Robin Wood in Tansania

„Als ich 1982 hier als Siedler begann, gab es noch viel Wald mit Elefanten und Löwen“, erinnert sich Sabinus Ndolu, Bauer in Fulwe (Tansania). Dann kamen immer mehr Menschen. Die Bäume verschwanden und mit ihnen die Tiere. Jetzt schlägt die Natur zurück: Der Regen wird immer knapper, und die Ernten brechen ein. Das will Sabinus ändern.

Von Peter Lüthi, Biovision Projektreporter

„Je mehr Wald, desto mehr Wolken und desto mehr Regen“, ist Sabinus Ndolu überzeugt. Das entspricht seiner Beobachtung von über dreissig Jahren. 2013 entschlossen sich Sabinus und seine Bauerngruppe zum Handeln. Sie besuchten einen Grundkurs für ökologische Landwirtschaft bei Sustainable Agriculture Tansania (SAT). Diese NGO wird von Biovision seit ihrer Gründung unterstützt. Sie ist heute die beste Adresse für die Bauernausbildung in ökologischer Landwirtschaft in Tansania. SAT hilft auch bei der Produktion und der Verteilung des „Mkulima Mbunifu“. Diese einzige Bauernzeitung Tansanias in der Landessprache Suaheli wurde durch das FCP Programm von Biovision ins Leben gerufen.

 

  • "Robin Wood" in Tansania: Sabinus Ndolu aus Fulwe (Tansania) will den gerodeten Wald wieder anpflanzen.
  • Das nötige Wissen erwarb er sich im Ausbildungszentrum für ökologischen Landbau von „Sustainable Agriculture Tanzania“, welches von Biovision seit anbeginn unterstützt wird.
  • Janet Maro, Agronomin, Mitbegründerin und Direktorin von SAT bildet mit ihrem Team Bäuerinnen, Bauern und Landwirtschaftsberater in ökologischen Anbaumethoden aus. Soe betreut auch Agronomie-Studenten der Sokoine Universität (Bild).
  • Zuweilen berät Janet Maro ihre ehemaligen Kursbesucher wie Sabinus Ndolu auf deren Feldern.
  • Seit der Ausbildung bei SAT wendet Sabinus Ndolu das neu erworbene Wissen über ökologischen Landbau selbständig an.
  • Herr Ndolu hat auch seine Ehefrau Serafia in die Methoden des ökologischen Landbaus eingeweiht.
  • Nach dem Training bei SAT hat das Ehepaar Ndolu einen neuen Wirtschaftszweig aufgebaut: Die artgerechte Hühnerhaltung.
  • Wie in vielen Gebieten Ostafrikas musste der Wald auch in Fulwe dem Ackerbau weichen. Die verbliebenen Bäume sind Sabinus Ndolu heilig.
  • Seit der Wald in den fruchtbaren Ebenen am Fuss der Uluguru Mountains fast verschwunden ist, nehmen Regenmangel und Erosion zu. Wenigstens profitieren die Bauern an den Hängen der Uluguru-Berge von Steigungsregen, welche allerdings auch zu heftig ausfallen können.
  • Neben Rodungen zur Gewinnung von Ackerland sorgt auch der Bedarf an Holzkohle, Brenn- und Bauholz für erheblichen Druck auf die verbliebenen Wälder (Bild: Usambara Mountains, Tansania)
  • Sabinus und Serafia Ndulu sorgen auch für ihre Urenkel. Dazu gehört auch das Überprüfen der Schulaufgaben.
  • Verantwortung für die kommenden Generationen: Sabinus Ndolu hat aus dem Verlust des Waldes und dem zunehmenden Regenmangel Lehren gezogen und ist heute ein überzeugter Öko-Bauer.

Den Wald zurückbringen

Sabinus und seine Gruppe erlernten die Herstellung von Kompost und natürlichen Pestiziden aus Pflanzenextrakten, das Ziehen von Gemüse, die artgerechte Hühnerhaltung und angepasste Anbautechniken für Trockenzonen. Und sie nahmen sich vor, den Wald wieder zurückzubringen. Sabinus allein hat 1000 Pflanzlöcher für Baumsetzlinge gegraben. Sobald die Pflanzen gross genug sind, kann er mit der Wiederaufforstung beginnen.

Bäume sind Regenmacher

Mehr spannende Zusammenhänge und Details erfahren Sie im Hintergrundbericht von Andreas Sicks, Bereichsleiter Programme & Partnerschaften Biovision. PDF lesen