IPES verlangt Rückkehr zu Diversität in Nahrungssystemen

03.06.2016

Das Internationale Expertengremium für Nachhaltige Nahrungssysteme (IPES-Food) hat einen Bericht lanciert, der die Rückkehr zu einem nachhaltigen und vielfältigen Nahrungssystem verlangt.

Input-intensive Monokulturen und industrieller Anbau müssen abgeschafft werden um die globalen Nahrungssysteme auf eine nachhaltige Basis zu stellen, sagen die führenden Experten für Nahrungssicherheit, Agrarökosysteme und gesunde Ernährung. Die Lösung sei die Diversifizierung der Landwirtschaft auf der Basis von ökologischen Praktiken – sowohl für die industrielle Landwirtschaft, als auch für die selbstversorgenden Bauern in den ärmsten Ländern der Welt.

Der Gründer und Präsident von Biovision, Dr. Hans Herren, ist Mitglied dieses Expertengremiums. Der Bericht entspricht dem Ansatz, den Biovision schon seit vielen Jahren verfolgt.

Die heutigen Nahrungs- und Landwirtschaftssysteme haben die globalen Märkte mit grossen Mengen an Lebensmitteln versorgen können, aber generieren negative Folgen auf verschiedensten Ebenen: Ausgedehnte Degradierung von Böden, Wasser und Ökosystemen, hohe Treibhausgasemissionen, Verlust von Biodiversität, anhaltender Hunger und Mangelernährung einerseits und ein starker Anstieg an Fettleibigkeit und ernährungsbedingten Krankheiten andererseits. Hinzu kommen die anstrengenden Lebensbedingungen für Bäuerinnen und Bauern auf der ganzen Welt.

Eine Wende hin zu einer diversifizierten agrarökologischen Landwirtschaft hat grosses Potential um Kohlenstoff im Boden zu binden. Die Landwirtschaft würde somit von einem der grössten Produzenten von schädlichen Klimagasen zum Schlüsselelement der Lösung für dieses elementare Problem unserer Welt. Agrarökologische Landwirtschaft könnte einen signifikanten Beitrag zur Vermeidung des Klimawandels und zum Erreichen der Nachhaltigen Entwicklungsziele leisten.

Der Bericht erwähnt auch das von Biovision unterstützte Push-Pull Projekt für die biologische Kontrolle von Schädlingen und Unkräutern in Kenia als gutes Beispiel für die Verdoppelung von Maiserträgen und der Milchproduktion, bei gleichzeitiger Stärkung der Agro-Biodiversität.

Die Vorteile einer diversifizierten Landwirtschaft für die Gesellschaft werden durch Subventionen und andere Unterstützungsmassnahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union kaum belohnt. Dieser Bericht fordert nun eine komplette Verlagerung der Anreize um einen Kurswechsel in der Landwirtschaft zu ermöglichen.