Dürren und Überproduktion – wie geht das zusammen?

25.07.2018

Der Klimawandel sorgt mit ausserordentlichem Wetter nicht nur für Dürren, sondern auch für reiche Gemüseernten – aber nur, wenn genug Wasser vorhanden ist wie in der Schweiz. Leider profitieren die Konsumenten nicht davon, denn die Ware schafft es nicht bis in den Detailhandel: Die Bauern entsorgen massenhaft Nahrungsmittel.

«Ich musste 10 Tonnen Zucchetti entsorgen», sagte Gemüsegärtner Hans Blaser aus Ruswil im Kanton Luzern in einem Artikel von 20 Minuten. «Die Erntemengen waren deutlich grösser als die möglichen Verkäufe», fügte er bei.

Dieselbe Problematik wurde auch in einem Artikel der WOZ beschrieben. «Die Landwirtschaft befindet sich in einem ungemütlichen Clinch zwischen der Politik und den Grossverteilern», wurde Michael Bergöö, Leiter vom Programm Schweiz von Biovision, zitiert. Während kleinere Betriebe nur selten auf ihren Erzeugnissen sitzen bleiben, haben die Grossproduzenten, die meist nur für die grossen Detailhändler anbauen, mit teils beträchtlichen Abfallmengen zu kämpfen.

Kein Problem ohne Lösung
Grossverteiler sind träge und gehen auf solche Ernteschwankungen kaum ein. Aber es gibt schlaue Lösungen: Zum einen gibt es die Vertragslandwirtschaft, wo die Konsumentinnen und Konsumenten direkt mit den Bauern Verträge abschliessen und so der Absatz des Gemüses gesichert wird. Zum anderen gibt es Organisationen wie Grassrooted. Diese will in der Stadt Zürich für eine enkelgerechte Zukunft sorgen. So retteten sie vor kurzem 30 Tonnen Tomaten vor der Biogasanlage. Die Organisation will bald mit weiteren Aktionen zu Lebensmittelverschwendung von sich hören lassen. Oder auch Bioloco, die zur «foodrevolution 2.0» aufruften und auch «schräges» Gemüse an die Leute bringen will.