International

Stopp DDT

Förderung von effizienten und umweltfreundlichen Alternativen zum chemischen Pestizid

Die Projekte von Biovision in Ostafrika zeigen, dass umweltfreundliche und kostengünstige Methoden, welche von der lokalen Bevölkerung mitgetragen werden, eine wirkungsvolle Methode im Kampf gegen die Malaria sind (Siehe Projekt „Stopp Malaria“).

Malaria wurde bis in die 1970er Jahre mit DDT, einem Insektizid, bekämpft. Bedenken wegen seiner toxischen Wirkung, seiner Persistenz in der Umwelt und seiner Konzentration in der Nahrungsmittelkette führten zu Beschränkungen und weltweiten Verboten. In den letzten Jahren begannen jedoch einige Entwicklungsländer das schwer abbaubare Insektizid DDT zur Bekämpfung von Malaria erneut zu nutzen. Dadurch wird der Erfolg von umweltfreundlichen Massnahmen aufgrund der Entwicklung von Resistenzen der Erreger gefährdet und gleichzeitig die Bevölkerung und die Umwelt unnötigen Risiken ausgesetzt.

2004 trat die Stockholmer Konvention in Kraft. Die internationale Vereinbarung über das Verbot von schwer abbaubaren organischen Schadstoffen („persistent organic pollutants“, kurz POPS) lässt die Verwendung von DDT nur in bestimmten Fällen zu: DDT darf nur in geschlossenen Räumen und nur wenn es keine wirksamen Alternativen gibt verwendet werden. In der Realität ist jedoch kaum zu verhindern, dass DDT in die Umgebung gelangt. 2011 deckte Biovision einen Fall in Uganda auf, in dem die Nutzung von DDT den Verkauf von Erträgen tausender Bio-Bauern verunmöglichte, da die biologischen Produkte aufgrund der Verunreinigungen nicht mehr als solche verkauft werden konnten.

Das Projekt hat zum Ziel auf politischer Ebene ein Verbot von DDT voranzutreiben und gleichzeitig die Wirkung von umweltfreundlichen Alternativen zu fördern und international zum Durchbruch zu verhelfen. Biovision ist seit 2014 ein aktives Mitglied der Swiss Malaria Group (SMG), welche sich zum Ziel setzt, durch verschiedene Aktivitäten Schweizer Leitfiguren und die Öffentlichkeit über die Relevanz von nachhaltiger Malaria-Bekämpfung zu sensibilisieren.

Am stärksten betroffen von Malaria sind arme Menschen am Rande der Gesellschaft, aber auch schwangere Frauen, Neugeborene und Kleinkinder.

Projektziel

Das Projekt fördert die Gesundheit der Menschen und ihrer Umwelt nachhaltig durch politische Massnahmen, welche wirksame und umweltschonende Malaria-Bekämpfung fördern und unterstützen. Dafür soll einerseits das Integrierte Vektormanagement (IVM, Integrated Vector Management) international gefördert und andererseits ein Verbot des DDT-Einsatzes vorangetrieben werden.

Relevanz

DDT ist ein langlebiges Gift das die Gesundheit der BewohnerInnen von besprühten Innenräumen gefährdet. Zudem kann der unsachgemässe Einsatz auch die landwirtschaftliche Produktion in der Umgebung von den betroffenen Siedlungen schwer schädigen. Hinzu kommt, dass die Malaria übertragenden Mücken Resistenzen gegen das Gift entwickeln, was dessen Einsatz wirkungslos macht.

Begünstigte

Weltweit werden Menschen und ihre Umwelt in Malaria-Gebieten von den Risiken des DDT-Einsatzes befreit. Mit parallel laufenden Projekten zur nachhaltigen Malaria-Kontrolle kann die oft tödliche Krankheit massiv reduziert werden. Die restlichen Fälle können mit ausreichender medizinischer Versorgung geheilt werden.

Massnahmen 2016 - 2017

  • Stärkung des internationalen politischen Rahmenwerks zur reduzierten Abhängigkeit und letztendlicher Eliminierung vom DDT-Einsatz in der globalen Malariabekämpfung
  • Förderung und Verbreitung von sicheren, effizienten und umweltfreundlichen Massnahmen zur Bekämpfung von Malaria (IVM) auf internationaler sowie nationaler (Kenia) Ebene.
  • Biovision ist Mitglied der Swiss Malaria Group (SMG), welche durch verschiedene Aktivitäten Schweizer Leitfiguren und die Öffentlichkeit über die Relevanz von nachhaltiger Malaria-Bekämpfung sensibilisiert.

Bisher Erreichtes

Teil des IVM: Wasserproben von Brutgebieten werden regelmässig genommen und auf die Anzahl vorhandener Mückenlar-ven überprüft. Bei Bedarf werden die Larven mit dem umweltverträglichen Bakterium Bti behandelt.
Der Vertreter aus Ghana, Sam Adu-Kumi, unterstützt an der COP in Genf im Namen der Afrikanischen Gruppe mit 54 Ländern die Umsetzung der Roadmap.
Konrad Meyer, Senior Policy Adviser bei Biovision, eröffnet das Symposium zum Thema „Alternativen zu DDT in der Malari-akontrolle“, das Biovision im Oktober 2014 in Nairobi veranstaltete.

Im Mai 2015 verabschiedete die Stockholmer Konvention zu langlebigen organischen Schadstoffen einen Fahrplan zur Förderung der umweltfreundlichen Bekämpfung von Insekten, die Malaria und andere tödliche Krankheiten übertragen.

Der Entscheid der Stockholmer Konvention übernimmt mit dem Fahrplan eine Idee, die einem Diskussionspapier entstammt, auf das sich Regierungsvertreter und Repräsentanten von internationalen Organisationen, der Zivilgesellschaft und der Privatwirtschaft an einer von der Stiftung Biovision im März 2013 organisierten Tagung geeinigt hatten. Dieser Entscheid ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur weltumspannenden Eliminierung des Umweltgiftes DDT. Gleichzeitig ist dies eine Anerkennung der von Biovision unterstützten Strategie der Malariabekämpfung und schafft so die Voraussetzung, den in Projekten erfolgreich erprobten IVM-Ansatz auszuweiten.

Im Rahmen der Jahreskonferenz der Pan African Mosquito Control Association (PAMCA), welche im Jahr 2014 in Nairobi stattfand, organisierte Biovision ein Symposium zum Thema „Alternativen zu DDT in der Malariakontrolle“. Das Symposium demonstrierte die Vielfalt von effektiven und umweltfreundlichen Ansätzen (ohne DDT) in der Malariabekämpfung und die Fortschritte und Erfolge in der Anwendung von IVM.