Waldschule in Mpigi

Gesundheitsversorgung, ökologische Landwirtschaft und Waldschutz in Uganda

 

-> Aktuelle News zum Projekt vom 21. Juni 2016

Im Mpigi Distrikt in Uganda setzt sich PROMETRA Uganda gemeinsam mit der "Buyijja Forest School" für die Gesundheitsversorgung der ländlichen Bevölkerung und für die Walderhaltung ein. An wöchentlichen Kursen lernen die angehenden Naturheilerinnen und -heiler, die häufigsten Krankheiten zu erkennen und diese mit Pflanzenmedizin zu behandeln. Nach ihrer dreijährigen Ausbildung kennen sie Hunderte von Heilpflanzen, deren Wirkung, Verarbeitung und Anwendung. Parallel dazu werden sie für die Bedeutung und den Schutz der Wälder sensibilisiert.

Projektziel

Armutsreduktion und verbesserte Lebensbedingungen für die Menschen im Bezirk Buwana in Uganda durch die Stärkung von traditionellem Gesundheitswissen und Intensivierung von ökologischen Anbaumethoden.

Im Demonstrationsgarten der Buyijja Waldschule werden Bäuerinnen und Bauern in ökologischen Anbaumethoden für Gemüse und Heilpflanzen ausgebildet.

Relevanz

Der Mpigi Distrikt in Uganda ist ein wichtiges Wald- und Wassereinzugsgebiet. Die Gemeinschaften in diesem Gebiet sind von den Waldressourcen abhängig. In den letzten Jahren hat die Ausbeutung dieser Ressourcen stark zugenommen und dadurch zur Zerstörung des Waldes und seiner Artenvielfalt geführt. Ausserdem ist die medizinische Versorgung in den ländlichen Gebieten Ugandas unzureichend. Moderne Gesundheitszentren sind kaum vorhanden bzw. unerschwinglich für die rurale Bevölkerung. Die Ärztedichte liegt bei nur einem Arzt auf 20‘000 Personen (Schweiz: 1 Arzt auf 250 Einwohner). Darum ist der unentgeltliche Einsatz traditioneller HeilerInnen in Uganda wichtig für die Basisgesundheitsversorgung auf dem Land. Als respektierte Mitglieder der Gemeinschaft sind sie auch gute Botschafter für einen schonenden Umgang mit der Natur. Ein schonender Umgang mit den bedrohten Wäldern kann am ehesten erreicht werden, wenn sich die Menschen des Wertes ihrer Wälder als Wasserspeicher, als Klimaregulatoren und als Hort von Medizinalpflanzen bewusst sind. Deshalb wurde 2012 in Mpigi eine Waldschule gegründet, welche sich diesen Themen annimmt. In den Kursen der Waldschule zur Aus- und Weiterbildung der HeilerInnen werden auch Grundlagen zu ökologischen Landwirtschaftsmethoden vermittelt, da traditionelle HeilerInnen oft selbst auch Bäuerinnen und Bauern sind. Diese zusätzlichen Kenntnisse können sie in ihrer Tätigkeit als HeilerInnen ihren Patientinnen und Patienten sowie weiteren interessierten Personen weitergeben und übernehmen damit eine wichtige Rolle als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren.

Begünstigte

100 Personen (60 weiblich) erhalten eine dreijährige Ausbildung als traditionelle HeilerInnen. Dazu werden sie wöchentlich in traditioneller Gesundheitslehre und ökologischen Anbaumethoden von Medizinalpflanzen unterrichtet. Zusätzlich werden 240 Mitgliederinnen und Mitglieder der Buyijja Traditional Healers Group (BUTHG) für das Thema der ökologischen Landwirtschaft sensibilisiert. 160 davon erhalten regelmässige Weiterbildungen in ökologischer Landwirtschaft. 1‘000 Personen erhielten eine Behandlung durch im Projekt begünstigte und ausgebildete Heiler oder Heilerinnen. Direkt vom Projekt begünstigt sind insgesamt 1‘340 Personen. Nutzer der Gemeindebibliothek profitieren zudem von den zur Verfügung gestellten Informations- und Lernmaterialien. Zusätzlich benutzten 200 Studentinnen und Studenten sowie 15 Forscherinnen und Forscher die Bibliothek. Familienangehörige der direkt Begünstigten profitieren ebenfalls indirekte durch das verbreite Wissen auf unterschiedliche Weise. Indirekt profitieren daher 5‘875 Begünstigte von den Projektaktivitäten.

In der Grundausbildung lernen die Heilerinnen und Heiler die heimischen Pflanzen und ihre heilende Wirkung kennen.
Das Richten von Knochen und Gelenken steht auf dem Stundenplan der Waldschule

Massnahmen 2016 - 2017

  • Stärkung des Wissens in der Verwendung und Erhaltung einheimischer Medizinalpflanzen sowie des ökologischen Landbaus durch Aus- und Weiterbildung von Heilerinnen und Heilern
  • Verbesserung der Infrastruktur zur Verbreitung von Informationen mittels Demonstrationsfeldern, einer gemeinschaftlich betriebenen Bibliothek mit Informationsmaterialien sowie Theatervorführungen mit Inhalten rund um ökologische Anbaumethoden
  • Stärkung der Partnerorganisation PROMETRA und der lokalen Gemeinschaftsstrukturen (HeilerInnen und Bäuerinnen und Bauern) zur Förderung eines nachhaltigen Umgangs mit natürlichen Ressourcen

Bisher Erreichtes

148 Begünstigte wurden in traditioneller Medizin und ökologischer Landwirtschaft ausgebildet. In der an die Waldschule angegliederten Gemeinschaftsklinik  wurden bisher 480 Personen behandelt. 4 neue Demonstrationsgärten wurden identifiziert und können in Betrieb genommen werden. Die „Buyijja Drama Group“ führte 3 Veranstaltungen durch und konnte so 3‘700 Personen erreichen. 200 Begünstigte besuchten die Bibliothek und eigneten sich so ausserhalb der Kurse Wissen zu ökologischer Landwirtschaft und traditioneller Medizin an.

Übergabestrategie

Längerfristig strebt die Waldschule die finanzielle Unabhängigkeit an. Geldmittel sollen über den Verkauf von Samen und Setzlingen von Medizinalpflanzen, Gemüse und Getreide generiert werden. Ein weiteres geplantes Standbein stellt die professionelle Verarbeitung, Verpackung und Vermarktung von Heil- und Gesundheitsprodukten dar. Ausserdem werden die Produkte aus dem Lehr- und Demonstrationsgarten für ökologische Landwirtschaft von den Mitarbeitern verwendet und tragen zur Versorgung des Projektteams bei.