International

Stopp DDT

Förderung von effizienten und umweltfreundlichen Alternativen zum chemischen Pestizid

Projekt

Malaria wurde bis in die 1970er Jahre mit DDT, einem Insektizid, bekämpft. Bedenken wegen seiner toxischen Wirkung, seiner Persistenz in der Umwelt und seiner Konzentration in der Nahrungsmittelkette führten zu Beschränkungen und weltweiten Verboten. In den letzten Jahren begannen jedoch einige Entwicklungsländer das schwer abbaubare Insektizid DDT zur Bekämpfung von Malaria erneut zu nutzen. Darum treibt das Biovision-Projekt „Stopp DDT“ durch politische Massnahmen ein Verbot gegen den Einsatz von DDT voran und fördert die Gesundheit der Menschen und ihrer Umwelt nachhaltig, welche wirksame und umweltschonende Malaria-Bekämpfung unterstützen. Im Rahmen dieses Projekts ist Biovision auch seit 2014 aktives Mitglied der Swiss Malaria Group (SMG) und sensibilisiert die Öffentlichkeit über die Relevanz von nachhaltiger Malaria-Bekämpfung.

Parallel arbeitet ein weiteres Projekt von Biovision „Stopp Malaria“ in Kenia und Äthiopien und bekämpft die Tropenkrankheit Malaria mit der Anwendung und der Verbreitung vom umweltfreundlichen Ansatz „Integrated Vector Management“ (IVM).

Der Vertreter aus Ghana, Sam Adu-Kumi, unterstützt an der COP in Genf im Namen der Afrikanischen Gruppe mit 54 Ländern die Umsetzung der Roadmap.

Relevanz

DDT ist ein langlebiges Gift, das die Gesundheit der BewohnerInnen von besprühten Innenräumen gefährdet. Der unsachgemässe Einsatz schadet auch die landwirtschaftliche Produktion in der Umgebung betroffener Siedlungen. Hinzu kommt, dass die Malaria-übertragenden Mücken Resistenzen gegen das Gift entwickeln – somit verliert der Einsatz von DDT an Wirkung. Unser Projekt setzt sich zum Ziel, ein Verbot von DDT auf politischer Ebene voranzutreiben und gleichzeitig die Wirkung von umweltfreundlichen Alternativen zu fördern und international zum Durchbruch zu verhelfen.

Begünstigte

Weltweit werden Menschen und ihre Umwelt in Malaria-Gebieten von den Risiken des DDT-Einsatzes befreit. Mit parallel laufenden Projekten zur nachhaltigen Malaria-Kontrolle kann die oft tödliche Krankheit massiv reduziert werden. Die restlichen Fälle können mit ausreichender medizinischer Versorgung geheilt werden.

Ziele laufender Projektphase

  • Stärkung des internationalen politischen Rahmenwerks zur reduzierten Abhängigkeit und letztendlicher Eliminierung vom DDT-Einsatz in der globalen Malariabekämpfung
  • Förderung und Verbreitung von sicheren, effizienten und umweltfreundlichen Massnahmen zur Bekämpfung von Malaria (IVM) auf internationaler sowie nationaler (Kenia) Ebene.
  • Biovision ist Mitglied der Swiss Malaria Group (SMG), welche durch verschiedene Aktivitäten Schweizer Leitfiguren und die Öffentlichkeit über die Relevanz von nachhaltiger Malaria-Bekämpfung sensibilisiert.

Bisher Erreichtes

In 2016 wurde die Berner-Malaria-Deklaration unterzeichnet. Biovision nahm als Mitglied der Swiss Malaria Group teil am öffentlichen Sensibilisierungsevent und fungierte als Podiumsgast am anschliessenden hochrangigen Symposium zur Rolle der Schweiz in der globalen Malariabekämpfung.

Im Mai 2015 verabschiedete die Stockholmer Konvention zu langlebigen organischen Schadstoffen einen Fahrplan zur Förderung der umweltfreundlichen Bekämpfung von Insekten, die Malaria und andere tödliche Krankheiten übertragen. Die ursprüngliche Idee zum Fahrplan entstammt aus einem Diskussionspapier, auf das sich Regierungsvertreter und Repräsentanten von internationalen Organisationen, der Zivilgesellschaft und der Privatwirtschaft an einer von der Stiftung Biovision im März 2013 organisierten Tagung geeinigt hatten. Dieser Entscheid ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur weltumspannenden Eliminierung des Umweltgiftes DDT. Gleichzeitig ist dies eine Anerkennung der von Biovision unterstützten Strategie der Malariabekämpfung und schafft so die Voraussetzung, den in Projekten erfolgreich erprobten IVM-Ansatz auszuweiten.

Im Rahmen der Jahreskonferenz der Pan African Mosquito Control Association (PAMCA), welche im Jahr 2014 in Nairobi stattfand, organisierte Biovision ein Symposium zum Thema „Alternativen zu DDT in der Malariakontrolle“. Das Symposium demonstrierte die Vielfalt von effektiven und umweltfreundlichen Ansätzen (ohne DDT) in der Malariabekämpfung und die Fortschritte und Erfolge in der Anwendung von IVM.