Klimawandel verschärft Hungersituation weltweit – Agrarökologie als Ausweg

Die Folgen des Klimawandels werden früher und verheerender eintreten als bisher angenommen, Millionen von Menschen sind deshalb zusätzlich von Hunger betroffen. Zu dieser alarmierenden Aussage eines durchgesickerten Zwischenberichts nimmt der Weltklimarat am 9. August jetzt offiziell Stellung. Ein Ausweg ist bekannt, wie eine aktuelle Studie von Biovision, FAO und FiBL zeigt: Agrarökologie.
 

»»Medienmitteilung vom 4. August 2021

 

Ausheben von Wassergräben
Mehr Ernährungssicherheit im ländlichen Äthiopien dank ägrarökologischer Methoden.

Martin Grossenbacher, Biovision

Ende Juni berichtete Agence France-Presse über den Inhalt eines durchgesickerten Entwurfs eines Berichts des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change oder Weltklimarat). Dieser warnt, dass die verheerenden Auswirkungen des Klimawandels viel früher eintreten werden als bisher angenommen, u. a. werden bis zum Jahr 2050 Millionen weitere Menschen von Hunger betroffen sein. Am Montag 9. August nun stellt das IPCC den Bericht an einer Medienkonferenz offiziell vor.

In einer Studie zusammen mit der FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) und dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL hat Biovision wissenschaftlich nachgewiesen, dass Agrarökologie in der Lage ist, die Landwirtschaft vor den Folgen des Klimawandels (Trockenheit, Dürren, Unwetter, etc.) besser zu schützen. Der Leiter der Studie, Fabio Leippert von Biovision, dazu in einem jüngst in der Fachzeitschrift Ökologie und Landbau erschienenen Beitrag:

«Landwirt*innen, die Agrarökologie betreiben, zeigen in der Studie eine erhöhte Widerstandsfähigkeit, die ihnen hilft, sich an den Klimawandel anzupassen. ... Es gibt (also) eine grosse politische Chance, die Agrarökologie als Anpassungsmassnahme an den Klimawandel aufzunehmen. ... Trotz dieser positiven Signale fehlt es aber leider immer noch entschlossenem Handeln – und an Geld! Nur wenn der reiche Westen bereit ist, die ärmeren Länder stärker beim Klimaschutz zu unterstützen, kommt wirklich etwas in Bewegung. Nur dann erhalten Bäuerinnen wie Elizabeth Karimi im globalen Süden eine Chance, in Zukunft mit dem Klimawandel zurechtzukommen.»

Eine nachhaltige Transformation der Ernährungssysteme wurde bereits früher vom IPCC als Hebel identifiziert, um für die Landwirtschaft gegen die Folgen des Klimawandels besser zu wappnen und die Emissionen aus diesem Bereich, der für einen Drittel der Treibhausgase verantwortlich ist, einzudämmen (https://www.ipcc.ch/srccl/). An der Vorbereitungskonferenz («Pre-Summit») zum UN-Gipfel für Ernährungssysteme (Food Systems Summit - FSS) von Ende Juli sprachen sich zahlreiche Minister:innen für eine agrarökologische Transformation aus. Agrarökologie wurde mit Blick auf den FSS im September als eine von sieben wegweisenden Koalitionen bestimmt. Biovision engagiert sich seit mehreren Monaten aktiv auf nationaler und internationaler Ebene den Vorbereitungen des UN-Gipfels vom September (s. Beitrag).