30.6.2017

Agenda 2030 – was macht die Stadt Zug im Bereich nachhaltiger Entwicklung?

Am Mittwochabend 28. Juni diskutierten Michael Bergöö (Biovision) und Urs Raschle (Stadtrat Zug, CVP) über die Möglichkeiten der Umsetzung der Nachhaltigkeitssziele der UNO auf städtischer sowie nationaler Ebene. Im anfangs Jahr lancierten Programm Schweiz setzen wir uns auch national auf verschiedenen Ebenen für eine nachhaltige Entwicklung ein und beteiligen uns an Gesprächen zum Thema mit Parteien, Allianzen und an öffentlichen Anlässen.

Seit dem 1. Juni ist die Ausstellung “CLEVER – spielend intelligent einkaufen“ auf dem Bundesplatz in Zug zu Gast. Mit diesem Projekt sensibilisieren wir unsere Besucher für die Auswirkungen unserer täglichen Einkaufsentscheidungen auf Mensch und Umwelt und geben ihnen einfach umsetzbare Tipps für nachhaltigen Konsum mit nach Hause. Besonders erfreulich ist die hohe Anzahl an Schulklassen, welche uns besuchen und in einer Führung spielend mit Wissen zum Thema in Berührung kommen.

Eine nachhaltige Entwicklung hängt aber nicht nur von uns Konsumenten ab. Es ist wichtig, dass politische Rahmenbedingungen, welche umweltverträgliche und faire Produktionsformen fördern, geschaffen werden. Um in Zukunft auch auf dieser Ebene Einfluss zu nehmen, wurde anfangs Jahr das Programm Schweiz bei Biovision lanciert. In diesem Rahmen wurde ein Feierabendgespräch zwischen Michael Bergöö und Urs Raschle in Zug organisiert.

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Michael Bergöö beschreibt dem Publikum wie sich Biovision für die Agenda 2030 engagiert.
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Der Stadtrat Urs Raschle referierte über die Nachhaltigkeit der Stadt Zug, die das Energiestadt Gold Label trägt.
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Mit unserer Ausstellung CLEVER geben wir konkrete Handlungstipps für verantwortungsbewusstes Einkaufen.
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Moderatorin Giulia Cresta im Gespräch mit Urs Raschle (links) und Michael Bergöö.

 

Der Abend begann mit einem Referat von Michael Bergöö, in dem er das Programm Schweiz, die Nachhaltigkeitsziele der UNO und deren Wichtigkeit vorstellte. Er zeigte anhand eines sehr anschaulichen Beispiels, wie unser Verhalten im Inland Folgen weit über die Landesgrenzen hinaus hat und somit greifende Weichenstellungen auf politischer Ebene auch in der Schweiz unabdingbar sind. Nach Michael Bergöös Input präsentierte Urs Raschle den Verlauf der nachhaltigen Entwicklung der Stadt Zug, welche das Energiestadt Gold Label trägt. Interessant waren die Resultate der Stadt beim Cercle Indicateur 2013 und 2015, eine Erhebung, die Kantone und Städte mittels verschiedenen Indikatoren in den drei Sphären Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft bezüglich Nachhaltigkeit beurteilt. Sie schnitt in allen drei Sphären relativ gut ab, hat aber auch noch Verbesserungspotential zum Beispiel bei Natur und Landschaft. Erfreulich war auch zu sehen, dass innerhalb der zwei Jahre zwischen diesen Erhebungen bereits weitere Fortschritte gemacht wurden.

Die anschliessende Diskussion wurde von Giulia Cresta (Radio Zürisee) moderiert, die versuchte mit ihren Fragen die beiden Podiumsgäste etwas aus der Reserve zu locken. Auf die Frage, was sich Michael Bergöö von den Politikern wünsche, antwortete er, dass mehr positive Anreize für nachhaltige Produktion und Konsum geschaffen werden. Es bestehen bereits viele Gesetze, die aber leider teilweise nicht strikt eingehalten werden. Michael Bergöö erwähnte dafür als Beispiel die Umweltziele der Landwirtschaft, welche auf gesetzlichen Grundlagen basieren, aber in den vergangenen Jahren weit verfehlt wurden. Urs Raschle sieht vor allem im Bereich der individuellen Mobilität in der Stadt Zug noch ein grosses Verbesserungspotential. Er geht täglich mit dem Fahrrad zur Arbeit und kennt als Ur-Zuger sämtliche Schleichwege durch die Stadt, was es ihm ermöglicht, den stark befahrenen Strassen etwas auszuweichen. Bei einem Besuch der Stadt Amsterdam, war er begeistert von der Infrastruktur für den Veloverkehr und würde gerne den Zugerinnen und Zugern in Zukunft ein ähnlich komfortables Angebot zur Verfügung stellen. Die 20 interessierten Besucher, welche diesen Anlass im Archesaal der reformierten Kirche in Zug folgten, diskutierten am anschliessenden Apéro noch angeregt weiter und gingen zufrieden nach Hause.