Forschungslücken schliessen

28.04.2017

In zwei von Biovision finanzierten Projekten wurden neue Forschungsresultate publiziert, welche wichtige Lücken abdecken und von hoher Relevanz für eine nachhaltige Entwicklung sind.

Die eine Studie befasst sich mit dem Potenzial der Blütenpollen für die Bienen in Tolay, Äthiopien. Im gesammelten Blütenstaub der Honigbienen hat die Studie die grössten Pollenquellen untersucht sowie deren Zusammensetzung analysiert.

Die Studie in Tolay, von Admassu Addi et al., untersuchte Pollenarten nach Proteingehalt, Vitamin C, sowie Antioxidantien. Die Studie kommt zum Schluss, dass die Pollen in der Projektregion eine exzellente Quelle sind für die Ernährungsergänzung mit wichtigen Makro- und Mikronährstoffen, welche zu einer besseren Gesundheit beitragen können. Diese Resultate, sowie das gewonnene Verständnis vom Blütenkalender und der saisonalen Verfügbarkeit von Nahrung für die Bienen, werden in unsere Projektarbeit einfliessen um die Gesundheit der Bienen, Menschen und der Umwelt nachhaltig zu stärken.

Die zweite Studie untersuchte die Stickstoffnutzung und –effizienz in den Tropen im konventionellen und biologischen Landbau. Dies im Zusammenhang mit der Langzeitstudie des Forschungsinstituts für Biologischen Landbau (FiBL) in Kenia, welches über zehn Jahre den biologischen Landbau mit dem konventionellen verglich (SysCom). Dieses Projekt wird von Biovision, dem Departement für Entwicklungszusammenarbeit (DEZA), dem Liechtensteinischen Entwicklungsdienst und vom COOP unterstützt.

Die Studie, von Musyoka et al. (2017), wurde im renommierten European Journal of Agronomy publiziert. Sie zeigt auf, dass für Mais und Gemüse, konventionelle und biologische Anbausysteme ähnliche Werte haben für die Stickstoffaufnahme und die Nutzungseffizienz. Bei Kartoffeln hingegen wurden im konventionellen Bereich bessere Werte gemessen bei der Stickstoffnutzung im Vergleich zum biologischen Anbau. Mit diesen neuen Erkenntnissen kann in Zukunft mit gezielten Massnahmen zur Steigerung der Stickstoffnutzung, auch die biologische Kartoffelproduktion verbessert werden.