ein regelmässiges Einkommen für ihre Familie.

Der Schweizer Fotojournalist Patrick Rohr besuchte letztes Jahr einige Projekte von Biovision, darunter das Trainingscenter für ökologische Landwirtschaft der Partnerorganisation SAT (Sustainable Agriculture Tanzania). Seine Reiseerlebnisse hielt Patrick Rohr in Bild und Text im Biovision-Kalender 2019 fest.