Die CLEVER-Ausstellung in Chur wurde mit Graffitikünstler Fabian Florin aka «Bane», Stadtrat Patrik Degiacomi und Schuldirektorin Ursina Patt eröffnet. Der Stadtrat lobte die Praxisbezogenheit der interaktiven Ausstellung, die so auch dem Lehrplan 21 entspreche.

 

Stadtrat Patrik Degiacomi wurde klar, dass das Wort «Bio» alleine nicht immer genügt.

von Maggie Haab, Redaktorin

Zusammen mit den Vertreter*innen der Stadt Chur hat die Stiftung Biovision ihre interaktive CLEVER-Ausstellung beim Schulhaus Florentini eröffnet. Ab sofort und bis Ende September können Besucherinnen und Schüler dort ihr Wissen über Konsum und Nachhaltigkeit testen.

Gerade im Bereich der Bildung von Kindern und Jugendlichen möchte die Stadt Chur keine Abstriche machen und darum konnte (mit genügend Abstand und etwas Desinfektionsgel an den Händen) die CLEVER-Ausstellung am Mittwoch 12. August zusammen mit der Schuldirektorin Ursina Patt sowie dem Graffitikünstler Bane eröffnet werden. Dem Stadtrat Patrik Degiacomi war es eine Ehrensache dabei zu sein und natürlich... clever einzukaufen!

Übung macht den Meister
Der Stadtrat lobte die Relevanz der Ausstellung, weil gemäss dem Lehrplan 21 nicht nur theoretisches Wissen, sondern gerade die praktische Anwendung von Wissen wichtig sei. «Das hat uns überzeugt beim Projekt CLEVER», betonte Patrik Degiacomi, «man kann real üben mit konkreten Beispielen und Produkten, die es in den Läden auch wirklich zu kaufen gibt». 

Mit dem Auftrag, ein Abendessen für vier Gäste einzukaufen, nahm die Schuldirektorin Ursina Patt die Herausforderung zum CLEVER-Einkauf an: «An der Kasse hatte ich erst bemerkt, dass ich bei den Champignons etwas reingefallen bin», lacht die Schuldirektorin. Diese Pilze werden auf Torf gezüchtet und machen die einzige rot markierte Position in ihrer Quittung aus.

Nachhaltigkeit heisst auch, nur kaufen, was nötig ist. «Es fängt bei mir selber an», erläutert Ursina Patt ihre Haltung zur Suffizienz: «Ich versuche mich immer zu fragen, ob ich zum Beispiel die neu entdecken Schuhe, die mir gefallen, auch wirklich brauche oder nicht…».

  • Um ein Haar wäre die Heidi-Milch in ihrem Körbli gelandet – Schuldirektorin Ursina Patt
  • Der Nachhaltigkeitsspider der von Bane gewählten Chips lässt zu wünschen übrig.
  • An der Kasse gibts dir Quittung und man erfährt, wer die Rechnung schliesslich zahlen muss: Die Umwelt, die Tiere oder die Pflückerinnen?
  • Das CLEVER-Team in Chur freut sich auf neugierige Bersucherinnen und Schüler, die mehr über Nachhaltigkeit wissen wollen.

Bane, Pringles und die Kompensation
Der aus Chur stammende Graffitikünstler Fabian «Bane» Florin is(s)t viel unterwegs und weiss, dass er bei der Nachhaltigkeit noch etwas zulegen könnte. Immerhin trinkt er möglichst oft Wasser ab dem Wasserhahn:

«Hahnenburger auch im Ausland», das habe er sich mittlerweile angewöhnt. Bane versuchte verantwortungsbewusst einzukaufen. Aber hoppla, an der Kasse leuchten auch bei ihm die Champignons, die Paprika aus Spanien, der Cervelat und die Pringles-Chips rot auf. Mit diesen Produkten im Körbli liegt Bane ganz knapp unter dem Durchschnitt. Das sind immerhin gute Neuigkeiten für die Schüler*innen, welche sich im CLEVER mit Bane messen wollen, denn seine Punktzahl kann mit folgenden den fünf Einkaufsregeln (s. Kasten) leicht übertrumpft werden.

«Ich konnte bei den Pringles leider nicht widerstehen», lacht der Künstler, «aber um das wieder auszugleichen, gehe ich dafür gerne in den lokalen Unverpacktladen «oba aba». Dort gibt es saisonale Bio-Lebensmittel aus der Region Chur».