Schutz der Biodiversität

Sensibilisierung für eine nachhaltige Nutzung des Ökosystems zur Einkommenssteigerung

 

» Aktuelle Projektgeschichte

Die geschützten Wälder in den Regionen Kakamega und Shimba Hills (Kenia) sowie Usambara Mountains (Tansania) sind wichtige Wassereinzugsgebiete. Auch sind sie Heimat vieler einzigartiger Tier- und Pflanzenarten und dienen als CO2-Speicher. Doch die stetig wachsende Bevölkerung setzt die Wälder unter enormen Druck. Aufgrund fehlender alternativer Einkommensquellen sieht sich die Bevölkerung gezwungen, Wald zu roden, um neue Ackerflächen zu erschliessen oder Brenn- und Bauholz zu erhalten. Durch das unkontrollierte Abholzen sind diese einzigartigen, lebenswichtigen Ökosysteme existenziell bedroht. Das Projekt unterstützt den Schutz dieser Wälder, indem alternative Einkommensquellen geschaffen werden, die Bevölkerung für den Wert des Waldes sensibilisiert und in der systematischen Beobachtung der Natur geschult wird.

Kleinbäuerinnen und -bauern bauen auf ihren Höfen Heil- und Aromapflanzen an und verkaufen diese zu einem fairen Preis an die durch das Projekt aufgebauten Kleinunternehmen. Die Rohstoffe werden dort zu verschiedenen Arzneimitteln wie Salben und Öle weiterverarbeitet, die auf den lokalen und nationalen Märkten vertrieben werden.

Der Kakamega-Regenwald ist der einzige verbliebene tropische Regenwald Kenias. Er ist die Heimat vieler seltener Pflanzen- und Vogelarten und dient den anwohnenden Bauernfamilien als Grundlage für ihren Lebensunterhalt.

Projektziel

Die Lebensbedingungen der Bevölkerung rund um die Wälder in Kakamega, Shimba Hills und Usambara Mountains sollen sich verbessern durch Stärkung und Unterstützung von Kleinunternehmen im Bereich von Medizinal- und Aromapflanzenverarbeitung. Zudem soll eine gezielte Wissensverbreitung und Sensibilisierung der Bevölkerung für eine nachhaltige Nutzung des Ökosystems die Biodiversität schützen.

Relevanz

Die Wälder in Kinango (Shimba Hills in Kenia) und Maranga (Usambara Mountains in Tansania) gehören zu den 25 wichtigsten Biodiversitätsgebieten der Welt. Kakamega ist der letzte verbliebene Regenwald Kenias. Durch das Bevölkerungswachstum wird er zunehmend strapaziert. Um 1900 betrug die Fläche dieses Waldes 240'000 ha. Heute sind noch rund 10 Prozent davon übrig.

Begünstigte

Direkt begünstigt werden rund 1'300 Einwohnerinnen und Einwohner, die von umfassender Schulung zu Biodiversität und Umweltschutz profitieren. Darunter sind auch Schülerinnen und Schüler, die ihre Umwelt mit biologischen Indikatoren und der Beobachtung von Bestäuberinsekten zu überwachen lernen. Weitere 30 Personen erhalten eine Ausbildung im Management eines Kleinunternehmens und rund 450 Bäuerinnen und Bauern sollen ihr Einkommen durch den Verkauf von Medizinal- und Aromapflanzen an die Kleinunternehmen verbessern können.

Heilpflanzen (im Bild: Ocimum kilimandscharicum) werden von Bauernfamilien auf den eigenen Feldern angepflanzt, zu Arzneimitteln weiterverarbeitet und verkauft. Das trägt massgeblich zur Verbesserung ihrer Lebensbedingungen bei und reduziert den Druck auf die umliegenden Wälder.
Mit Videos und Audiomaterial zum Thema Umweltschutz werden Kinder und Jugendliche an Dorffesten für den Wert der Umwelt sensibilisiert.

Massnahmen 2015 bis 2017

  • Aufbau nachhaltiger Kleinunternehmen in der Verarbeitung von Medizinal- und Aromapflanzen zur Einkommensförderung und Entlastung der Wälder als Lebensgrundlage
  • Ausbildung der lokalen Bevölkerung in der nachhaltigen Nutzung des Waldes sowie in der Überwachung ihrer Umwelt mithilfe biologischer Indikatoren und der Beobachtung von Bestäubern
  • Sensibilisierung von Jugendlichen und weiteren Mitgliedern der lokalen Bevölkerung für die Erhaltung der Biodiversität und für den Umweltschutz

Bisher Erreichtes

Über 12'000 Einwohnerinnen und Einwohner, darunter 7000 Schulkinder, in den Projektgebieten besuchten in 2015 Informationsveranstaltungen oder nahmen teil an Umweltschutz-Aktivitäten. In Kakamega wurden über 173 Einwohnerinnen und Einwohner intensiv unterrichtet in Bio-Monitoring, Bienenhaltung, ökologischer Landwirtschaft und Umweltbildung. Durch Feldbesuche wurden weitere 1'500 Menschen sensibilisiert zu diesen Themen.

Die Muliru Farmers Conservation Group (MFCG) konnte über 8'000 Dollar einnehmen durch den Verkauf ihrer Produkte, darunter 73 Liter der Heilpflanze Olicum kilimandscharum ans icipe. Das Insektenforschungszentrum verpflichtete sich für den weiteren Einkauf von 1'000 Liter in 2016.

Übergabestrategie

In der aktuellen Projektphase werden die Gemeinschaftsmitglieder darin unterstützt, die Effizienz ihrer Kleinunternehmen (Organisation, Ertrag und Management) nochmals zu verbessern, Produkte zu diversifizieren und den Umsatz nachhaltig zu steigern. Ausserdem wird die Bevölkerung verstärkt in Umweltaktivitäten involviert. Die zusätzlichen Einnahmen aus den Eintrittspreisen für die Bestäubergärten und dem Profit der Kleinunternehmen sollen zukünftig neue Investitionen in Projektaktivitäten ermöglichen. Dies garantiert auch nach dem Ausstieg der Projektpartner die Weiterführung der bestehenden Aktivitäten.