Frühwarnsystem gegen Rifttalfieber

Eindämmung der Tierkrankheit in Kenia

Projekt

Das Rifttalfieber (Rift Valley Fever RVF) tritt in Ostafrika und dem mittleren Osten seit den 1930er-Jahren unregelmässig auf und wird von infizierten Stechmücken auf Tiere übertragen. Menschen werden selten direkt infiziert, aber durch den Konsum von Fleisch von kranken Tieren können auch Menschen angesteckt werden.

Ziel des Projekts ist es, den Krankheitserreger (Virus) zu lokalisieren, Risikogebiete frühzeitig zu identifizieren und im Falle eines Ausbruchs gezielte Schutz-impfungen durch staatliche Behörden durchführen zu lassen. Dazu ist Wissen über die spezifischen Mücken, die Träger (Vektoren) der Viren, notwendig. Mitarbeiter der lokalen Gesund-heitsbehörden, Community Health Workers, helfen, indem sie Informationen und potenziell infizierte Moskitos an das Internationale Insektenforschungszentrumicipe in Nairobi schicken. Dort werden die Mücken auf den RVF-Erreger untersucht und gefährdete Gebiete identifiziert. Diese Informationen fliessen dann in einen nationalen Notfallplan.

Ist ein Tier erkrankt, muss der Viehhalter richtig reagieren können: Lokale Projektmanager und tierärztliche Behörden vermitteln die nötigen Informationen, um eine Verbreitung unter den Tieren, aber auch die Übertragung auf den Menschen zu verhindern. Als konkret zu ergreifende Massnahme werden die kranken Tiere von den gesunden getrennt, tiergerecht geschlachtet und verbrannt, wobei Kontakt mit dem Blut der Tiere verhindert werden muss.

Schafe, Ziegen und andere Nutztiere sind oft Opfer des durch Mücken übertragenen Rifttalfiebers.

Relevanz

Betroffen sind vor allem Hirtenfamilien und ihre wichtigste Lebensgrundlage, die Herdentiere. Beim letzten RVF-Ausbruch 2006/2007 in Kenia wurden über 1‘100 Menschen infiziert. Der Verlust wegen erkrankter Tiere belief sich auf 9 Mio. USD.

Begünstigte

Ende 2016  wurde aufgrund der Sicherheitslage der Projektstandort von Garissa County nach Isiolo County verlegt. Im aktuellen Projektgebiet profitieren rund 600 Personen und ca. 40 Gesundheitsfachleute von den Massnahmen. Im Falle einer Rifttalfieber-Epidemie wären im Isiolo County schätzungsweise bis zu 100‘000 Menschen direkt und indirekt betroffen.

Ziele laufende Projektphase

  • Überwachung der krankheitsübertragenden Stechmücken und Training von staatlichen Gesundheitsbeauftragten und zusätzlichen Direktbegünstigten
  • Prävention durch Analyse des Wissenstandes in der Bevölkerung mittels einer KAP-Studie (Wissen, Haltung und Praxis) und Durchführung von Schulungsmassnahmen
  • Optimierung des staatlichen Massnahmenplans und Erstellung eines Notfallplans

Bisher Erreichtes

In einer ersten KAP-Umfrage (Knowledge, Attitude and Practices )in Garissa wurden 500 EinwohnerInnen zum Rifttalfieber und zur Rolle der Moskitos bei dessen Verbreitung befragt. Ziel war es, einheimisches Wissen zum RVF zu sammeln. Die Umfrage stand unter der Federführung von 10 trainierten Gemeindemitgliedern. Die Datenerhebung konnte letzten Oktober abgeschlossen werden.

Im Gebiet Garissa wurden 41 Gesundheitsbeauftrage (Community Health Workers) in der Früherkennung und Prävention von RVF ausgebildet.  Sie lernten, wie sie RVF-Mücken erkennen und von anderen, z.B Malaria-übertragenden Moskitos, unterscheiden können. Ebenso erfuhren sie, wie sie Moskito-Fallen aufstellen können. Ausserdem wurde mit 350 Haushalten aus vier Dörfern in regelmässigen Treffen Informationen zum Rifftalfieber vermittelt und Möglichkeiten der Prävention aufgezeigt.

Nachhaltigkeit

Trotz des frühzeitigen Abbruchs des Projekts in Garissa County stehen die Chancen gut, dass die Präventions- und Früherkennungsmassnahmen weitergeführt werden und die Bevölkerung entsprechend profitiert. Das Projekt hat von Anfang an auf die bestehenden Gesundheitsstrukturen aufgebaut und eng mit den lokalen Gesundheitsverantwortlichen zusammengearbeitet. So ist es nun beispielsweise möglich, dass die Gesundheitsfachleute die Überwachung von RVF und Sensibilisierungsarbeit im Bereich der Prävention in ihre offizielle Arbeit aufnehmen. Das Projekt dient weiterhin auch als Vorzeigeprojekt, um die lokalen Behörden wie auch die Gesundheitsinstitute dazu zu motivieren, langfristig die Aktivitäten in ihre Strategien und Budgets zu integrieren.

Zudem hat sich in den vergangenen Projektphasen gezeigt, dass durch die aktive Integration der lokalen Bevölkerung ein wichtiger Grundstein gelegt werden konnte, welcher eine langfristige Hilfe zur Selbsthilfe in der Problematik des Rifttalfiebers darstellt. Die direkt begünstigten Personen sind hoch motiviert, einen Beitrag zur Bekämpfung des Rifttalfiebers leisten zu können und legen ein wichtige Basis für eine langfristige lokale Verankerung und Fortführung der Aktivitäten.