25.04.2017

Mit IVM zum Erfolg

Am 25. April ist Weltmalariatag. Noch immer sterben pro Jahr fast eine halbe Million Menschen an der Tropenkrankheit. Biovision engagiert sich seit über 10 Jahren für eine umweltfreundliche und nachhaltige Malariaprävention in Ostafrika – mit Erfolg.

In Malindi, Kenia, konnte die Malariaprävalenz dank den umgesetzten Massnahmen, innerhalb eines Jahres von 7.5 auf 3.7% gesenkt werden (Stand 2015). Im Projekt wird das sogenannte “integrierte Vektor Management " (IVM) angewendet. Der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterstütze Ansatz kombiniert bevölkerungsnahe Präventionsmaßnahmen mit wichtigen gesundheitspolitischen Aspekten.

Biovision unterstützt folgende IVM-Massnahmen:

1. Sensibilisierung und Aufklärung

Die Bevölkerung wird über die Ursachen von Malaria und mögliche Präventionsmassnahmen informiert, zum Beispiel mit Theaterstücken oder Informationsständen an öffentlichen Veranstaltungen.

 

2. Beseitigung der Brutstätten

Stehende Gewässer sind ideale Brutgebiete der Anopheles-Mücken, die mit ihren Stichen den gefährlichen Malariaerreger auf Menschen übertragen. Um die Zahl der Mücken wirksam zu reduzieren, werden solche Brutstätten im Siedlungsgebiet nach Möglichkeit trockengelegt.

 

3. Biologische Larvenkontrolle mit Bti

Ausgebildete Moskito-Späher überwachen die potenziellen Brutgebiete. Wo eine Trockenlegung nicht möglich ist, behandeln sie diese bei Bedarf mit dem umweltverträglichen Bakterium Bti (Bacillus thuringiensis subspecies israelensis), welches die unerwünschten Insekten bereits im Larvenstadium abtötet.

 

4. Fischzucht zur biologischen Kontrolle von Malariamücken 

Grosse Wassertümpel sind ideal für die Fischzucht. Tilapia, ein beliebter Speisefisch, ernährt sich vorzugsweise von Insektenlarven, trägt so zur Reduktion der Anopheles-Mücken bei und verbessert gleichzeitig die Ernährung der Bevölkerung.

 

5. Verteilung imprägnierter Bettnetze

Moskitonetze über den Betten und Insektenschutzgitter vor Türen und Fenstern minimieren die Gefahr, von den nachtaktiven Insekten im Haus gestochen zu werden. Diese werden über staatliche Gesundheitsprogramme verteilt, aber mit der Sensibilisierungsarbeit des Biovision Projekts wird die Bevölkerung auch über die richtige Verwendung der Netze informiert.

 

6. Überwachung und Analyse der Resultate

Die angewandten Massnahmen werden laufend überprüft. Dazu werden die Moskitos mittels Lichtfallen angelockt, gefangen, ausgezählt und auf Malariaparasiten untersucht. In den Spitälern von Nyabondo und Malindi wird gleichzeitig das Vorkommen von Malariafällen in der Bevölkerung überwacht. Aufgrund dieser Resultate lassen sich Rückschlüsse auf die Projektarbeit ziehen. Zusätzlich wird die Forschung, etwa im Bereich neuer kostengünstiger Bio-Larvizide, gefördert.

 

7. Verankerung in der Gesundheitspolitik


Auf Ebene der lokalen und nationalen Regierungen werden Gesundheitsfachleute über IVM informiert und entsprechend ausgebildet. Die Erkenntnisse und Erfahrungen aus den drei Projektstandorten liefern den Entscheidungsträgern wertvolle Grundlagen für einen informierten politischen Dialog und effektive Gesundheitspolitik.


Das integrierte Vektormanagement fokussiert auf Prävention. Um  Malaria effektiv zu bekämpfen sind aber auch verlässliche Diagnoseverfahren und eine effektive Behandlung der Krankheit wichtig. Alle Informationen zum Biovision „Stopp Malaria“ Projekt...