Biovision-Symposium 2017:

«Alles Bio – alles besser?»

Aber ja, natürlich, lautet die Antwort am Ende des Biovision-Symposiums vom 18. November in Zürich. Ein inspirierender Nachmittag, der beflügelte.


von Stefan Hartmann, Umweltjournalist/ Beobachter am Symposium

Ein zentraler Begriff stand am Symposium von Biovision in Zentrum; ein gemeinsamer Nenner, der Afrika und Europa verbindet – Gesundheit. Sie betrifft nicht nur den Menschen, sondern auch die Nutztiere, die Böden, die Gewässer. Der Weg dazu, das machte dieser Nachmittag deutlich, ist die ökologische Landwirtschaft.

Wie sieht es damit in Afrika aus? Mit dem integralen Ansatz von viermal Gesundheit («4 G») haben Pilotdörfer in Ostafrika mit Unterstützung von Biovision sensationelle Resultate erzielt. Die Bauernfamilien und ihr Vieh sind heute weniger krank, weil man mit einfachen Massnahmen der Malaria- und der Tsetse-Fliege zu Leibe rückte. Mit der Push-Pull-Methode wurden in Maisfeldern Schädlinge in Schach gehalten und Nützlinge gefördert. Mit neuen Erwerbszweigen wie der Bienenzucht konnten tüchtige Bauern ihr Einkommen sogar verdreifachen. Und das ganz ohne Pestizide, welche die Umwelt und den Geldbeutel der Bauern ohnehin nur ruinieren. Die Erfolge in Kenia und Aethiopien lassen hoffen. 

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Das Symposium gab Gelegenheit für anregende Diskussionen, zum Beispiel mit Biovision Präsident Hans Rudolf Herren.
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An den Ständen im Foyer nutzten die Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, das eigene Konsumverhalten zu hinterfragen und zu verbessern.
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Unser Programm-Team informierte das interessierte Publikum über die „4 gewinnt“ Projekte in Tolay, Äthiopien.
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Auf der Bühne begeisterte TV-Köchin und Unternehmerin Sarah Wiener.
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Tosender Applaus für den Bio-Honig. Biovision Mitarbeiterin Sabine Lerch und Geschäftsleiter Andreas Schriber liessen das Publikum abstimmen.
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"Wechseln Sie ab." So der pragmatische Rat von Sabine Lerch zur Frage: Fairtrade Honig oder einheimischer Bio-Honig.
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820 Besucherinnen und Besucher nahmen am Biovision Symposium 2017 teil.
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Dr. Menale Kassie. Direktor Wirkungsmessung,icipe (Internationales Insektenforschungsinstitut Nairobi) erklärte den Synergie-Effekt der Projekte in Tolay.
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Dr Mary Wanjiku Gikungu (National Museum of Kenya) berichtete über Umweltbildung für Kinder und Jugendliche im Kakamega Regenwald in Kenia.
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Prof Bernard Lehmann (Direktor Bundesamt für Landwirtschaft BLW) bestätigte, dass der Druck von NGO’s wie Biovision hilft, die Landwirtschaft nachhaltiger zu gestalten.
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Odette Frey, TV-Moderatorin der Gesundheitssendung «Puls» von SRF, leitete die Podiumsdiskussion mit Hans Herren, Sarah Wiener, Mary Gikungu und Bernard Lehmann.
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Andreas Schriber und Hans Rudolf Herren machten das Publikum neugierig auf das Biovision Jubiläums Symposium am 17. November 2018.
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Das Symposium lockte auch junge Besucherinnen und Besucher an, die sich eine nachhaltigere Zukunft wünschen.
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4 gewinnt auf der Bühne und im Publikum. Der ganzheitliche Ansatz von Biovision kam an.

 

«Lernt wieder selber kochen»

Die Schweiz kann von den Bauern in Afrika lernen: Hierzulande werden in der Landwirtschaft jedes Jahr 2100 Tonnen Pestizide ausgebracht – so viel wie sonst nirgends in Europa. Und das auf Kosten der Umwelt: In den letzten 30 Jahren sind 75 Prozent der Fluginsekten zurückgegangen, darunter auch viele Bienenarten, die eine zentrale Rolle in der Bestäubung haben. Auf den alarmierenden Befund gibt es eigentlich nur eine Lösung: Man muss die Vergabe von Direktinvestitionen an ökologische Landbaumethoden knüpfen. Der biologische Landbau umfasst in der Schweiz nur gerade 12 Prozent der Ackerflächen. Es könnten durchaus 50 Prozent sein, meinte am Podiumsgespräch der Direktor des Bundesamtes für Landwirtschaft. Teure Bio-Produkte? Keineswegs, meinte Hans Herren, Gründer von Biovision: «Bioprodukte sind nur teurer, weil die Umweltkosten in den konventionellen Lebensmitteln nicht enthalten sind.» Aber natürlich sind auch die Konsumenten in der Pflicht. «Tun Sie sich und der Natur etwas zugute. Kaufen Sie regionale Produkte. Und lernen Sie wieder selber kochen!», lautete der Appell der deutschen TV-Köchin Sarah Wiener, die bei den rund 800 Zuhörern im Volkshaus begeisterte Applause erntete.