PushPull Zentralkenia

Nachhaltige Landwirtschaft und ländliche Entwicklung in Zentralkenia

„Push-Pull“ (www.push-pull.net) ist eine integrierte, nachhaltige Anbaumethode, welche Mais- und Hirseerträge und die Bodenfruchtbarkeit verbessert: Einerseits werden die Stängelbohrer-Motten durch den Geruch von Desmodium, das zwischen Mais und Hirse gepflanzt wird, vertrieben („Push“). Um die Felder wird Napiergras gepflanzt, das die Motten aus dem Feld lockt („Pull“). Desmodium kann ausserdem Stickstoff fixieren. So werden die Erträge ohne Einsatz von Kunstdünger und Pestiziden verbessert. Das Napiergras ist ausserdem ein willkommenes und gesundes Zusatzfutter für das Vieh. Das von Biovision unterstützte Projekt befindet sich nun in der vierten Phase und fokussiert auf die Erarbeitung von Mehrwerten aus der nachhaltigen Landwirtschaft sowie der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Methoden für Haushalte in Zentralkenia.

Verständliches Informations-Material in Form von Comics und Handbüchern informiert über die Push-Pull Methode.

Relevanz

Die meisten Kleinbäuerinnen und –bauern in der Region verfügen über 0.9 bis 2 Hektaren Land, auf dem sie Mais und andere Feldfrüchte anbauen. Doch genug des wichtigsten Grundnahrungsmittels Mais zu produzieren ist eine grosse Herausforderung: Zu schaffen machen mangelnde Boden-fruchtbarkeit und Schädlinge, wie der Stängelbohrer. Ertragsverluste beim Mais liegen deshalb bei bis zu 60%.

Die Nahrungssicherheit und Situation der Kleinbäuerinnen und -bauern wird so entscheidend verbessert, insbesondere im Hinblick auf die Herausforderungen des Klimawandels.

Begünstigte

In Zentralkenia profitieren rund 1700 Kleinbauernfamilien direkt von Informationen über ökologische Methoden und verbessern damit ihre Ernten, die Milchleistung ihrer Tiere und erlernen die Verarbeitung und Vermarktung ihrer Produkte. Ausserdem profitieren zusätzlich über 15‘000 Personen indirekt durch verbesserte Nahrungssicherheit.

Ziele 2013 bis 2014

  • Im sechsten Projektjahr rückt die Etablierung einer Wertschöpfungskette vom Produzenten bis zum Konsumenten ins Zentrum, um aus der bisher erreichten Überschussproduktion eine solide Einkommensbasis zu generieren. Das Ziel der Armutsreduktion und Verbesserung der     Lebensumstände für die ländliche Bevölkerung in Zentralkenia rückt damit einen grossen Schritt näher. Aber auch die weitere Verbreitung der Push-Pull Methode mit Trainings an Bauernschulen und gezielter Informationsverbreitung bleibt ein wichtiges Element dieses Projekts
  • Ein weiterer Schwerpunkt bildet die Verbesserung der Produktion von Napiergras und Desmodium mittels weiterer Ausbildungen
  • Die Methoden für die Konservierung des selbst produzierten Viehfutters soll den Bäuerinnen und Bauern näher gebracht werden. Damit wird die Futterversorgung zu geringeren Kosten über das ganze Jahr sichergestellt und die Milchproduktion kann über das ganze Jahr Einkommen generieren
  • Des weiteren sollen Forschungsprojekte Lösungen für neue Herausforderungen in der Push-Pull Methode finden (z.B. von der globalen Klimaveränderung hervorgerufener biotischer Stress, der sich in vorangegangenen Projektphasen manifestiert hat) und diese zusammen mit den Bäuerinnen und Bauern testen und verbreiten
  • Von den Direktbegünstigten der Push-Pull Methode hatten bis 2012 rund 50 Prozent sicheren Zugang zu Nahrungsmitteln; in der kommenden Phase soll diese Zahl auf 70 Prozent gesteigert werden

Bisher Erreichtes

Seit Beginn des Projekts konnten 71 „Schulen auf dem Bauernhof“ aufgebaut werden, an denen praktische Trainings über nachhaltige Landwirtschaft für über 4‘000 Bäuerinnen und 2‘000 Bauern durchgeführt wurden. Gleichzeitig wurde die Methode weiterentwickelt und verständliches Informationsmaterial sowie komplette Push-Pull „Start-Pakete“ mit Desmodium-Samen an die Bäuerinnen und Bauern verteilt.
Ein Farmer im Projekt wurde 2013 vom Landwirtschafts-ministerium für seine Leistungen im biologischen Landbau und in der Haltung von Milchziegen geehrt.

Zusätzliche Informationen

Das Durchschnittsalter der Kleinbauern und Kleinbäuerinnen ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Das Projektteam hat nun erkannt, dass speziell bei Jugendlichen das Interesse für die Landwirtschaft geweckt werden sollte, denn sie sind die Bauern und Bäuerinnen der Zukunft.