Aufforstung in Kaliro

Nachhaltiger Lebensunterhalt durch Wiederaufforstung und ökologische Landbau in Uganda

 

 -> Aktuelle News zum Projekt vom 16. Juli 2016 über energieeffiziente Öfen und vom 4. April 2016 über einen geheimen Baumpflanzer und über Diebe, Orangenbäume und verspäteter Regen.

Die steinige Landschaft im Kaliro Distrikt im Osten Ugandas ist nicht für intensive Landwirtschaft geeignet, beherbergt jedoch eine Vielzahl von unterschiedlichen Pflanzen und bewaldeten Gebieten. Die vom vorliegenden Projekt begünstigten Dörfer sind Gadumire, Namugongo und Nawaikoke. Die Begünstigten profitieren von Ausbildungen zur Kultivierung von Bäumen, Erkennung und Behandlung von Baumkrankheiten oder zur Aufbereitung der Böden. Zudem werden die Begünstigten im Unterhalt von energieeffizienten Öfen geschult, welche von lokalen Handwerkern auch selbst produziert werden können und die weniger Feuerholz verbrauchen.

Holz ist ein wichtiges Bau- und Brennmaterial – die Wälder in Kaliro kommen darum zunehmend unter Druck.

Begünstigte

Über 260 Gemeindemitglieder (davon mindestens 40% Frauen) profitieren von Ausbildungen zur Kultivierung von Bäumen. Zusätzlich werden zehn Personen in der Herstellung von energieeffizienten Öfen geschult, die mit weniger Brennholz betrieben werden können. Durch den Verkauf von Setzlingen und diesen Produkten werden neue Einkommensquellen geschaffen. Indirekt profitieren davon 500 Familienmitglieder von teilnehmenden BäuerInnen und Bauern. Nicht zuletzt zieht die Natur und Umwelt ihren Vorteil aus der Wiederaufforstung, was der ganzen Bevölkerung von über 150'000 Menschen im Kaliro District zugutekommt.

Mit energieeffizienten Öfen wird das Problem der Holzrodung minimiert.
Baumriesen verschwinden, weil unter Armut lebende Menschen Holz verkaufen, um ihre Existenz zu sichern.

Massnahmen 2015 - 2016

  • Aufforstung der Region durch Gründung von Bauerngruppen, die für den Aufbau von vier Baumschulen verantwortlich sind.
  • Ausbildung für die Bäuerinnen und Bauern betreffend Auswahl der richtigen Standorte für Bäume, Aufbereitung der Böden, Pflege der Bäume und Rolle von ertragreichen Bäumen für die Steigerung des Lebensstandards.
  • Durchführung einer Studie zur Analyse von geeigneten Marktanschlüssen für Baumprodukte in der Region.
  • Einführung von energieeffizienten Öfen für 200 Haushalte, um den Brennholzbedarf zu reduzieren.

Bisher Erreichtes

In 2015 konnte zu den drei bestehenden Bauerngruppierungen eine weitere neue Gruppierung erfolgreich etabliert werden. Durch diese neue Gruppe wurde die Anzahl Baumschulen auf vier erhöht. In den Baumschulen wurden 40‘616 Setzlinge produziert, bereits 14‘434 davon konnten erfolgreich bei Bäuerinnen und Bauern gepflanzt werden. 313 Begünstigte - davon 121 weiblich - profitierten in den Baumschulen von 11 Trainings über folgende Themen: Vertrieb von Setzlingen, Verwaltung des Lebensunterhalts, Saatgut-Management und Etablierung neuer Baumschulen. Zusätzlich besuchten 380 Besucherinnen und Besucher die Baumschulen.

Zwei regionale Handwerker wurden in der Fabrikation, Reparatur und Instandhaltung der energieeffizienten Öfen geschult. Die Handwerker konnten bis anhin bereits 97 Öfen produzieren, davon sind 41 dieser Öfen bei den Begünstigten in Gebrauch. Die restlichen Öfen werden nach entsprechender Schulung der Begünstigten ebenfalls verteilt.

Zusätzlische Information

Die anhaltende Trockenheit stellt eine grosse Schwierigkeit dar, welche insbesondere für die anfälligeren Setzlinge gefährlich ist. Eine weitere Herausforderung für das Projekt sind Tiere, welche die Setzlinge niedertrampeln oder die Blätter der Pflanzen und Bäume fressen. Ebenfalls sind Krankheiten gerade für Jungpflanzen ein steter Gefahrenherd.

Um den Herausforderungen gerecht zu werden, wird dem ausreichenden Zugang zu Wasser verstärkte Aufmerksamkeit gewidmet. Zusätzlich werden die anfälligen Setzlinge in den Baumschulen besser geschützt. Da vor allem domestizierte Tiere die Schäden an den Setzlingen, Pflanzen und Bäumen verursachen, genügen auch einfache Lösungen, wie zum Beispiel Zäune, um diese Herausforderung zu meistern.