Biovision an der Klimakonferenz in Bonn

Vlnr: Fabio Leippert (Biovision Projektmanager Politik und Anwaltschaft), Nancy Rapando (Biovision Focal Point CCGA in Kenia/Expert Climate Change), Veronica Ndetu (Head Climate Change Unit, Ministry Of Agriculture, Kenia)

22.11.2017

Ein persönlicher Erlebnisbericht von Fabio Leippert, Projektmanager Politik und Anwaltschaft.

Frisch zurück von der Klimakonferenz COP23 von Fiji (welche im nebligen Deutschland stattfand), werde ich oft gefragt wie es war und vor allem, was der ganze Zirkus gebracht hat. Beide Fragen sind nicht einfach zu beantworten. Zu fest brummt noch der Kopf von Eindrücken, Gesprächen, Gesichtern und unzähligen Ideen, die nun weiterzuverfolgen sind. Dennoch hier ein Versuch zur Einordnung.

Erste und wichtigste Botschaft: Fast 30‘000 Teilnehmer aus allen Ländern dieser Welt, aus verschiedensten Kulturen und beruflichen Hintergründen setzten ihre ganze Energie für die Bewältigung einer der grössten Herausforderungen der Menschheit ein: Der Eindämmung der Klimaerwärmung. Dieser gemeinsame Effort für ein Ziel stimmt mich hoffnungsvoll. Nur durch die globale Zusammenarbeit, Vertrauen und gegenseitigem Verständnis können Lösungen gefunden werden. In mühsamer Kleinarbeit wurde an der Umsetzung des 2015 in Paris beschlossenen 2-Grad-Zieles zur Eindämmung des Klimawandels gearbeitet, alles im Hinblick auf die nächste Konferenz 2018, an der die Spielregeln für das neue Agreement verabschiedet werden sollen.

Zweite positive Botschaft: Nach fast 5-jähriger Blockade wurde in Bonn ein signifikanter Durchbruch in unserem Kernthema Landwirtschaft erzielt! Somit wird in den Klimaverhandlungen zukünftig endlich auch die Rolle der Landwirtschaft einbezogen und über Lösungen verhandelt. Obschon massgeblich am Klimawandel beteiligt und von dessen Auswirkungen sehr direkt betroffen, war dieser Sektor bisher davon faktisch ausgenommen. Ebenfalls positiv ist zu werten, dass an einigen hochrangigen Panels bereits prominent die Rolle der Agroökologie betont wurde – etwas was vor einigen Jahren noch undenkbar schien.

Ganzheitliche Strategien gegen Hunger sind jetzt nötig

Die Verknüpfung von Massnahmen in der Landwirtschaft gegen die Klimaerwärmung mit dem Ziel weltweiter Ernährungssicherheit (SDG2) ist jedoch nur mit einem umfassenden agrarökologischen Richtungswechsel möglich. Darauf richtete sich das Engagement von Biovision in Bonn und in Zukunft. In zahlreichen Gesprächen mit anderen Konferenzteilnehmerinnen und -nehmern hatte ich die Gelegenheit, den Ansatz von Biovision für den notwendigen Kurswechsel vorzustellen und Wege zu dessen Stärkung zu diskutieren. Zentral dabei ist auch, dass das Wissen und die Bedürfnisse der lokalen Kleinbäuerinnen und Kleinbauern als Hauptbetroffene des Klimawandels als Erfolgsfaktoren zur Lösung des Problems wahrgenommen werden. So auch die vielfach bewährten praktischen Lösungen an welchen Biovision arbeitet und von denen heute bereits hunderttausende Menschen in Subsahara-Afrika profitieren, insbesondere auch durch erhöhte Widerstandsfähigkeit gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels. Eine besondere Gelegenheit dazu bot sich mir am Side-Event «Speed up the cool down» im Hauptsitz von IFOAM Organics am Mittwoch 15. November. Der Anlass war eine Plattform zum Kennenlernen anderer innovativer Projekte kennenzulernen und dem Austausch von Best Practice-Erfahrungen.

Von meiner 8-tägigen Teilnahme an der COP23 habe ich viele neue Kontakte, bereichernde Erlebnisse und Inspiration, vor allem aber auch Zuversicht und Motivation für meine tägliche Arbeit mit zurück genommen.