03.12.2017

Dezembergeschichte 2017: Kayunga, Uganda

Neuer Anfang zum Abschluss

Ende Juni dieses Jahres schloss das Projekt „Frauenförderung durch ökologische Landwirtschaft“ planmässig ab. Beim letzten Projektbesuch ergab sich jedoch ein glücklicher Zufall.

Text und Bilder von Meng Tian, Kommunikation & Online-Redaktion Biovision

So gerne man bei jeder Projektreise alle Mitglieder von allen Bauerngruppen besuchen würde – die Zeit ist immer zu knapp dafür. So standen die Projektverantwortliche Loredana Sorg und ich beim letzten Projektbesuch in Kayunga im Osten Ugandas gemäss Programm auf dem Bauernhof des Gruppenmitglieds der Rural Women Development Association Jusef Lugendo. Wir bestaunten die Vielfalt seines Anbaus, die gesunden Früchte aus seinen Ernten, aber am allermeisten seine hundertprozentige Überzeugung von der ökologischen Landwirtschaft und sein Engagement in der Gemeinde für deren Verbreitung. Er führte uns über seinen Bauernhof und erklärte detailliert, wie er stets den ganzheitlichen Ansatz im Anbau anstrebt, selber Dünger produziert und ein kleines Stück Wald, inklusive Medizinalpflanzen, auf seinem Land aufzieht. Seine Bio-Mangos schmecken nicht nur seiner Familie, sondern auch Nachbarn und Besuchern.

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Die Arbeit trägt Früchte: Yusefs Kinder lernen schon früh, wie Bio-Anbau funktioniert.
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Selbstproduzierter Dünger ist dabei ein Muss.
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Ein kleines Stück Wald auf dem eigenen Land ist aber ein ungewöhnlicher Luxus.
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Drei Passagiere seien noch leichte Kost – der Fahrer Abas habe auch schon fünf Leute auf seinem Motorrad herumchauffiert.
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Auf seinem Bauernhof baut Abas bis anhin nur Ananas und Kochbananen im grossen Stil an.
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Der Leiter von RWDA, Simon Ojambo, hört aufmerksam dem potentiellen neuen Gruppenmitglied zu.
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Der 29-Jährige möchte in Zukunft als Bauer Gewinn erzielen.


Ein unerwarteter Interessent
Beim Projektbesuch bewegen wir uns ortsüblich mit dem Motorrad fort. Dieses Mal kam zu unserer Überraschung unser Fahrer Abas Mutebi ebenfalls mit auf die Begehung. Er sprach kein Wort während des ganzen Rundgangs. Doch als er die Mangos von Jusef probierte, erzählte er, dass er ebenfalls Bauer war und noch nie etwas von der Bauerngruppe „Rural Women Development Association“ (RWDA) gehört hatte. Er wäre aber interessiert, mehr über ökologischen Anbau zu erfahren und eventuell sogar der Gruppe beizutreten. Gruppenleiter Simon Ojambo änderte daraufhin kurzerhand das Programm - und so landeten wir am folgenden Tag bei dem jungen Motorradfahrer auf dem Bauernhof.

Der 29-Jährige baute bisher nur Ananas und Kochbananen grossflächig an. Im Kompostieren und für den Marktzugang seiner Produkte brauche er noch dringend Unterstützung, erzählte er uns. Der junge Mann hatte grosse Pläne und schaute zuversichtlich in die Zukunft: „Ich möchte in zwei Jahren Tiere auf dem Hof halten und als Bauer Gewinn erzielen.“ Jusef und Simon hörten aufmerksam zu und gaben erste Alltagstipps im Kompostieren. Mit der Unterstützung von RWDA ist Abas nun bestens für sein Vorhaben gerüstet.

Biovision unterstützte das Projekt von 2010 bis 2017. Die lokale Gruppe RWDA macht nun selbständig weiter. Mehr dazu