22.5.2017

Artenvielfalt bewahren: Jetzt!

von Anna Steindl, Kommunikation und Online-Redaktion bei Biovision

Zum heutigen «Internationalen Tag der biologischen Vielfalt» möchten wir auf die Bedeutung der Biodiversität und die Gefahren des stetigen Artenschwunds aufmerksam machen und zeigen, dass jeder Einzelne mithelfen kann, die Vielfalt zu bewahren. Passend zu diesem Thema findet in zwei Tagen der Biovision Frühlings-Event in Bern statt.

Die Biodiversität der Erde ist die Grundlage unserer Ernährung. Durch das Zusammenspiel von Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen ist die Erzeugung von Obst, Gemüse und Getreide erst möglich. Fehlt eine Schlüsselart, führt dies unweigerlich zu grossen Problemen in der Nahrungsmittelproduktion.

Aus guten und wichtigen Gründen haben die Vereinten Nationen den Zeitraum von 2011 bis 2020 zur UN-Dekade der biologischen Vielfalt erklärt. Ein Aufruf an die Weltbevölkerung sich für den Erhalt der Biodiversität einzusetzen. Biovision stellt sich der Herausforderung und widmet den diesjährigen Frühlings-Event ganz dem Thema Biodiversität.

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Die Artenvielfalt ist weltweit in Gefahr. Und somit auch unsere Nahrungsmittelproduktion.
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Bienen sind für die Bestäubung unserer Kulturpflanzen besonders wichtig. Die intensive Landwirtschaft macht den Tieren jedoch zu schaffen.
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Die viele verschiedene Pflanzenarten in Feld und Garten unterstützen sich gegenseitig und erhöhen so die Erträge.
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Unserer Kinder sollen in Zukunft von der Biodiversität profitieren. Allerhöchste Zeit, um Schutzmassnahmen zu ergreifen.
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Der Biovision Frühlings-Event konzentriert sich auf die Themen Biodiversität, Heilpflanzen und Schutz der Regenwälder.

 

Biodiversität in Gefahr
Nicht nur in der Schweiz sondern in der ganzen Welt nimmt die Biodiversität stetig ab. Die Auswirkung werden nicht erst unsere Kinder und Enkel spüren. Wir sind schon heute von den Folgen betroffen. Durch den Rückgang der Insekten- und vor allem Bienenbestände entstehen hohe wirtschaftliche Verluste, denn Insekten bieten jährlich über 153 Milliarden US-Dollar an Bestäubungsleistung.

Wie stark wir von der Vielfalt abhängen, zeigt sich auch im Arzneibereich. Viele bedrohte Heilpflanzen wie etwa die Brechnuss oder die Silberweide sind zur Herstellung lebenswichtiger Medikamente unabdingbar.

Eine weitere Gefahr besteht im Artenschwund unserer Kulturpflanzen. Wir beschränken uns nur noch auf wenige Arten: etwa zehn Pflanzenarten bilden heute die Basis zur Welternährung. Pflanzenkrankheiten und Schädlinge haben so leichtes Spiel vernichtende Strategien zu entwickeln und gesamte Ernten zu zerstören. Etliche Studien zeigen, dass eine höhere Vielfalt in Landwirtschaft, Forst und Gartenbau die Widerstandkraft der Pflanzen gegen schädliche Einflüsse stärkt.

Eine Hauptverursacherin des Verlusts an biologischer Vielfalt ist übrigens die intensive Landnutzung mit ihren anspruchsvollen Monokulturen. Insbesondere der hohe Einsatz chemischer Pestizide tötet nützliche Organismen. Das Gleichgewicht im Feld gerät aus den Fugen mit überproportionaler Entwicklung an Schadorgansimen. Ökologische Landwirtschaft ist hier die Lösung.

Biodiversität erhalten
In der Agenda 2030 ist das Nachhaltigkeitsziel 15 (SDG 15): „Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern“ fest verankert. Die Staatengemeinschaft hat sich verpflichtet in den nächsten 15 Jahren gemeinsam an Lösungen für den Erhalt der Biodiversität zu arbeiten. Biovision engagiert sich mit dem Projekt „Schutz der Biodiversität“ und weiteren 14 Projekten, die eng mit SDG 15 verbunden sind. Es bedarf keiner grossen Anstrengungen beim Schutz der Biodiversität mit zu helfen. Jeder einzelne kann etwas tun: Blühstreifen im Biogarten anlegen, mit Seedbombs den tristen Weg zur Arbeit begrünen, Biodiversitätsprojekte mit Geldspenden unterstützen, Mitmenschen und vor allem Kinder auf die Relevanz der Biodiversität aufmerksam machen, «Bio» kaufen, Fleischkonsum reduzieren oder ganz verzichten, ein Insektenhotel bauen…

Biodiversität erleben
Um die Öffentlichkeit für das Thema Biodiversität zu sensibilisieren und so die Umsetzung der Agenda 2030 voranzutreiben, veranstaltet Biovision am Mittwoch (24. Mai) den Frühlings-Event in Bern mit namhaften Persönlichkeiten aus den Bereichen Forschung und Entwicklungshilfe. Claude Martin, Generaldirektor des WWF International von 1993-2005, wird sein neues Buch "Endspiel - Wie wir das Schicksal der tropischen Regenwälder noch wenden können" vorstellen und signieren. Ethnobotanikerin, Pharmazeutin und Biovision Stiftungsrätin Dr. Barbara Frei Haller ist als Heilpflanzenexpertin zu Gast und wird auf dem Podium ihr Wissen teilen. Aktuelle Einblicke in das Biodiversitäts-Projekt zur nachhaltigen Nutzung der Ökosysteme in Kakamega wird Biovision-Programmverantwortliche Loredana Sorg geben. An den Infoständen erklären anschaulich gestaltete Poster und Handouts, wie wichtig die Biodiversität für unser Ökosystem ist.  Während des Apéros steht die Biovision Crew für persönliche Gespräche bereit und beantwortet gerne alle Fragen rund um die Arbeit in den Projektländern. Neugierig geworden? Dann melden Sie sich doch noch kurzfristig an.