Stopp Malaria

Umweltfreundliche und nachhaltige Malariaprävention in Ostafrika

Projekt

Biovision bekämpft die Tropenkrankheit Malaria mit einem vielseitigen und umweltfreundlichen Ansatz, dem sogenannten "Integrated Vector Management" (IVM). Der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterstütze Ansatz vereint bevölkerungsnahe Präventionsmaßnahmen mit wichtigen gesundheitspolitischen Aspekten.

In unserem Projekt ist demzufolge die Sensibilisierung der Bevölkerung über die Herkunft der Krankheit, die Gefahr von stehenden Gewässern und den wirksamen Einsatz von Moskitonetzen ein wichtiger Bestandteil. Darüber hinaus werden verschiedene Massnahmen des Umweltmanagements durchgeführt: Stehende Gewässer werden wenn möglich trockengelegt und sonst durch speziell ausgebildete "Moskito-Scouts" regelmässig auf Anopheles-Mücken überprüft und bei Bedarf mit biologischem Larvizid behandelt. Auf Ebene der lokalen und nationalen Regierungen werden Gesundheitsfachleute über IVM informiert und entsprechend ausgebildet. Die Erkenntnisse und Erfahrungen aus den drei Projektstandorten liefern den Entscheidungsträgern wertvolle Grundlagen für einen informierten politischen Dialog und effektive Gesundheitspolitik.

Die umweltfreundlichen und kostengünstigen Methoden werden laufend weiterentwickelt und den lokalen Bedürfnissen angepasst. So wird beispielsweise lokale Fischzucht gefördert. Die Fische ernähren sich von den Mückenlarven, tragen also maßgebend zur Reduktion der Mückenpopulationen bei und dienen den Menschen zusätzlich als wertvolle Einkommensquelle oder eigene Nahrungsergänzung.

Ein Moskito-Scout bei der Arbeit: Aufklärung der Bevölkerung ist ein zentraler Bestandteil des Projekts.

Relevanz

Immer noch sterben jährlich fast eine halbe Million Menschen an Malaria (430'000 Todesfälle in 2015), wobei 92% der Todesfälle Afrika betreffen. Der IVM-Ansatz soll dazu beitragen, die Gesundheit der betroffenen Bevölkerung in Kenia und Äthiopien nachhaltig zu verbessern, dabei die Umwelt nicht zu belasten und zusätzliche Einkommensmöglichkeiten zu schaffen.

Begünstigte

Zu den Direktbegünstigten zählen 66'000 Personen aus drei Projektstandorten in Kenia und Äthiopien. Dabei handelt es sich vorwiegend um Kleinbäuerinnen und -bauern sowie SchülerInnen. Dazu kommen politische Entscheidungsträger sowie Fachpersonen aus dem Gesundheitssektor und von Regierungs- und Nichtregierungsinstitutionen, welche an Workshops teilnehmen. Indirekt profitiert die gesamte Bevölkerung der Projektgebiete in Nyabondo und Malindi (Kenia) sowie Tolay (Äthiopien) - rund 212'000 Menschen - von der integrierten Malariaprävention und -kontrolle.

Ziele laufender Projektphase

In der Phase 2016-2018 liegt ein besonderes Augenmerk auf der Nachhaltigkeit der IVM-Aktivitäten: Die aufgegleisten IVM-Aktivitäten, Strukturen und involvierten Personen werden so organisiert, dass eine langfristige, effektive und umweltfreundliche Malaria-Prävention ermöglicht wird.

  • 50% Reduktion der Population von Malaria übertragenden Mücken in den Projektgebieten
  • 50% Reduktion von Ansteckungen in den Projektgebieten
  • 10% Einkommenserhöhung der partizipierenden Haushalte

Bisher Erreichtes

Die Projektteams in Nyabondo und Malindi arbeiten eng und gut mit den lokalen Gemeinde-Organisationen zusammen, wodurch deren Strukturen gestärkt werden und deren Mitglieder neues Wissen und Fähigkeiten für eine effektive Malariaprävention erlernen.

An allen drei Standorten wurden verschiedene Kombinationen der IVM-Massnahmen angewendet. Die Kombination von biologischer Larvenkontrolle, Sensibilisierung der Bevölkerung und Verwendung von imprägnierten Bettnetzen erweist sich dabei am wirkungsvollsten. Die tiefste Malariaprävalenz (1.67%) wiesen Dörfer auf, in denen alle Massnahmen zur Malariabekämpfung durchgeführt wurden. In Malindi sank die durchschnittliche Malariaprävalenz im Jahr 2015 auf 3.7%, während in 2014 noch eine Prävalenz von 7.5% vorherrschte.

Vielversprechende Fortschritte wurden bei der Entwicklung neuer Bio-Pestizide erzielt. Dasicipe konnte die Registrierung des Bio-Larvizids Uzimax abschliessen und ein zweites Produkt zeigte in der Testphase gute Resultate in der Larven- und Mückenbekämpfung. Solche Fortschritte sind sehr wichtig und stellen eine kostengünstige und zukunftsfähige Alternative dar zum derzeit eingesetzten Larvizid Bti, das sehr teuer und für die lokale Bevölkerung nicht verfügbar ist.

Nachhaltigkeit

Durch diverse Sensibilisierungs-Aktionen und gezielte Ausbildung der Bevölkerung lernen die Menschen in den Malaria-betroffenen Gebieten, wie sie sich selber und ihre Familien nachhaltig vor der Krankheit schützen können. Das Projektteam arbeitet eng mit Regierungs- und Nichtregierungsinstituten, dem Gesundheitssektor und verwandten Sektoren zusammen. Diese Art der Zusammenarbeit trägt massgeblich dazu bei, dass bestehenden Strukturen auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene so gestärkt werden dass sie in Zukunft befähigt sind, ihren Beitrag zu einer wirksamen Malaria-Prävention und Kontrolle zu leisten.