PLos ONE Studie

01.12.2011

Am 30. November 2011 veröffentlichte das peer-review Journal "PLoS ONE"  eine Studie, die einen Meilenstein in unserem langjährigen Einsatz für ein Verbot des Inseketengifts DDT und für die Anwendung kostengünstiger und umweltfreundlicher Alternativen im Kampf gegen die Malaria darstellt:

"Application of the Malaria Management Model to the Analysis of Costs and Benefits of DDT versus Non-DDT Malaria Control", veröffentlicht im  peer-review Journal "PLoS ONE"

Die Publikation evaluiert die Kosten und Nutzen des DDT-Einsatzes in der Malariakontrolle. Die Studie wurde vom Millennium Institute in Washington erstellt, mit finanzieller Unterstützung von Biovision, und basiert auf einer systemischen Modellierung der Krankheit Malaria, und der komplexen Dynamiken, welche damit zusammen hängen (z.B. Bevölkerungswachstum, ökonomische Entwicklung, Brutstätten der Mücken, usw).

 

Sie zeigt dass:

 

  1. Der jetzige Mix von Interventionen mit einem Fokus auf Bettnetzen (Insecticide Treated Nets – ITNs) und die Innenraumbesprühung (Indoor Residual Spraying – IRS) nicht den effizientesten Mitteleinsatz darstellt. Es sollte vielmehr ein Fokus auf das Umweltmanagement mit der Beseitigung und Behandlung der Brutstätten gelegt werden. Ein integrierter Ansatz, d.h. integriertes Vektormanagement (IVM) im Kampf gegen die Malaria, welches das Problem der Malaria auch bei der Wurzel packt (bei den Brutstätten), ist eine wirksamere Strategie;
  2. Die Studie zeigt, wie dynamische Modelle zu einem effizienteren Einsatz der Ressourcen in Malariakontrollprogrammen beitragen können. Solche Modelle erlauben insbesondere die vielfältigen Zusammenhänge mit einzubeziehen und sicherzustellen, dass keine Interventionen gewählt werden, die Verschlechterungen zur Folge hätten – zum Beispiel hat der Einsatz von DDT in Uganda dazu geführt, dass KleinbäuerInnnen und Kleinbauern ihre Produkte nicht mehr verkaufen konnten, wodurch die wirtschaftliche Leistung vermindert wurde, und somit die Fähigkeit der Bevölkerung sich gegen Malaria zu schützen;
  3. Im Rahmen der Stockholmer Konvention über persistente organische Schadstoffe verhandelt die Internationale Gemeinschaft seit 2004 über Wege, wie der Einsatz von DDT reduziert und schlussendlich gestoppt werden könnte. DDT ist demnach für den Einsatz in der Malariakontrolle weiterhin zugelassen – falls wirksame, kostengünstigen, und umweltfreundliche Alternativen nicht zur Verfügung stehen. Die Studie zeigt nun, dass ein Ausstieg aus dem DDT-Einsatz möglich ist, und wirtschaftliche Vorteile für Länder bringen kann, welche DDT immer noch einsetzen. Insbesondere wird gezeigt, dass ein Ausstieg aus dem DDT-Einsatz günstiger ist als mögliche volkswirtschaftliche Konsequenzen einer Kontamination landwirtschaftlicher Exporte, und damit eines Exportstopps.

 

Mehr zu unseren Projekten, in denen wir bereits seit Jahren umweltfreundliche Methoden zur Malariabekämpfung anwenden.