Marktzugang mit ökologischer Landwirtschaft

Agrarökologie als nachhaltiger Lösungsansatz für Kleinbauern- und Viehhirtengemeinschaften in Tansania

Projekt

Das Projekt hat zum Ziel, die Lebensbedingungen von Kleinbauern- und Viehhirtenfamilien in Tansania nachhaltig zu verbessern. Unsere Partnerorganisation SAT (Sustainable Agriculture Tanzania) vermittelt Bauern- und Viehhirtengemeinschaften in Ausbildungskursen agrarökologische Methoden zur Steigerung ihrer Ernteerträge, zu verbesserter Viehhaltung und zum Schutz der natürlichen Ressourcen. Gleichzeitig profitieren Bauern- und Viehhirtengemeinschaften vom gegenseitigen Austausch und stärken damit das friedliche Zusammenleben. SAT schafft mit diesem Projekt diverse Möglichkeiten für lokale Verarbeitung und Vermarktung biologischer Landwirtschaftsprodukte. Durch die enge Zusammenarbeit von Bäuerinnen und Bauern mit lokalen Wissenschaftlern fördert das Projekt eine nachfrageorientierte Forschung im Bereich der Agrarökologie.

Bäuerinnen und Bauern bei einem Ausbildungskurs von SAT in Morogoro.

Relevanz

Mit den Projektaktivitäten möchte Biovision zusammen mit SAT die Armut in der Projektregion Morogoro reduzieren, die Ernährungssicherheit verbessern und durch die wirtschaftliche Zusammenarbeit von Bauern- und Viehhirtenfamilien den Konflikt um Land entschärfen. Die Agrarökologie bietet zudem einen Ansatz, die natürlichen Ressourcen nachhaltig zu nutzen und die Resilienz der ländlichen Bevölkerung gegenüber den Folgen des Klimawandels (z.B. Dürren) zu stärken.

Begünstigte

Zwischen 1'200 und 2'500 Kleinbäuerinnen und -bauern, ca. 200 Viehhirten, 50 Studierende in Zusammenarbeit mit Bauernfamilien, 14 staatliche Landwirtschaftsberater. Hinzu kommen rund 30'000 indirekt begünstigte Personen.

Ziele laufender Projektphase

Konkret stehen folgende fünf Zielfelder im Vordergrund.

  • Bäuerinnen, Bauern und Viehhirten im Bezirk Mvomero wenden agrarökologische Produktionsmethoden an. Die fortlaufenden Projekterfolge dienen anderen Regionen Tansanias als Vorbild, die sie leicht nachahmen und auf ihre Situation anpassen können.
  • Die Wertschöpfungsketten für landwirtschaftliche Produkte im Bezirk Mvomero werden durch eine verbesserte Infrastruktur im Farmer Training Centre, die Einführung einzelner Maschinen und Viehrassen, die gegen Dürre resistent sind sowie durch die lokale Verarbeitung der Ernte gestärkt.
  • Bäuerinnen und Bauern profitieren von gezielter landwirtschaftlicher Forschung, die praxisorientierte Lösungen für ihre Herausforderungen liefert.
  • Bäuerinnen und Bauern erhalten eine Ausbildung und Unterstützung in der Vermarktung ihrer biologischen Produkte und weiteren unternehmerischen Tätigkeiten.
  • Projektaktivitäten werden kontinuierlich überprüft, evaluiert und auf ihre Wirksamkeit geprüft. Die Erfahrungen aus dem Projekt werden in den Dialog mit Politik und Wissenschaft integriert.

Nachhaltigkeit

Besonders wichtig ist, die Bauerngruppen in ihrer Eigenständigkeit zu stärken. Dies geschieht beispielsweise durch "Saving and Lending"-Gruppen, in denen die Bäuerinnen und Bauern gemeinsame Investitionen tätigen. Das erlernte Basiswissen in Buchhaltung und Betriebswirtschaft ermöglicht den Gruppen zudem, ihre Marktaktivitäten selbständig zu dokumentieren und zu verwalten.

Dank diesen wirtschaftlichen Anreizen ist es wahrscheinlich, dass die Begünstigten die Aktivitäten auch nach Ende des Projekts von Biovision und SAT nachhaltig weiterführen. Unser Projekt strebt an, dass die Bauern- und Viehhirtenfamilien durch die Trainings und einem folglich erhöhten Einkommen in Zukunft die Maschinen und die Verarbeitungseinheiten selber unterhalten und finanzieren können. Effiziente und nachhaltig aufgebaute Strukturen sollen eine Replikation des Projektansatzes in weiteren Dorfgemeinschaften begünstigen.

Um solide Strukturen zu erreichen, wird das Projekt nach der Phase 2017-2019 extern evaluiert und, sofern erfolgsversprechend, in eine zweite Phase gehen.