
Schwerpunkt: Programm und Projekte
«Bei Biovision fasziniert mich die Verbindung von Forschung und Anwendung. Das Wissen über neue, umweltfreundliche Methoden in nachhaltiger Landwirtschaft und Kontrolle krankheitsübertragender Insekten wird nicht unter Verschluss gehalten sondern direkt weitervermittelt – denn Wissen ist die einzige Ressource, die durch Teilen grösser wird.»
Wenn Flurina Wartmann vor einer Weltkarte steht, wird ihr warm ums Herz. So viele Länder, die sie schon bereiste, so viele spannende Orte, die sie besuchte, und so viele Menschen, die sie traf! – Erlebnisse und Begegnungen, die Spuren hinterlassen und ihren Lebensweg geprägt haben. Zum Beispiel J. Nakola vom Volk der Massai in Kenia. Ihn hatte sie auf einer Reise in der Maasai Mara kennen gelernt und viel über die Schattenseiten des Nationalparks für die lokale Bevölkerung erfahren. Nach intensiven Gesprächen mit anderen Reisenden und Wildhütern war ihre Faszination für das Spannungsfeld zwischen Naturschutz, Tourismus und lokaler Bevölkerung geweckt. Wieder daheim schrieb sie ihre Maturarbeit über dieses komplexe Thema. Es war deshalb kein Zufall, dass sie darauf an der Uni Zürich Geographie mit Nebenfach Biologie studierte. In einem Auslandsemester an der Universidad de Zaragoza in Spanien besuchte sie Kurse mit Schwerpunkt Lateinamerika und vertiefte zugleich ihre Spanischkenntnisse.
Im Masterstudium an der Universität Zürich spezialisierte sich Flurina Wartmann auf Geographische Informationssysteme (GIS) und kam ihrem Interesse an raum-zeitlichen Prozessen mit einer interdisziplinären Masterarbeit an der Schnittstelle zwischen Geographie und Biologie nach. Diese Studien führten sie schliesslich ins Herz von Borneo, wo sie das saisonale Bewegungsverhalten wildlebender Orangutans untersuchte. In Zentralkalimantan lebte sie während zwei Monaten in einem Forschungscamp im Regenwald und lernte, sich auf Indonesisch zu verständigen. Durch den Kontakt mit der lokalen Bevölkerungsgruppe erhielt sie berührende Einblicke in die Lebensweise der Dayak, die hin- und hergerissen sind zwischen ihren Traditionen und einer globalisierten Kultur. Gerne erinnert sie sich an die gemeinsam verbrachten Abende und Gespräche auf den Terrassen der Pfahlbauten am Kapuas-Fluss.
Bei Biovision unterstützte Flurina Wartmann den inhaltlichen Aufbau von Infonet, der Internet-Informationsplattform für afrikanische Bauern. Seit Abschluss des Studiums darf Biovision auf ihre Unterstützung im Bereich Programm & Projekte zählen. Zudem ist die Geographin zuständig für die Herstellung von Karten der Projektgebiete und hat den Auftritt von Biovision in GoogleEarth vorbereitet.