20.11.2018

Der Aufbruch hat begonnen

Am Jubiläums-Symposium blickte Biovision zurück auf 20 Jahre echte Hilfe. Die Pionierinnen und Pioniere nahmen über 1'000 Gäste im ausgebuchten Volkshaus in Zürich mit auf Reisen.

20 Jahre echte Hilfe

Er sei immer zu 100 Prozent überzeugt von dem, was er tue und akzeptiere kein Nein, beantwortete Hans Herren mit einem Schmunzeln die Frage, was ein Visionär sei. Der Preis dafür sei ein Haufen Arbeit, führe aber schliesslich zum Erfolg. Das konnte Anne Rüffer, die das Gespräch mit Hans Herren führte, nur bestätigen. Die Journalistin und Verlegerin ist ebenfalls Mitglied der Jury des «Right Livelihood Awards», die Biovision und ihren Gründer Hans Herren 2013 für ihr Engagement mit dem Alternativen Nobelpreis auszeichnete.

Was begeisterte Menschen mit einer Vision alles aufbauen und erreichen können zeigte das Beispiel der Bio-Agronomin Janet Maro aus Tansania. 2008 kontaktierte sie Biovision und fragte bescheiden nach Unterstützung für die Anschaffung eines Notebooks. Mit diesem wollte Janet Maro Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in der Umgebung von Morogoro mit Wissen aus dem Biovision-Infonet beraten und ihnen Kurse in agrarökologischen Methoden anbieten. Aus ihrem kleinen Projekt, das sie zusammen mit ihrem Mann begonnen hatte, wuchs die Organisation «Sustainable Agriculture Tanzania (SAT)», die sie heute als Co-Direktorin leitet. Und mit SAT entstand die erste Bio-Bauernschule Afrikas. Dort vermittelt sie heute mit ihrem 15-köpfigenTeam jährlich hunderten Bäuerinnen und Bauern das Wissen zu nachhaltiger ökologischer Landwirtschaft.

  • «Es war eine Abenteuerreise», fasste Patrick Rohr, Fotojournalist (rechts) die Eindrücke seiner Fotoreportage zusammen.
  • Anne Rüffer (rechts), Journalistin, Verlegerin und Mitglied der Jury des AlternativenNobelpreises im Gespräch mit Hans Herren.
  • Janet Maro, Co-Direktorin von Sustainable Agricultulture Tanzania.
  • «Es braucht Veränderungen in der Politik!» Stefanie Pondini, Biovision und Janet Maro im Gespräch.
  • «Wir wollen das Bewusstsein für den Boden erhöhen!» Marcus Maeder, Künstler/Forscher zu Sounding Soil.
  • «Biologische Vielfalt braucht Teamplay.» Dr. Christian Schöb, Professor für Agroökologie an der ETHZ.
  • Dr. Stefan Diener, Biologe/Insektenexperte Biovision, erklärt, wie aktuellste Forschungsergebnisse in der Praxis umgesetzt werden.
  • Margaret Karanja, Bio-Bäuerin aus Kenya, freute sich über das Wiedersehen mit Patrick Rohr.
  • Zahlreiche Besucher/-innen beteiligten sich an der Pausenaktion «Mitarbeiter/-in seit ...».
  • Die Unterschriften von Patrick Rohr auf den Biovision Wandkalender waren begehrt.
  • Mit einer Infografik erklärte das Team Entwicklungsprojekte den ganzheitlichen Ansatz von Biovision.
  • Kleinbauernfamilien eine Stimme auf der Politik-Ebene zu geben ist das Ziel des Teams von Politikdialog und Anwaltschaft
  • Am Jubliäumssymposium 2018 wurde erstmals die Marke von 1000 Gästen übertroffen.
  • Herzlichen Dank an alle, die diesen eindrücklichen Anlass und «20 Jahre echte Hilfe» ermöglicht haben!

Mehr Eindrücke zum Jubiläums-Symposium finden Sie in unserer Fotogalerie.

 

«Afrikas Zukunft ist grün»

Der bekannte Fotojournalist Patrick Rohr erlebte im Sommer auf Einladung von Biovision eine Abenteuerreise durch Ostafrika. Dort begegnete er vielen Menschen, die die Lebensbedingungen für sich und ihre Familien dank Biovisions ökologischen Anbaumethoden verbessern konnten. Seinen Reisebericht über Afrikas grüne Zukunft erzählte er bildstark in lebendigen berührenden Geschichten. Eine davon lebte wieder auf, als Margaret Karanja aus Kenya zu Patrick Rohr auf die Bühne trat. Sie sei glücklich und stolz, was sie mit ihrem Biogarten für ihre Familie und Nachbarn über die Jahre mit aufgebaut habe. Besonders freue sie sich, dass ihre Enkelin Makayle zur ersten Generation Kenyas gehöre, die ausschliesslich biologisches Gemüse essen könne.

Der Aufbruch hat begonnen

Dr. Christian Schöb, Professor für Agrarökologie an der ETH führte eine angeregte Expertendiskussion mit Dr. Stefan Diener, Biologe und Insektenexperte bei Biovision. So erfuhr das Publikum Wissenswertes über den aktuellen Stand in der Pflanzenforschung und wie die Erkenntnisse aus dem Labor später von Biovision im Feld umgesetzt werden. «Um Lösungen für komplexe Themen wie Ernährungssicherheit oder Klimawandel zu realisieren, braucht es interdisziplinäre Zusammenarbeit, z.B. im Bereich Forschung und praxisorientierten Organisationen wie Biovision», brachte Professor Dr. Schöb das Gespräch auf den Punkt.

Wie wichtig die Zusammenarbeit auf allen Ebenen und zwischen unterschiedlichsten Partnern ist, machte auch Stefanie Pondini, Programmverantwortliche bei Biovision im Bereich Politikdialog und Anwaltschaft deutlich. «Mit Entwicklungsprojekten alleine, können die Stellschrauben in der Politik nicht gestellt werden», schilderte Pondini ihre Erfahrungen, die sie unter anderem zusammen mit Janet Maro bei der Mitarbeit an der Agenda2030 erlebt hatte. Dafür müssen direkt die politischen Entscheidungsträger überzeugt werden. Biovision gibt so Kleinbauern eine Stimme und verleiht ihren Forderungen für den Kurswechsel in der Landwirtschaft mit erfolgreichen Praxisbeispielen glaubwürdig Nachdruck.

Eine Weltpremiere erlebten die Gäste schliesslich mit von Marcus Maeder, der sie auf eine Entdeckungsreise in das Reich der Bodentöne mitnahm. «Jedes Jahr verschwindet weltweit fruchtbares Land in der doppelten Grösse der Schweiz», machte Andi Schriber, CEO von Biovsion, auf die stille Katastrophe aufmerksam. Damit die Ressource Boden die Aufmerksamkeit erhält, die sie verdient, lancierte Biovision deshalb im Herbst mit Partnern aus der Wissenschaft das Zukunftsprojekt Sounding Soil.

Danke allen Mitarbeiter/innen, SpenderInnen, GönnerInnen und Mitgliedern

An ihrem Jubiläums-Symposium unternahm Biovision eine Reise in die Vergangenheit, zog Bilanz über «20 Jahre echte Hilfe» und begab sich schliesslich in die Gegenwart, wo der Aufbruch in die Zukunft bereits begonnen hat. Das grosse Interesse am Anlass beweist den starken Rückhalt, den Biovision bei ihren langjährigen treuen Mitgliedern, Spendern und Gönnerinnen hat. Sie alle gehören zu unseren geschätzten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Hintergrund, ohne die wir unsere Arbeit nicht erledigen könnten.

Herzlichen Dank an alle, die mitarbeiten, indem sie uns finanziell unterstützen. Um diese Mitarbeit zu honorieren, haben wir ihr diese Kampagne gewidmet.

Biovision bedankt sich von ganzem Herzen bei allen Menschen, die mit ihrem Beitrag und finanzieller Unterstützung «20 Jahre echte Hilfe» und die Fortsetzung der Reise möglich machen.

In den Worten von Franz Hohler: «Biovision ist 20 Jahre jung – jetzt geht’s erst richtig los!»