Nachhaltig, ökologisch – aber nicht zu komplex

Am Donnerstag vor Pfingsten wurde die Ausstellung «CLEVER – spielend intelligent einkaufen» zusammen mit der Stadträtin Karin Fehr, Nationalrätin Meret Schneider sowie der Nachhaltigkeitsbloggerin Nina Botzen in Uster eröffnet.

 

von Maggie Haab, Biovision

Neben dem Bächlein im Stadtpark Uster beim Café «8610» hat CLEVER seine Türen ab sofort geöffnet. Die interaktive Ausstellung richtet sich an alle, die wissen wollen, wie nachhaltiges einkaufen im Alltag funktioniert und bietet auch Reservationen für Gruppenführungen sowie Schulklassen an.

Zu Beginn der Eröffnung erläuterte Anna Schöpfer, Projektleiterin und die Nachhaltigkeitsexpertin von Biovision, anhand von Fair-Trade Bio-Bananen das einzigartige Bewertungssystem von CLEVER. Dieses berücksichtigt sechs Dimensionen der Nachhaltigkeit wie beispielsweise den Einfluss eines Produktes und dessen Herstellung auf die Biodiversität, den Flächenverbrauch oder die Wasserverschmutzung.

Die Stadträtin Karin Fehr freute sich über die Ausstellung in Uster erwähnte dass die Stadt über einen «Klima-Massnahmenplan». sowie über Einkaufsempfehlungen für nachhaltige Beschaffungen verfüge. «Somit passt die CLEVER-Ausstellung also bestens zu den aktuellen Aktivitäten im Rahmen des Labels «Energiestadt», welches unsere Stadt auszeichnet.» Neben Mobilität und Wohnen sei die Ernährung, welche zu unserem überdimensionierten ökologischen Fussabdruck führe, wichtiger denn je. Wir müssten «lernen, umweltbewusst und sozialverträglich einzukaufen», so die Stadträtin.

So nachhaltig, wie möglich

Die grüne Nationalrätin Meret Schneider entschied sich für Margarine, statt Butter, da sie sich pflanzlich ernähre und genau hinschaue, wenn es um Ressourcenverbrauch und ums Tierwohl gehe: «Am liebsten würde ich eine Margarine in Bio-Qualität ohne Palmöl kaufen – aber leiden führen die noch nicht alle Läden in ihrem Sortiment.» «Grundsätzlich gilt immer, je pflanzlicher desto besser: Je weniger Tierprodukte, desto kleiner der ökologische Fussabdruck und desto kleiner natürlich auch das Tierleid», erklärte die Nationalrätin. Das Level der Komplexität im CLEVER-Supermarkt gefalle ihr: Es überfordere nicht, sondern liefere einen guten Mix der wichtigsten Kriterien, die man berücksichtigen sollte. «In der Ausstellung haben wir einen guten Durchschnitt jener Produkte, welche in der Schweiz tatsächlich gekauft werden und im Grosshandel erhältlich sind. Das sind leider nicht immer Glanzlichter in Sachen Nachhaltigkeit, aber es geht ja darum, die Realität abzubilden und einen Lern-Effekt zu erwirken», so Anna Schöpfer auf die Frage, warum das Angebot nicht mehr vegane Bio-Produkte enthalte.

Der Einkaufs-Auftrag der Bloggerin und «Sinn-Fluencerin» Nina Botzen führt diese mit drei Freundinnen an den See, aber vorher soll sie für die Gruppe noch Essen sowie ein Shirt einkaufen. An der Kasse bewertet das CLEVER-Programm mittels Spinnendiagramm (Spider), wie nachhaltig ihr Einkauf war: «Ich beschäftige mich in meiner Bachelorarbeit mit dem Thema Nachhaltigkeit – insbesondere bei Kleidung. Auch wenn man zu nachhaltiger Kleidung greift, sollte einem bewusst sein, dass auch dort der Ressourcenverbrauch sehr hoch ist – zwar besser als bei nicht nachhaltig produzierten Textilien, aber insgesamt sehr hoch.»

 «Probiert euch aus und nehmt ein paar Messages mit für den nächsten Einkauf mit», wünscht Meret Schneider den zukünftigen Ausstellungsbesucherinnen. «Und wenn ihr das nächste Mal im Laden steht fragt euch bei kritischen Produkten ‘Soll ich das jetzt wirklich kaufen?’ – und falls ja, dann vielleicht als Ausnahme und nicht jeden Tag.