Vielfalt auf dem Feld und im Teller

Verbesserter Anbau von traditionellen Gemüsesorten schafft ausgewogene Ernährung in Kenia

Projekt

Das Projekt fördert den Anbau von lokalem Blattgemüse für Vielfalt auf dem Feld und Ausgewogenheit in der Ernährung. Erhalt und Förderung der Biodiversität auf den Feldern und in den Hausgärten tragen zu einer gesunden Umwelt und einer stabileren landwirtschaftlichen Produktion bei, während die Nahrungsvielfalt zu einer verbesserten Gesundheit führt.

Mitglieder der Bauerngruppen im Projekt lernen qualitativ hochwertiges Saatgut von lokalem Blattgemüse zu produzieren und zu vermarkten; das Wissen rund um den Blattgemüse-Anbau, das Marketing und den Konsum wird ausserdem dokumentiert. Neben der Verfügbarkeit von traditionellen Gemüsesorten auf lokalen Märkten steigt auch die Verfügbarkeit qualitativ hochwertigen Saatguts in der Region. Dies wiederum wird zu einem erhöhten Konsum nährstoffreicher Nahrung und folglich zu einer besseren Ernährung führen.

Bäuerinnen und Bauern lernen den verbesserten Anbau von traditionellem Blattgemüse in einem Demonstrationsgarten in Vihiga-County.

Relevanz

Es besteht zunehmend Einigkeit darüber, dass sowohl Biodiversität in der landwirtschaftlichen Produktion als auch Vielfalt im Konsum massgeblich zur Bekämpfung von Mangelernährung beiträgt. Die geringe Ernährungsvielfalt ist ein entscheidender Faktor für den „Verborgenen Hunger“ in Entwicklungsländern, wo die Speisen oftmals aus stärkehaltigen Grundnahrungsmitteln bestehen, hingegen nährstoffreiche Nahrungsmittel wie tierisches Eiweiss, Früchte und Gemüse fehlen. Vielfalt im Gemüseanbau ist eine reiche Quelle für natürliche Vitamine und Nährstoffe, durch die sich die Begünstigten ausgewogen ernähren können. 

Erste Forschungsergebnisse aus dem Projektgebiet zeigen eine hohe Rate von Kindern unter zwei Jahren mit Wachstumshemmungen. Zudem ist jede vierte Frau im gebärfähigen Alter von Übergewicht und Fettleibigkeit durch Fehlernährung betroffen. Nichtsdestotrotz hat die Region Vihiga eine relative hohe Biodiversität. Dies macht sie zu einem idealen Standort für das Projekt. 

Begünstigte

Rund 5720 Mütter von Kleinkindern werden von der Ernährungsberatung profitieren, ihr Wissen über ausgewogene Ernährung erweitern und ihre Gesundheit verbessern. Zudem profitieren bis zu 175 Mitglieder der Bauerngemeinschaft (davon 67% Prozent Frauen) vom Know-how unserer lokalen Partnerorganisation WeRATE in der Produktion von Blattgemüse-Saatgut. Ungefähr 30 ausgewählte Personen von NGOs, dem Gesundheitsministerium und dem Landwirtschaftsministerium, aber auch „Community Health Volunteers“ erhalten Fachwissen über die Wichtigkeit und Umsetzung von Landwirtschaftsinitiativen für eine ausgewogene Ernährung.

Ziele laufende Projektphase

  • Detailliertes lokales Wissen über traditionelles Blattgemüse dokumentieren und Produktion, Anbau, Verkauf und Konsum von Blattgemüse fördern– mittels reich bebildertem Lehrmaterial, das Bioversity International entwickelt hat, um auch Menschen mit tieferem Bildungsniveau zu erreichen.
  • Trainings für „Community Health Volunteers“ (ehrenamtliche Gesundheitsberater und –beraterinnen) in den Gemeinschaften, die mit Ausbildungsmaterialien zu lokal erhältlichen Gemüsesorten Mütter von Kleinkindern über eine ausgewogene Ernährung unterrichten.
  • Trainings für die Saatgutproduktion von lokalem Blattgemüse, dessen ökologische Anbaumethode im Gemüsegarten und die Vermarktung von Saatgut und Produkten an Märkten, in Schulen und in Restaurants.
  • Einrichten von Beratungszentren für Bauernfamilien, wo Informationen und Trainings zu vielfältigem Gemüseanbau und zu  einer ausgewogenen Ernährung für die Gemeinschaften angeboten werden.

Nachhaltigkeit

Alle Aktivitäten führen lokale Organisationen in Zusammenarbeit mit den Gemeinschaften durch, so dass diese auch Eigenverantwortung übernehmen und die Aktivitäten nach Projektende weiterführen können. In Austauschprogrammen mit benachbarten Bauerngruppen wird den Teilnehmern das Know-how vermittelt, wie man die Beratungszentren aufbaut. Durch diesen Austausch von Produzent zu Produzent werden die Projektresultate weiterverbreitet und Bauernfamilien werden über den Projektstandort und die Projektphase hinaus erreicht.