9.5.2017

Auftakttreffen für eine nachhaltige Schweiz

Das Sustainable Development Solutions Network (SDSN - Netzwerk für nachhaltige Entwicklungslösungen) - eine in 2012 vom früheren UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon lancierte Initiative - hat dem Centre for Development and Environment (CDE) der Universität Bern und Biovision die Leitung der SDSN Geschäftsstelle Schweiz übergeben. Das Auftakttreffen fand am 5. Mai 2017 in Bern statt und brachte rund 40 Vertreter aus Forschung, Wissenschaft, Regierung und Zivilgesellschaft zusammen.

Die Agenda 2030 für eine Nachhaltige Entwicklung und das Pariser Abkommen zur Klimaveränderung sind neue und wichtige Schritte in Richtung Nachhaltigkeit. Deren Implementierung verlangt die aktive Teilnahme und Beiträge von allen - auch von der Schweiz. "Aber die Wissenschaft ist bislang relativ ruhig geblieben. Darum etablieren wir die SDSN Switzerland, welches sich dieser Problematik annehmen wird", sagte Professor Urs Wiesmann, Präsident des CDE in seiner Einführungsrede. Für Biovision sagte Dr. Hans Herren, dass die Wissenschaft helfen kann, komplexe Probleme verständlich zu machen, was wiederum gut informierte Entscheidungen und Aktivitäten ermögliche; sie demonstriert aber auch, was die Konsequenzen wären, wenn nichts unternommen würde.

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Dr. Hans Herren, Präsident von Biovision, während seiner Eröffnungsrede zur Rolle von transdisziplinärer Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung.
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Prof. Peter Messerli, Co-Direktor am CDE und Co-Autor des Globalen nachhaltigen Entwicklungsberichts, führt eine interaktive Gruppendiskussion.
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Bereit für den Start von SDSN Switzerland: Prof. Urs Wiesmann, Präsident vom CDE; Dr. Hans Herren, Präsident Biovision; Martin Fässler, Stiftungsrat Biovision.


SDSN Switzerland zielt darauf ab, erstklassige Wissenschaft, verantwortungsvolle und innovative Unternehmen und wirkungsorientierte Organisationen der Zivilgesellschaft zusammenzubringen, um gemeinsam Lösungen und Wege zur Nachhaltigkeit zu kreieren. Solche Lösungen – inklusive soziale Neuerungen – sollen in Entscheidungsprozesse der Politik, Unternehmen und der Gesellschaft eingebracht werden. Laut einem Teilnehmer habe das SDSN Switzerland grosses Potential aufgrund der Tiefe und Breite des Wissens zu nachhaltiger Entwicklung in öffentlichen Institutionen, Unternehmen und Universitäten in der Schweiz.

Aus den lebendigen Gruppendiskussionen ergab sich, dass SDSN Switzerland in Themen wie mehrstufiger Staatsführung, Finanzsystemen und nachhaltigem Konsum sehr viel beitragen könnte. Das sind alles Themen, bei denen die Schweiz spezifische Expertise hat oder dringend selber aktiv werden muss. Thema war auch, dass die Bürger intensiver über die SDGs aufgeklärt und Wege aufgezeigt werden sollen, wie jede und jeder einen positiven Beitrag leisten kann. Ein weiterer positiver Aspekt der Tagung war, dass einige der Teilnehmer weniger als 30 Jahre alt waren, und damit diejenigen repräsentierten, die am längsten mit den Konsequenzen der heutigen Entscheidungen und Aktionen (oder ausbleibenden Aktionen) zu leben haben.

Auf der positiven Energie und der Dynamik des ersten Treffens aufbauend, werden die beiden leitenden Organisationen nun am Aufbau des SDSN Switzerland weiterarbeiten. Nur mit einem Netzwerk von engagierten Akteuren aus verschiedenen Teilen unserer Gesellschaft, deren kombinierten Wissens und kollektiver Intelligenz, werden wir es schaffen, Lösungen für eine nachhaltige Entwicklung zu finden.

 

Mehr Informationen: www.sdsn.ch
Biovision Projekt Web-Seite: www.biovision.ch/sdsn