Böden erhalten: Die Zeit drängt

16.05.2018

Unseren Böden geht es immer schlechter. Zwei Fünftel der Menschheit ist bereits von Bodendegradation (=Bodenverschlechterung) betroffen und können folglich nicht mehr von den Ökosystemdienstleistungen und der Produktivität des Bodens profitieren, zeigt eine aktuelle Studie. Aber es besteht auch Grund zur Hoffnung.

Anna Steindl und David Fritz, Kommunikation

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Bis zum Jahr 2040 werden schätzungsweise über 9 Milliarden Menschen auf der Erde leben. Die Auswirkungen des raschen Bevölkerungswachstums spürt besonders der Boden. Einer der Hauptgründe für Bodendegradation ist die industrielle Landwirtschaft, die durch den Einsatz schwerer Maschinen, synthetischer Dünger und chemischer Pflanzenschutzmittel zu einem hohen Verlust an Arten und deren Ökodienstleitungen führt. Dies zeigt auch eine im März 2018 veröffentlichte Studie der IPBES (Intergovernmental Science-Policy Plattform on Biodiversity and Ecosystem Services), an der über 100 Experten aus 45 Ländern beteiligt waren. Mindestens 3.2 Milliarden Menschen litten heute schon unter der Bodenverschlechterung. Wachsende Konsumansprüche, der steigende Ressourcenverbrauch, Massentierhaltung und die fortschreitende Verstädterung zehren an der Bodengesundheit. (Siehe auch News auf Rural21…)

Düstere Aussichten, klare Lösungen

1.5 Milliarden Hektar natürlichen Lebensraums wurden bis zum Jahr 2014 in Landwirtschaftsfläche umgewandelt. Bis 2050 bleiben laut IPBES lediglich 10 % natürliche Flächen bestehen. In den nächsten 30 Jahren werden bis zu 700 Millionen Menschen wegen Bodendegradation umzusiedeln müssen.

Bis 2050 werden sich die Ernteerträge um 10% reduzieren – in einigen Regionen sogar um 50%, sagen die Experten. Gerade in Sub-Sahara Afrika ist die Degradation ein grosses Problem, denn dort steigt die Bevölkerung rasch an und der Klimawandel ist heute bereits stark zu spüren.

Die Zeit drängt, aber es ist noch nicht zu spät. Die Autoren des Berichts raten dazu, die Erträge auf den vorhandenen Flächen weiter zu steigern, weniger Fleisch zu essen, Lebensmittel aus Biolandwirtschaft zu kaufen und Lebensmittelverluste zu minimieren. Diese Ziele verfolgt auch Biovision mit dem Projekt «Nachhaltig konsumieren».

Hilfe zur Selbsthilfe wirkt

Die Arbeit von Biovision ist stark mit der Thematik «Bodendegradation» verwoben. Im Rahmen der Agenda 2030 setzen wir uns für die Erreichung des nachhaltigen Entwicklungsziels 15 (SDG 15) – Landökosysteme schützen und Bodenverschlechterung stoppen - ein. In den Projekten in Ostafrika fördern wir die nachhaltige Landwirtschaft und somit die Wiederherstellung degradierter Böden. Durch die Vermittlung von Wissen zu agrarökologischen Methoden und ganzheitlichen Innovationen habe die Menschen in den Projektregionen bereits heute einen direkten Nutzen: gesunde Nahrung und weniger Armut.