Rio+20 - Resultate und Fazit: Mit anwaltschaftlicher Arbeit hat Biovision am Erdgipfel in Rio die Weichenstellung auf höchster Ebene zugunsten einer nachhaltigeren Landwirtschaft beeinflusst. Im Schlussdokument "The Future We Want" ist das Bekenntnis zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft festgeschrieben und das Komittee für Ernährungssicherheit (CFS) in Rom wird auf der Basis des Weltagrarberichts für die Umsetzung zuständig sein. Das CFS wird den Ländern die notwendigen Informationen und Werkzeuge zur Verfügung stellen, um gezielte Massnahmen zu ergreifen und ihre Politik entsprechend auszurichten. Aus Sicht von Biovision ist das CFS eine glückliche Wahl, da sich in diesem Komittee neben Regierungsvertretern auch andere Interessensgruppen einbringen können.
RIO+20: FÜR UNS IST DAS GLAS HALB VOLL - Interview mit Hans Rudolf Herren.
Frage: Die Schlussdeklaration der Rio+20 Konferenz ist von Medien und Hilfswerken in der ganzen Welt kritisiert worden. Man scheint sich einig zu sein, dass das Dokument zahnlos ist, die Probleme unserer Welt nicht wirklich angeht und es Grossunternehmen erlaubt, den Planeten weiterhin auszubeuten. Die Medienmitteilungen von Biovision klangen sehr viel positiver. Weshalb?
HRH: Natürlich wäre es besser gewesen wenn die Deklaration mehr in die Tiefe gegangen wäre, jetzt klare Ziele gesetzt hätte, mit Fristen für ihre Umsetzung und der Ernennung von internationalen Körperschaften die diese Prozesse überwachen und, wo notwendig, auch durchsetzen. Aber der Entscheid, einen umfassenden und transparenten internationalen Prozess zu nachhaltigen Entwicklungszielen bis Ende 2013 ins Leben zu rufen geht doch in diese Richtung und wird uns dabei unterstützen, die Millennium Entwicklungsziele abzulösen und die Grüne Wirtschaft mit einem wirklich dreidimensionalen Ansatz anzugehen der die Umwelt, die Gesellschaft und die Wirtschaft beinhaltet. Das wird auch für die Landwirtschaft relevant sein.
Interview mit Hans Rudolf Herren, Medienmitteilung vom 28. Juni 2012
RIO+20 DEKLARATION ALS MEILENSTEIN FÜR EINE NACHHALTIGE LANDWIRTSCHAFT. Die heute von Staats- und Regierungschefs verabschiedete Deklaration zur globalen nachhaltigen Entwicklung sieht die Landwirtschaft und Nahrungsketten als zentrales Element um die Welt vom Hunger zu befreien und auch für künftige Generationen lebenswert zu erhalten. Für die Stiftung Biovision ist das ein wichtiger Meilenstein in ihrem Einsatz für zur Förderung des ökologischen Landbaus und kleinbäuerlicher Strukturen. Biovision Medienmitteilung vom 22. Juni 2012 (PDF)
The Future We Want - Outcome Document
Zero Hunger Challenge Vision von UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon, 22. Juni 2012: "Nahrungsmittel und Ernährung gehören zu meinen höchsten Prioritäten. In einer Welt des Überflusses sollte niemand, nicht eine einzige Person – Hunger leiden. Als ich während des Krieges ein Kind in Korea war, litten viele Familien an Hunger und Knappheit. Viele Länder, auch mein Eigenes, haben mit kühnen Schritten den Hunger bekämpft. Aber fast eine Milliarde Menschen haben immer noch nicht genug zu Essen. Ich will noch zu meinen Lebzeiten den Hunger überall besiegt sehen. Ich lade sie alle ein, gemeinsam für eine Welt ohne Hunger zu arbeiten." Video Ban Ki-moon... / Text PDF
Das von Biovision unterstützte Projekt "Habitat Restoration", eine Initiative für Bodenverbesserung und Biolandbau in Äthiopien, wurde an der Rio+20 Konferenz als gutes Beispiel vorgestellt. Jochen Flasbarth, Direktor des Umweltbundesamts Deutschland hat es in seiner Präsentation als exemplarisch gelobt. Die Verwandlung von Wüsten in fruchtbare Gärten ist ein alter Traum der Menschheit. In den Slums der Hauptstadt Äthiopiens, Addis Abeba, realisierte die äthiopische Bioeconomy Association (BEA) mit Unterstützung von Biovision ein BioFarm-Projekt: 5 Hektaren durch Erosion unfruchtbar gewordenes Land wurde zusammen mit der Frauengruppe in ein produktives Agro-Forstwirtschafts-System mit biologischem Gartenbau und Viehwirtschaft umgewandelt. Rund fünf Jahre waren notwendig, um den Lebensraum von Grund auf wieder produktiv zu machen. Das Projekt läuft erfolgreich und dient als Modell für weitere ähnliche Initiativen. Um das System laufend zu verbessern, werden die Trainingsmethoden wissenschaftlich begleitet und weiterentwickelt. Die Erfahrungen werden ausgewertet und sollen weiteren Initiativen zur Wiederherstellung von produktivem Lebensraum dienen. Mehr...
Tagesschau-Beitrag vom 21. Juni 2012
Schweizer Rio+20 Delegation wertet Kapitel zur nachhaltigen Landwirtschaft als Erfolg. Dass die Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft als zentrales Element einer Grünen Wirtschaft im Schlussdokument der Rio+20 Konferenz festgeschrieben werde, sei eines der positiven Resultate des Erdgipfels, sagte Manuel Bessler, Vizedirektor der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) am 20. Juni in Rio de Janeiro. „Nahrungssicherheit, Ernährung und eine nachhaltige Landwirtschaft werden als zentrale Elemente für die Erreichung der Konferenzziele bestätigt,“ sagte Bessler an einem Dinner für Repräsentanten aus allen Bereichen der globalen Nahrungsmittelkette. Bessler sprach an Stelle von Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf, die zum Dinner eingeladen hatte, aber dann ihre Reise nach Rio kurzfristig absagen musste. Biovision Medienmitteilung vom 20. Juni 2012 (PDF). Bilder...
Medienmitteilung vom 19. Juni 2012: Biovision Forderung an Rio+20 nimmt zweitletzte Hürde
www.kurswechsel-landwirtschaft.ch, Mehr zum Projekt...
Der geballte Auftritt von Biovision in Rio wird im Rahmen des Welternährungs-Förderprogramms der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) unterstützt. Wir danken an dieser Stelle der DEZA für ihre grosszügige Unterstützung in dieser für uns so wichtigen Kampagne: Food for all, naturally!
Taten statt Worte in Rio+20 - für einen Kurswechsel in der Landwirtschaft. Biovision fordert: