23.02.2018

Biovision arbeitet mit an Strategien gegen invasive Arten in Afrika

Wie kann das Eindringen gebietsfremder Arten früher erkannt und die schädigenden Auswirkungen rascher eingedämmt werden? Zwei Experten von Biovision nahmen Ende Februar an einem internationalen Workshop am icipe in Nairobi teil und suchten mit über 100 anderen Teilnehmenden nach konkreten Lösungen. ​​​​​​

Stefan Diener, Programmverantwortlicher Biovision

Die Auswirkung von gebietsfremden Arten geht weit über Ernteausfälle hinaus. Invasive Arten verursachen ausserdem hohe Bekämpfungskosten, beinträchtigen die Biodiversität und führen sogar zu ernsthaften Konflikten zwischen Bauern. Momentan frisst sich der aus Südamerika eingeschleppte «Fall Armyworm» durch die Mais- und Sorghum Felder Afrikas. Gebietsweise sind totale Ernteausfälle die Folge (vgl. Artikel in der NZZ). Aber auch eingeschleppte Pflanzen setzen der Bevölkerung zu. Die Mimosenart Prosopis juliflora konkurriert in Ostafrika mit einheimischen Pflanzen sehr erfolgreich um Licht und Wasser. Dem Vieh und den Menschen wird dadurch die Nahrungsgrundlage entzogen. Die unverdaubaren Kräuter reduzieren das Weideland und zwingen Viehhalter, auf benachbarte Gebiete auszuweichen, was zu Konflikten mit anderen Bauern führt.

 

  • Welche Schäden der Fall Armyworm an Pflanzen verursacht, zeigte das icipe u.a. an ihrem Infostand den Teilnehmenden.
  • Rund 100 Spezialistinnen und Spezialisten aus 27 Ländern haben sich am Duduville Campus des icipe in Nairobi getroffen.
  • Segenet Kelemu, Director General, icipe
  • An Infoständen zu aktueller Forschung und Beobachtungen der Co-Organisatoren des Workshops* tauschen sich die ExpterInnen über ihre Erfahrungen aus.
    * CABI (Centre for Agriculture and Biosciences International, Kenia), IITA (International Institute of Tropical Agriculture, Nigeria) und icipe (International Centre of Insect Physiology and Ecology, Kenia)
  • Für Biovision nahmen Stefan Diener, Biologe und Andreas Sicks, Leiter Bereich Programme und Partnerschaften am Workshop teil (auf dem Bild zusammen mit Liz Ng' ang' a, Communications specialist am icipe).

Vorbeugen ist besser als Heilen

Regierungen und NGOs wie Biovision stehen dadurch mit ihrem Ziel zur Verbesserungen der Ernährungssicherheit in Subsahara-Afrika vor einer zusätzlichen massiven Herausforderung. Deshalb suchten Ende Februar Fachleute aus 27 Ländern an einem von der Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) finanzierten Workshop am icipe in Nairobi Wege, wie die Weichen für eine panafrikanische Strategie für den Umgang mit invasiven Arten gestellt werden können. Mit Vorträgen internationaler Spezialistinnen und Spezialisten und in Arbeitsgruppen wurden die Erfahrungen zusammengetragen und die nächsten Schritte einer gesamtheitlichen Lösung ausgearbeitet. Eine wichtige Erkenntnis war, das Augenmerk künftig stärker auf die Prävention zu legen. Die Erfahrungen zeigen, dass die Investition zum Verhindern einer Invasion z.B. durch Importkontrollen oder das Vorbereiten von Massnahmenplänen kostengünstiger ist, als die Folgen der Schäden durch eingeschleppte Arten. Hat sich eine gebietsfremde Art erst einmal etabliert, fallen erhebliche Kosten an, um die Eindringlinge wieder auf ein erträgliches Mass zu reduzieren. Für Biovision hat die Thematik eine hohe Priorität und wir werden deshalb weiter unsere Expertise bei der Erarbeitung von konkreten Lösungen einbringen. Zum Beispiel auch die positiven Erfahrungen der Bäuerinnen und Bauern mit Push-Pull Feldern, die ein um 80% geringerer Befall durch den Fall Armyworm feststellen durften (siehe Artikel Biovision).