19.11.2018

Aufbruch zu neuen Ufern

Mit einem Rucksack voller Erfahrungen und Wissen schreitet das Team «Politikdialog und Anwaltschaft» von Biovision voran, um den Prinzipien der Agrarökologie weltweit zum Durchbruch zu verhelfen.

Stefanie Pondini, Biovision

Die «Agrarökologie» erforscht Nahrungsmittelsysteme aus einer gesamtheitlichen Sicht. Nicht die Hektarerträge einzelner Sorten stehen im Fokus, sondern die Produktivität des gesamten landwirtschaftlichen Systems. Zu den Prinzipien der Agrarökologie gehören etwa geschlossene Nährstoff- und Energiekreisläufe, die Integration von Ackerbau und Viehwirtschaft oder die Vielfalt genetischer Ressourcen.

New York, Juni 2016: Wie kann der Hunger in der Welt überwunden werden? In New York bringt
Biovision zusammen mit der senegalesischen Regierung verschiedene politische Meinungsträger
an einen Tisch.

«Weiter wie bisher ist keine Option.» Diese Mahnung, mit der Biovision Präsident Hans Rudolf Herren 2008 das Fazit des Weltagrarberichts auf den Punkt brachte, ist heute in aller Munde. Dennoch werden agrarökologische Praktiken von den Entscheidungsträgern gerne vernachlässigt oder kleingeredet. Das ist gravierend, denn ihre Anwendung birgt das Potenzial, die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern, die biologische Vielfalt zu erhöhen, die Landwirtschaftstechniken dem Klimawandel anzupassen und eine ausgewogene Ernährung und Einkommen für Bauernfamilien zu fördern.

Tatbeweise statt Lippenbekenntnisse

Das Projektteam «Politikdialog und Anwaltschaft» von Biovision hat sich über Jahre mit Verhandlungsgeschick erfolgreich dafür engagiert, dass die Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft als eines der 17 nachhaltigen Entwicklungsziele der UNO gesetzt wurde. Jetzt peilt das Team zwei Schlüsselbereiche für Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft an: Die Forschung und die Politik. Biovision will EntscheidungsträgerInnen zum Umdenken und Handeln bewegen. Insbesondere afrikanische Länder werden bei der Politikplanung und Umsetzung agrarökologischer Massnahmen beraten und unterstützt. Ziel ist die Verbesserung der Ernährungssicherheit, der Klimaresilienz und der allgemeinen Nachhaltigkeit. Das zweite Projekt will die Forschung im Bereich der Agrarökologie stärken. Einer der Schwerpunkte ist die Vernetzung der internationalen Forschungsgemeinschaft mit Investoren, Geberorganisationen und Regierungen. Denn eine gesunde Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung und die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen wird nur mit neuen Erkenntnissen und zukunftsweisenden Techniken im Bereich der Agrarökologie möglich sein.