26.5.2017

„Wir brauchen andere Antworten“

von Anna Steindl, Kommunikation und Online-Redaktion bei Biovision

Der Biovision Frühlings-Event zum Thema Biodiversität hat 200 BesucherInnen angelockt . Wieso ist Biodiversität so wichtig für unser Leben? Wie kann man sie schützen und welche Schritte benötigt es? Gibt es überhaupt noch Hoffnung für unsere Artenvielfalt?

Ein klares „Ja“ von Claude Martin, ehemaliger Generaldirektor des WWF und Gastreferent beim Frühlingsevent. Allerdings könne das Problem des Artenschwunds nicht allein gelöst werden. „Wenn wir es schaffen wollen, dann gemeinsam“ sagte Martin mit Nachdruck. Das Überleben der Biodiversität sei gleichzusetzen mit dem Überleben des Regenwaldes. 50 % aller auf der Erde vorkommenden Tier- und Pflanzenarten sind in Regenwäldern zu finden. 20 % der Menschen auf der Erde sind von Wäldern abhängig. 

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Die Besucherinnen und Besucher interessieren sich für nachhaltiges Einkaufen. Am CLEVER-Stand erhalten sie Informationen aus erster Hand.
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Die Fabrikhalle 12 ist gut gefüllt. Beim Frühlingsevent ist für alle etwas dabei, seien es Wissenshunrgige oder Gourmets.
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Monique Hunziker (rechts) erklärt, wie das Infonet lokal relevante Informationen zu ökologischer Landwirtschaft für Nutzer in Afrika bereitstellt.
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Biovision engagiert sich nicht nur mit ihren Projekten, sondern auch auf politischer und wissenschaftlicher Ebene für die Biodiversität.
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Biovison CEO Andreas Schriber setzt sich durch seine Arbeit täglich dafür ein, das Nachhaltigkeitsziel 2 "Hunger beenden" zu erreichen.
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Claude Martin (ehemaliger WWF-Generaldirektor) sieht in der Rindfleischproduktion eine grosse Bedrohung für Artenvielfalt und Klima.
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Loredana Sorg, Programmkoordination von Biovision, betreut das Projekt zum Schutz des Kakamega Regenwaldes.
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Barbara Frei Haller (Biovision Stiftungsrätin) erzählt, wie sie einst auf ihren Reisen von Naturheilern von einer schweren Krankheit kuriert wurde.
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Das Podium ist sich einig: Im Regenwald gibt es viele Schätze, die es unbedingt zu bewahren gilt.
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Beim vegetarischen Apéro haben die BesucherInnen Zeit sich miteinander und mit der Biovision-Crew auszutauschen.
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David Fritz, Leiter Kommunikation, beantwortet während des gesamten Events und auch im Nachgang alle Fragen rund um die Stiftung Biovision.
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Es war ein gelungener Anlass. Unsere FundraiserInnen freuen sich schon auf das Biovision Symposium im November.


Problematik Fleischhunger
Die weltweit steigende Rindfleischproduktion ist eine der grössten Bedrohungen für die Artenvielfalt. Um Weideland zu schaffen, werden Wälder ohne Rücksicht auf die darin lebenden Organismen nieder gebrannt. Die Rinder benötigen energiereiches Futter: weitere Waldflächen werden zur Produktion von Futtersoja gerodet. Durch die Wiederkäuerverdauung entsteht klimaschädliches Methangas: also eine Dreifachbelastung für das Klima. Da erstaunt es, dass im Pariser Abkommen, das dem Klimaschutz dienen soll, kein Wort von einem Kurswechsel der Landwirtschaft geschrieben steht. Besonders die Rinderproduktion hätte ins Visier genommen werden müssen. Eine starke Lobby, unterschiedliche Interessen und eine schwer mögliche Messung der Emissionen aus der Landwirtschaft seien dafür Hindernisse. Wie sehr Rindfleischkonsum unser Klima belastet machte Martin an folgendem Beispiel deutlich: „Die Treibhausgasemissonen von 1 kg auf gerodeten Regenwaldflächen produziertem Rindfleisch entsprechen einer Autofahrt durch ganz Deutschland“.

Geschichten aus dem Regenwald
Loredana Sorg, Programmverantwortliche bei Biovision, präsentierte in ihrem Vortrag konkrete Lösungen. Im Projekt „Schutz der Biodiversität“ lernen die Menschen des kenianischen Kakamega Regenwaldes, wie sie Rohstoffe, etwa Medizinalpflanzen, Holz oder Gemüse, ausserhalb des Waldes kultivieren können. „Die Sensibilisierung beginnt bei den Kindern in der Schule. Ihr neu gewonnenes Wissen tragen sie begeistert in die eigenen Hausgärten weiter. Die Leute sind innovativ und kombinieren diverse Kulturen. Sie haben gelernt, ihre Erträge durch Mischkulturen und verbesserten Erntemethoden auf kleiner Fläche zu erhöhen“ erzählte Sorg von ihrem letzten Projektbesuch (siehe auch Push-Pull). Diese Erfahrung hat auch Biovision Stiftungsrätin und Pharmazeutin Barbara Frei Haller auf ihren Reisen gemacht: „Die afrikanische Jugend ist wissenshungrig, sie hat Visionen“.

Gemeinsam an Lösungen arbeiten
Alle müssen an einem Strang ziehen, damit die entdeckten und unentdeckten Schätze des Regenwalds auch künftigen Generationen erhalten bleiben. Europa und Afrika müssen voneinander lernen, wenn es um Ernährung und Forschung geht. Wir sollten unsere Ernährung nachhaltiger gestalten und gleichzeitig mit Wissenschaftlerinnen aus Afrika und der ganzen Welt gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung nach neuen Erkenntnissen in der nachhaltigen Landwirtschaft forschen. Beim Konsumenten muss eine Bewusstseins- und Verhaltensänderung stattfinden, denn dieser gibt die Signale an die Wirtschaft. Organisationen wie Biovision helfen dabei, die richtigen Antworten zu finden. 

Informationen zum Projekt "Nachhaltig konsumieren"

Informationen zum Projekt "Schutz der Biodiversität"

Informationen zum Projekt "Push-Pull"

Informationen zum "Beacons of Hope"