Push-Pull

Push-Pull ist eine integrierte, umweltfreundliche und nachhaltige Anbaumethode. Sie steigert die Erträge, indem sie Schädlinge bekämpft, gegen Trockenheit schützt und die Bodenfruchtbarkeit auf natürliche Art und Weise verbessert. Zwischen Mais oder Hirse wird Desmodium gepflanzt, welches durch seinen Geruch die Stängelbohrer-Motten vertreibt - Push - und dazu beiträgt, dass der Boden Feuchtigkeit besser aufnehmen und speichern kann sowie die Fruchtbarkeit durch Stickstofffixierung erhöht. Zudem dezimiert Desmodium das ertragsmindernde Unkraut Striga.

Um die Felder herum wird Napiergras oder Brachiaria gepflanzt, welches die Motten aus dem Feld herauslockt - Pull. Die Larven der Schädlinge ersticken dann in der klebrigen Blattmilch. Napiergras, Brachiaria und Desmodium sind ausserdem willkommenes und gesundes Zusatzfutter für das Vieh.

Die Push-Pull-Methode wurde am Internationalen Insektenforschungsinstituticipe in Nairobi entwickelt. Biovisions Projekte zur Verbreitung dieser Methode - PH-01, PH-05 und PH-08 - laufen seit 2006 in Kenia und wurden später auch in Tansania, Uganda und Äthiopien eingeführt. PH-12 läuft neu seit 2016 auch in Malawi und Sambia.

Entwicklungsziel

Ernährungssicherheit und höhere Einkommen durch intensivierte Verbreitung der Push-Pull-Anbaumethode und Förderung der Wertschöpfungsketten in Ostafrika.

Unterschied klar sichtbar: Links im Bild wächst der Mais mit Push-Pull-Methode, rechts im Bild wächst er ohne sie.

Relevanz

In Ostafrika lebt ein grosser Teil der ländlichen Bevölkerung von der Landwirtschaft. Die meisten davon sind Familien, welche einen Kleinbetrieb auf wenig Land bewirtschaften. Doch Schädlinge, ausgelaugte Böden und Trockenheit machen den Bauernfamilien zu schaffen. Es mangelt an angepassten und nachhaltigen Methoden, um die Erträge zu steigern. Die Push-Pull-Methode bietet hier Abhilfe. Durch ihre vielfältige Wirkung kann sie die Erträge um bis zu 300% steigern.

Begünstigte

Insgesamt profitieren rund 57'870 Kleinbäuerinnen und -bauern in allen Projektregionen von diversen Projektaktivitäten des Push-Pull-Programms. Die 3'420 Direktbegünstigten in der Projektregion Zentralkenia beispielsweise profitieren nebst Schulungen über die Anwendung der Push-Pull-Methode noch vom Wissenstransfer über die Verarbeitung und die Vermarktung ihrer Überschussproduktion. Indirekt profitieren über 290'000 Familienmitglieder der begünstigten Bäuerinnen und Bauern von einer besseren Ernährungssicherheit.

Ziele 2015 - 2017

  • Förderung von innovativen und partizipativen Methoden zur nachhaltigen Verbreitung der Push-Pull-Anbaumethode sowie Stärkung von lokalen und regionalen Partnerschaften
  • Bildung von Bauernkooperativen zur Nutzung von Synergien in der Vermarktung, dem Vertrieb und der Weiterverarbeitung der überschüssigen Produktion
  • Förderung der Gleichstellung von Geschlechtern durch die Einführung zusätzlicher Verbreitungsmethoden, die auch für Frauen und benachteiligte gesellschaftliche Gruppen einfach zugänglich sind
  • Verbesserter Zugang zu Saatgut wie Desmodium, Napier- und Brachiariagras durch die Stärkung lokaler Produktions- und Vertriebssysteme, inklusive Gründung einer neuen privaten Saatgutfirma
  • Zugang der Kleinbäuerinnen und -bauern zum Markt für landwirtschaftliche Produkte
  • Errichtung von Push-Pull-Demonstrationsfeldern (mindestens eins pro Distrikt im Projektgebiet) in Ausbildungszentren für Bäuerinnen und Bauern

Bisher Erreichtes

Seit Projektbeginn 2006 wenden bereits rund 123'000 Bäuerinnen und Bauern in Ostafrika die Push-Pull-Anbaumethode erfolgreich an. Im Jahr 2015 konnten beinahe 100 neue Bauerngruppen in der Push-Pull-Anbaumethode geschult und mit Napiergras-, Brachiaria- und Desmodium-Saatgut ausgestattet werden. Im selben Jahr entstanden auch eine erste Videoserie sowie ein Comiclehrbuch in Englisch und Swahili über die Push-Pull-Methode - siehe unten.