16.02.2018

«Chancen der nachhaltigen Entwicklung sofort nutzen»

Wie kann die Zukunft der Schweiz nachhaltig gestaltet werden? 250 Entscheidungsträgerinnen und -träger entwickelten an der Lancierungs-Konferenz des SDSN Switzerland konkrete Lösungsansätze.

Anlässlich der Lancierung des Sustainable Development Solution Network (SDSN) Switzerland am 15. Februar in Bern unterstrichen die beiden Co-Vorsitzenden, Océane Dayer von Swiss Youth for Climate und Urs Wiesmann, emeritierter Professor der Uni Bern: «Die Agenda 2030 stellt zwar eine Herausforderung dar. Sie bietet aber auch allen zahlreiche Chancen und Anreize, um mit innovativen Lösungen eine tatsächlich nachhaltige Entwicklung aufzugleisen.» Diese gelte es sofort zu nutzen. Als Beispiel nannte Dayer das CO2-Gesetz: «Die rasche Realisierung verborgener Potenziale sollte bei Neuverhandlungen im Vordergrund stehen, nicht die Angst vor Veränderungen», machte sie den Verantwortlichen Mut. Bertrand Piccard, Pionier und Initiatitor von Solar Impulse unterstützte sie dabei. Er verwies auf seinen Flug rund um die Welt ohne einen Tropfen Benzin. «Die technischen Lösungen sind grundsätzlich vorhanden. Sie werden jedoch noch ungenügend genutzt», so Piccard. In seiner Keynote rief schliesslich Jacques Dubochet, Schweizer Nobelpreisträger in Chemie, seine Kolleginnen und Kollegen aus der Wissenschaft dazu auf, aus dem Elfenbeinturm herabzusteigen und die Herausforderungen unserer Zeit mit anzupacken. Seinen Worten liess Professor Dubochet sogleich Taten folgen: Er nahm selber an allen Teilen der Konferenz teil und brachte sich aktiv in den Foren ein.

 

  • Co-Vorsitzende von SDSN Switzerland sind Océane Dayer von Swiss Youth for Climate und Urs Wiesmann, emeritierter Professor der Universität Bern.
  • v.l.n.r. Urs Wiesmann, Co-Chair SDSN Switzerland, Dr. Katrin Muff Professorin für Sustainability, Responsibility & Transformation und Moderatorin SDSN Launch Conference, ‎ Bertrand Piccard, Pionier und Gründer von World Alliance for Efficient Solutions, Prof. Jacques Dubochet, Biophysiker und Chemie Nobelpreisträger, Océane Dayer, Co-Chair SDSN Switzerland, Michael Bergöö, Generalsekretär SDSN Switzerland.
  • Bertrand Piccard am SDSN Switzerland Launch: „Wir müssen zeigen, dass Lösungen existieren, die besser sind als der Status Quo.“
  • Jacques Dubochet, Schweizer Nobelpreisträger in Chemie, unterstrich in seiner Rede, dass die Erkenntnisse, die die Wissenschaft generiert, auch angewendet werden müssen.
  • Rund 250 Teilnehmer/innen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Think Tanks und der Zivilgesellschaft nahmen an der Lancierungs-Konferenz des Sustainable Development Solutions Network Switzerland teil.
  • Geschichten beschreiben komplizierte Themen oftmals besser als eine Präsentation. Deshalb wurde an der Launch-Konferenz auch auf innovative Zusammenarbeits-Formen gesetzt.

Von Geschichten lernen

Um neue, innovative Lösungen zu entwickeln, sind auch neue Formen der Zusammenarbeit gefragt. Für die Konferenz entwickelte deshalb SDSN Switzerland zusammen mit Pionieren der Schweizer Co-Workingszene von Collaboratio Helvetica eigens besondere Austauschformate. Deren Ziel war es, die aus unterschiedlichen Sektoren stammenden Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu aktivieren und ihre Interaktionen sowie die Vernetzung zu fördern. Den Einstieg bildeten persönliche Geschichten, aus denen in Gruppen gemeinsam neue Erkenntnisse gewonnen wurden. Der Themenbogen reichte dabei von nachhaltigen Finanzen über Städteentwicklung bis zu sozialer Gerechtigkeit. Die Erkenntnisse wurden anschliessend zu konkreten Lösungsansätzen und persönlichen Bekenntnissen verwoben.

Die Schweiz ist gefordert

«Wir stehen auch weltweit mit in der Verantwortung», betonte Urs Wiesmann. «Mit Blick auf unseren Konsum und dem Ressourcenverbrauch im Ausland gilt es, künftig innen- und aussenpolitische Strategien klarer aufeinander abzustimmen.» SDSN Switzerland startet deshalb noch dieses Jahr entsprechende Projekte, darunter eines zu nachhaltigem Konsum und Produktion.

Bis Juli 2018 legt der Bundesrat einen Bericht vor, wo und wie unser Land seinen Beitrag leisten wird, um die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung umzusetzen. Diese sind das Kernstück der globalen Agenda 2030 der UNO. Biovision will solidarisches, faires und gerechtes Handeln in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft fördern. Dies geschieht u.a. durch den Aufbau von Koalitionen und Partnerschaften. Aus diesem Grund hat Biovision zusammen mit dem CDE der Universität Bern das Schweizer SDSN ins Leben gerufen.