Fruchtfliegenkontrolle

Bessere Mangoerträge dank integrierter Schädlingskontrolle in Kenia und Äthiopien

Projekt

 -> Aktuelle Projektgeschichte: Invasion exotischer Feinde

In Kenia sorgen Fruchtfliegen für grosse Ertragseinbussen bei den Mangos. Die Schädlinge können jedoch mit einer innovativen Kombination umweltfreundlicher Massnahmen kontrolliert werden (Integrated Pest Management, IPM). Dazu gehören die konsequente Entfernung befallener Mangos, die Überwachung der Fliegenpopulation und die gezielte Bekämpfung mit Duftfallen. Wichtig ist dabei die biologische Kontrolle der Insekten mit Biopestiziden oder natürlichen Feinden. Letzteres geschieht mit Schlupfwespen, die ihre eigenen Eier in die Brut der Mango-Schädlinge legen. Die Wespenlarven befallen die Eier bzw. die Larven der Fruchtfliegen und dezimieren so deren Bestand. Im Rahmen des Projekts werden die Wespen gezüchtet und in den Mango-gärten ausgesetzt. Die Bäuerinnen und Bauern lernen dann, die Wespen in ihren Baumgärten anzusiedeln. Mit IPM können die Fliegenpopulationen in Schach gehalten und die Qualität und Quantität der Ernte markant gesteigert werden.

Relevanz

Die Mango-Produktion hat in den letzten Jahren in Kenia an Bedeutung gewonnen und stellt eine wichtige Nahrungsquelle dar. Die Früchte sind gefragt und bilden eine gute Verdienstmöglichkeit für Kleinbäuerinnen und -bauern. Aufgrund der strengen Quarantänebestimmungen werden Früchte, die von Fruchtfliegen befallen sind, für den Export gesperrt und die Landwirte damit von diesem Markt ausgeschlossen.

Im Kampf gegen die Fruchtfliegen-Invasion stehen die Mango-Produzentinnen und -Produzenten mit konventionellen Massnahmen vor einem scheinbar unlösbaren Problem.

Begünstigte

2‘800 Mango Produzentinnen und Produzenten profitieren direkt von höheren Mangoernten sowie einer verbesserten Qualität ihrer Produkte, was zu einer Einkommensverbesserung und zu Exportmöglichkeiten führt. Der Frauenanteil liegt mit 800 Mangobäuerinnen bei 30% der direkt Begünstigten. Unter den Begünstigten werden 25 Landwirtschaftliche Berater, 37 Mitarbeiter des National Agricultural Research System „NARS“ und 8 weitere Mitarbeiter (Quarantine Officers) in Bezug auf die IPM (Integrated Pest Management) Technologie geschult und profitieren so vom zusätzlichen Wissen. Weiter profitieren 12‘200 Personen von der verbesserten Nahrungssicherheit. Davon profitieren 5‘700 Personen, welche im Kleinhandel, in der Verarbeitung und im Export tätig sind indirekt von zusätzlichen Arbeitsplätzen. 

Ziele laufende Projektphase

  • Dokumentation des von Fruchtfliegen angerichteten Schadens in der Mangoproduktion an den neuen Projektstandorten in Kenia und Äthiopien
  • Einführen und Adaptieren von bisherigen und neu entwickelten Fruchtfliegenkontrollmassnahmen (IPM) an den neuen Standorten
  • Grossflächige Freilassung von natürlichen Feinden der Fruchtfliegen und Überwachung derer Verbreitung
  • Ausweitung der IPM-Massnahmen und Stärkung der Mango-Wertschöpfungskette durch gute landwirtschaftliche Praxis

Bisher Erreichtes

In der ersten Projektphase (2013) konnten in Meru dank der Anwendung integrierter Schädlingsbekämpfungsmassnahmen 23% mehr Früchte produziert und 30% mehr Mangos verkauft werden. Der Verkaufspreis pro Kilogramm Mango steigerte sich um rund 65% aufgrund der durch Projektaktivitäten verbesserten Qualität der Früchte. Einkommensverbesserungen von bis zu 48% konnten erzielt werden. Wöchentliche Produktion und Freisetzung von über 16000 Schlupfwespen. Fast 12‘000 IPM-Startpakete mit Fliegenfallen, zwei Duftstoffrationen und Informationsmaterialien wurden an Mangobäuerinnen und -bauern verteilt. 45 Trainer wurden in IPM ausgebildet und geben ihr Wissen weiter.

Nachhaltigkeit

Die Züchtung und Freisetzung der Nützlinge benötigen intensive technische Betreuung und Beratung. Die Freigesetzten Nützlinge vermehren und verbreiten sich anschliessend jedoch selbstständig. Sie benötigen keine zusätzliche Pflege. Die Bäuerinnen und Bauern müssen lediglich sicherstellen, dass der Lebensraum der Nützlinge nicht durch Pestizide oder andere äussere Einflüsse negativ Beeinflusst wird. Zusätzlich gewährleistet die kürzlich gebaute Lockstoffproduktionsanlage Zugang zu kostengünstigeren und lokal vorhandenen Lockstoffen auch nach Projektende.

Zusätzlich wird in den kommenden Projektphasen die Bildung von Partnerschaften zu zielverwandten Anspruchsgruppen ausgebaut sowie intensiviert. Es soll garantiert werden, dass Netzwerke aufgebaut sind, welche einen Wissens- und Erfahrungsaustausch gewährleisten.

Zusätzliche Informationen

Informationen zum Projekt können über die neu erstellte Website zur afrikanischen Fruchtfliege eingesehen werden (www.icipe.org/research/plant-health/fruit-fly-ipm). Innerhalb des Fernsehprogrammes "Shamba shape up" (www.shambashapeup.com) wurden die Projektaktivitäten bereits portraitiert. Die Sendung erreicht durchschnittlich mehr als 10 Millionen Zuschauer in Ostafrika.